Tag 343

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1. Korinther 9

Das bedeutet, dass ich an niemanden gebunden bin. Dennoch habe ich mich zum Diener aller gemacht, um möglichst viele für Christus zu gewinnen. Den Juden bin ich einer von ihnen geworden, um sie für Christus zu gewinnen. Bei denen, die sich an das Gesetz halten, verhalte ich mich ebenso – obwohl ich nicht unter dem Gesetz stehe –, damit ich sie für Christus gewinne. Wenn ich bei Nichtjuden bin, die das jüdische Gesetz nicht haben, passe ich mich ihnen so weit wie möglich an, um sie für Christus zu gewinnen. Allerdings lasse ich Gottes Gesetz dabei nicht außer Acht, sondern befolge das Gesetz, das ich von Christus habe.

Wie weit sollen Christen sich eigentlich anpassen? Bedeuten die Worte des Paulus hier, dass man seine Identität verleugnet und je nach Umfeld in ein anderes Kostüm schlüpft? Verliert man dadurch nicht seine Identität? Sollte man nicht immer authentisch, „ganz man selbst“ sein?

Authentisch, wahrhaftig zu sein ist sicherlich für Christen eine Kardinaltugend. Aber es geht Paulus ja nicht darum, davon abzulassen. Vielmehr gehört zum Wahrhaftigsein eines Christen, dass er nicht mehr so wichtig nimmt, was er selbst ist; dafür umso wichtiger, was er „in Christus“ ist: nämlich ein befreiter, ein geretteter Mensch. Darauf kommt es an, da ist alles andere sekundär.

Zum Beispiel hat man als Christ sicher grundsätzlich die Freiheit, Designermode zu tragen. Wer aber mit Versace-Klamotten in die Obdachlosentafel hineinschneit, wird wenig Sympathie gewinnen und damit auch wenige dieser Menschen für Christus. Umgekehrt ist es auch nicht erforderlich, dort unrasiert, mit schief sitzendem Hut und Wodkaflasche im Arm aufzukreuzen. Das macht einen auch nicht glaubwürdiger.

Paulus denkt vom Ziel her: Er möchte Menschen für Christus gewinnen, und da kann er sich, da er niemandes Diener ist, zum Diener aller machen. Diese Freiheit hat er – in Christus. Als Christen sind wir befreit dazu, so aufzutreten, dass es zum einen Christus Ehre macht und zum anderen die Menschen anzieht. Wenn wir das im Blick haben, eröffnen sich für unser Auftreten in uns ungewohnten Kreisen ganz neue Perspektiven.