Tag 316

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Lukas 22

„Simon, Simon, Satan hat euch alle haben wollen. Er wollte euch durchsieben wie Weizen. Doch ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre. Wenn du also später umgekehrt und zu mir zurückgekommen bist, dann stärke deine Brüder.“ Petrus sagte: „Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis zu gehen und sogar mit dir zu sterben.“ Doch Jesus entgegnete: „Petrus, lass mich dir etwas sagen. Noch bevor morgen früh der Hahn kräht, wirst du drei Mal geleugnet haben, mich überhaupt zu kennen.“

Da verhafteten sie ihn und brachten ihn zum Haus des Hohen Priesters. Petrus folgte in großem Abstand. Als die Wächter im Hof ein Feuer machten und sich ringsherum lagerten, setzte sich Petrus zu ihnen. Eine Dienerin bemerkte ihn im Schein des Feuers und beobachtete ihn. Schließlich sagte sie: „Dieser Mann war auch bei Jesus!“ Petrus leugnete es. „Frau“, sagte er, „ich kenne den Mann überhaupt nicht!“ … Etwa eine Stunde später bekräftigte ein anderer: „Das muss einer der Jünger von Jesus sein, er ist auch Galiläer.“ Aber Petrus entgegnete: „Ich weiß nicht, wovon du redest.“ Und sobald er das gesagt hatte, krähte ein Hahn. In diesem Augenblick drehte der Herr sich um und sah Petrus an. Da erinnerte dieser sich an die Worte des Herrn: „Bevor morgen früh der Hahn kräht, wirst du mich drei Mal verleugnen.“ Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.

So schnell kann es gehen! Auch die besten und aufrichtigsten Vorsätze können binnen kurzem wie ein Kartenhaus zusammenstürzen. Wie gut, dass der Herr das weiß und mit allem rechnet. Wir Menschen sind aber wie Simon Petrus. Wir halten uns in unserem Glaubenseifer für unbezwingbar. Aber in solchen heroischen Augenblicken vergessen wir, dass die Verwirklichung im Alltag nicht so golden aussieht, wie wir uns das erträumen. Manchmal reicht da sogar ein Nachtschlaf, um diesbezüglich unangenehm ernüchtert zu werden.

Solche Erfahrungen gehören zum Sichtungsprozess Satans. Wie auch bei Hiob will Satan unsere Substanz anknabbern. Wenn wir dann Niederlagen erleben, flüstert er uns ein, dass es mit unserem Christsein doch nicht weit her sein kann, was wieder neue Verzweiflung über uns bringt. Das dauert nicht immer nur ein paar Tage, sondern kann sich über Jahre hinziehen.

Aber Jesus weiß dies nicht nur alles, sondern betet selbst dafür, dass der in dieser Zeit nur auf kleiner Flamme kochende Glaube nicht erlischt. Dem Petrus hat er die Aufgaben, die auf ihn warten, wenn er sich wieder berappelt, an dieser Stelle schon mitgegeben. Und auch für uns hat er viel zu tun.