Tag 326

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Matthäus 28

Der Engel sprach die Frauen an. „Habt keine Angst!“, sagte er. „Ich weiß, ihr sucht Jesus, der gekreuzigt wurde. Er ist nicht hier! Er ist von den Toten auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht, wo sein Leichnam gelegen hat. Und nun geht und sagt seinen Jüngern, dass er von den Toten auferstanden ist und ihnen nach Galiläa vorausgeht. Dort werdet ihr ihn sehen. Merkt euch, was ich euch gesagt habe.“ Die Frauen liefen schnell vom Grab fort. Sie waren zu Tode erschrocken und doch zugleich außer sich vor Freude. So schnell sie konnten, liefen sie zu den Jüngern, um ihnen auszurichten, was der Engel gesagt hatte. Unterwegs begegneten sie Jesus. „Seid gegrüßt!“, sagte er. Und sie liefen zu ihm hin, umklammerten seine Füße und beteten ihn an. Jesus sagte zu ihnen: „Habt keine Angst! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa kommen, dort werden sie mich sehen.“

Wir wissen, dass das leere Grab viele Diskussionen ausgelöst hat und für so manchen der große Stein des Anstoßes ist, nicht an Jesus zu glauben. Aber warum sollte Gott nicht auch das können, wenn er wirklich Gott ist? Ein Zweifel an der Auferstehungsgeschichte zeigt ja auch einen grundsätzlichen Unglauben, was die Wirksamkeit Gottes im Allgemeinen angeht.

Jedenfalls hat niemand damals mit einem solchen Ereignis gerechnet. Das war einfach unvorstellbar. Selbst die Jünger und Jüngerinnen hatten es nicht auf dem Plan. Trotz aller Unterweisungen durch Jesus scheinen sie immer noch nicht so ganz kapiert zu haben, wer er denn nun wirklich ist.

Aber die Jünger waren nicht schwerer von Begriff als wir: Das Wesen Gottes ist, dass er unseren Erfahrungshorizont durchbricht. Wir haben in dieser Hinsicht keinen berechenbaren Gott. Wir wissen auch nicht, wie er unseren Horizont durchbricht. Das kann auch je nach Situation anders aussehen. Gott ist aber immer größer – und man wird von Gott immer überrascht. In dieser Hinsicht erfahren wir nichts anderes als die, die damals mit offenem Mund vor dem offenen Grab gestanden haben.