1. Korinther 1
Liebe Brüder, ich bitte euch im Namen von Jesus Christus, dem Herrn, dass ihr darauf achtet, untereinander einig zu sein, und aufhört, miteinander zu streiten, damit es nicht zu Spaltungen in der Gemeinde kommt. Ich bitte euch: Steht fest zueinander, sodass ihr einig seid in dem, was ihr denkt und wollt. Angehörige des Hauses von Chloë haben mir von Streitigkeiten unter euch erzählt, liebe Freunde. So sagen einige von euch: „Ich bin ein Anhänger von Paulus.“ Andere bekennen sich zu Apollos oder Petrus, und manche sagen: „Ich folge nur Christus.“ Kann man Christus etwa auf diese Weise aufteilen?
1. Korinther 3
Wer ist denn Apollos und wer ist Paulus, dass ihr euch unseretwegen streitet? Wir sind doch nur Diener. Durch uns hat Gott euch zum Glauben geführt; jeder von uns tat die Arbeit, die der Herr ihm auftrug. Meine Aufgabe bestand darin, den Samen in eure Herzen zu pflanzen, und Apollos hat ihn bewässert; aber es war Gott – nicht wir –, der ihn wachsen ließ. Wichtig ist nicht der, der pflanzt oder bewässert, wichtig ist Gott, denn er lässt den Samen wachsen. Derjenige, der pflanzt, und derjenige, der bewässert: Beide arbeiten zusammen auf dasselbe Ziel hin. Belohnt aber wird jeder für sich, entsprechend seiner Arbeit. Wir arbeiten Hand in Hand an derselben Sache als Menschen, die zu Gott gehören. Ihr seid Gottes Acker, sein Bauwerk – nicht unseres.
Von Anfang an war einer in der Kirche immer mit dabei: der Spaltpilz. Selbst Paulus hatte schon mit ihm zu kämpfen, und zwar nicht zu knapp. Ein besonders eindrückliches Beispiel liefern die Korinther. Da hat sich die örtliche Gemeinde in vier Gruppen gespalten: Die einen stützten sich auf das, was Petrus, der Apostel der ersten Stunde, gesagt hat; die anderen beriefen sich auf Apollos, einen wohl sehr begabten Prediger; die Dritten waren Paulus-Fans und die Vierten meinten, dieser Spaltung eine scheinbar besonders linientreue Variante entgegensetzen zu müssen: „Wir folgen nur Christus.“
Dies alles hält Paulus für Tinnef und weist auf die durch Christus geschaffene Einheit der Gemeinde hin. Vor allem zeigt er, dass die Gemeindebasis offenbar künstliche Gegensätze zwischen den einzelnen Verkündigern behauptet und diese gegeneinander ausspielt. Dabei sind sie von Gott dazu ausgewählt, einander zu ergänzen.
Und heute? Offenbar hat die ernstliche Warnung des Paulus nicht viel gebracht, denn heute entsteht sozusagen alle paar Minuten eine neue Gemeinde. Dafür gibt es verschiedene Gründe und nicht immer sind Spaltungen verwerflich (das weiß auch die Bibel). Aber eins muss doch klar sein: Wir Christen trinken alle von derselben Quelle. Dafür benutzen wir allerdings unterschiedliche Gefäße. Wie vordergründig und lächerlich ist es aber, sich damit zu brüsten, dass der Becher, aus dem wir trinken, näher an der Quelle ist als der des anderen.
