Tag 341

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Römer 13

Gehorche der Regierung, unter der du lebst, denn sie ist von Gott eingesetzt. Alle Regierungen haben ihre Vollmacht von Gott. Wer sich also den Gesetzen des Landes widersetzt, der verweigert Gott selbst den Gehorsam und wird bestraft werden. Wer vorbildlich und gut handelt, braucht sich vor den Regierenden nicht zu fürchten, denn nur die müssen sich fürchten, die Unrecht tun. Deshalb tu, was richtig ist, und du wirst sogar noch dafür gelobt werden. Die Regierung ist von Gott dazu eingesetzt, dich zu unterstützen. Wenn du jedoch Unrecht tust, ist deine Angst begründet, denn du wirst bestraft werden. Sie ist von Gott dazu eingesetzt, diejenigen in seinem Auftrag zu bestrafen, die Unrecht tun. Du sollst der Regierung also aus zwei Gründen gehorchen: damit du nicht bestraft wirst und damit du ein reines Gewissen behältst. Aus diesen Gründen bezahlt auch eure Steuern. Denn die Beamten der Regierung müssen bezahlt werden, damit sie die Aufgabe erfüllen können, die Gott ihnen anvertraut hat.

Dieser Text wird – in Ermangelung anderer so eindeutiger Texte – gerne herangezogen, wenn es darum geht, wie der Christ sich zu den Regierenden verhalten sollte. Zunächst jedenfalls nicht in einer grundlegenden Anti-Haltung. Die Regierungen sind generell von Gott ermächtigt (ob ihre Amtsträger sich nun mit „so wahr mir Gott helfe“ vereidigen lassen oder nicht). Es geht hier darum, was erneuertes Denken in Bezug auf den Staat meint, und das heißt in vielen Fällen eben, die Regierungen zu unterstützen. Interessant ist, dass gerade die Steuerehrlichkeit schon in der Bibel angemahnt wird. Vielleicht ist das der Punkt, an dem die Gefahr zunächst am größten ist.

Was der Text nicht meint, ist, eine Unrechtsherrschaft nach Kräften zu unterstützen oder Ziele des Staates höherzusetzen als das, was Gott von uns möchte. Man kann nicht seinem Glauben abschwören, nur weil das Parlament es so will. Das Gebot ist hier vom Regelfall her zu denken, nicht von der das geistliche Gewissen berührenden Grenze. In unserer demokratischen Welt gesprochen heißt das aber auch: Staatsverdrossenheit ist keine christliche Tugend. Und christlich motiviertes Anti-Staatsdenken oder fanatischer Separatismus ebenso wenig.