Tag 340

0

Römer 12

Weil Gott so barmherzig ist, fordere ich euch nun auf, liebe Brüder, euch mit eurem ganzen Leben für Gott einzusetzen. Es soll ein lebendiges und heiliges Opfer sein – ein Opfer, an dem Gott Freude hat. Das ist ein Gottesdienst, wie er sein soll. Deshalb orientiert euch nicht am Verhalten und an den Gewohnheiten dieser Welt, sondern lasst euch von Gott durch Veränderung eurer Denkweise in neue Menschen verwandeln. Dann werdet ihr wissen, was Gott von euch will: Es ist das, was gut ist und ihn freut und seinem Willen vollkommen entspricht.

Römer 12

Täuscht nicht nur vor, andere zu lieben, sondern liebt sie wirklich. Hasst alles Böse und stellt euch auf die Seite des Guten. Liebt einander mit aufrichtiger Zuneigung und habt Freude daran, euch gegenseitig Achtung zu erweisen. Werdet nicht nachlässig, sondern lasst euch ganz vom Geist erfüllen und setzt euch für den Herrn ein. Freut euch auf alles, was Gott für euch bereithält. Seid geduldig, wenn ihr schwere Zeiten durchmacht, und hört niemals auf zu beten. Wenn andere Gläubige in Not geraten, steht ihnen zur Seite und helft ihnen. Seid gastfreundlich und öffnet für Gäste euer Haus. Wenn ihr verfolgt werdet, weil ihr zu Christus gehört, dann verflucht eure Verfolger nicht, sondern erbittet den Segen Gottes für sie. Sind andere Menschen glücklich, dann freut euch mit ihnen. Sind sie traurig, dann begleitet sie in ihrem Kummer.

Gott will keine halben Sachen, sondern er will, dass wir mit unserem Christsein wirklich ernst machen. Es muss im Alltag gelebt werden, und das geschieht dadurch, dass wir unsere Denkweise nach und nach von Gott verwandeln lassen.

Das gesamte Kapitel liefert eine ganze Reihe praktischer Vorschläge, wie das konkret aussehen kann. Man fühlt sich durchaus an die Gebote Jesu aus der Bergpredigt erinnert. Wenn wir die Verse Revue passieren lassen, gibt es einen dominierenden Grundton: Sei für den anderen da! Sorge dafür, dass es dem anderen gut geht, selbst wenn er dir Böses will!

Es ist gar nicht so einfach, das zu realisieren. Wir haben doch alle eine Fülle von eigenen Interessen. Wir müssen doch oft genug selbst ums „Überleben“ kämpfen. Wenn man dann noch Zeit und Möglichkeiten übrig hat – na gut, die kann man ja für andere einsetzen. Aber wann hat man die schon?

Stehen die meisten von uns im Hinblick auf diesen Text nicht erst am Anfang? Und Paulus spricht hier ja nicht von der Christenkür, sondern von der Christenpflicht. Bedarf es nicht einer grundlegenden Erneuerung unseres Denkens, die Paulus ja auch hier fordert, damit wir auch nur in die Nähe kommen, so zu leben?