Römer 8
Also gibt es jetzt für die, die zu Christus Jesus gehören, keine Verurteilung mehr. Denn die Macht des Geistes, der Leben gibt, hat dich durch Christus Jesus von der Macht der Sünde befreit, die zum Tod führt. … Ihr aber werdet nicht mehr von eurer sündigen Natur, sondern vom Geist Gottes beherrscht, wenn Gottes Geist in euch lebt. Wer aber den Geist von Christus nicht hat, der gehört nicht zu Christus. Da Christus in euch lebt, wird zwar euer Körper aufgrund der Sünde sterben, aber durch den Geist empfangt ihr Leben, weil ihr von Gott gerecht gesprochen wurdet. Der Geist Gottes, der Jesus von den Toten auferweckt hat, lebt in euch. Und so wie er Christus von den Toten auferweckte, wird er auch euren sterblichen Körper durch denselben Geist lebendig machen, der in euch lebt. Liebe Brüder, ihr seid also nicht mehr dazu gezwungen, euch von den Wünschen eurer menschlichen Natur beherrschen zu lassen. Denn wenn ihr euch weiter von ihr bestimmen lasst, werdet ihr sterben. Wenn ihr euch aber durch die Kraft des Heiligen Geistes von eurem alten Wesen und den bösen Taten abwendet, werdet ihr leben. Denn alle, die vom Geist Gottes bestimmt werden, sind Kinder Gottes. Deshalb verhaltet euch nicht wie ängstliche Sklaven. Wir sind doch Kinder Gottes geworden und dürfen ihn „Abba, Vater“ rufen. Denn der Geist Gottes selbst bestätigt uns tief im Herzen, dass wir Gottes Kinder sind.
Genau das ist das Entscheidende: Es gibt für uns kein verdammendes Urteil mehr. Wie oft werden wir von anderen für unsere Schuld verdammt! Wie oft verdammen wir uns aber auch selbst oder haben innere Stimmen und Gedanken, die uns wegen unserer Sünde herabsetzen. All das hat sich auf Golgatha für uns erledigt. Wir können befreit aufspielen.
Natürlich hat die Freiheit da ein Ende, wo ich mich als Christ wieder bewusst der Sünde öffne. Das tun wir zwar mindestens in Gedanken täglich, aber oft finden wir den kurzen Weg zurück und können die Vergebung in Anspruch nehmen. Problematischer ist es da schon mit tief wurzelnden Sünden, die im Verborgenen blühen, aber bei denen, wenn sie dann an die Oberfläche kommen, der Rückweg umso schwieriger ist.
Eine solche christliche Doppelexistenz mit heimlich kultivierten Sünden, die nicht vor Gott gebracht werden und an denen bewusst festgehalten wird, kann die Freiheit des Glaubens und die Nicht-Verdammung nicht für sich reklamieren. Solche Menschen flüchten sich dann, wenn die Schuld offenbar wird, nicht an die Seite Jesu, sondern unter Umständen aus der christlichen Gemeinde heraus.
