Auszeichnung: Drei Landeskirchen werden für die Segnungen Homosexueller geehrt

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Der europäische Toleranzpreis „Tolerantia Award“ ging am Dienstag an die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz (EKBO) und die Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Alle drei Landeskirchen haben sich laut Pressemitteilung der EKHN um die Segnung homosexueller Paare verdient gemacht.
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Für die hessen-nassauische Kirche nahm der Präses der Kirchensynode, Dr. Ulrich Oelschläger, den Preis entgegen. Oelschläger betonte, dass die „Achtung und Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaft als Teil der göttlichen Schöpfung“ das Ergebnis eines intensiven Reflexionsprozesses in der hessen-nassauischen Kirche gewesen seien. Es sei stets notwendig, den „Dialog mit der Naturwissenschaft und der säkularen Philosophie zu führen sowie sich mit den gesellschaftlichen Bedingungen zur Entstehungszeit der Bibel auseinanderzusetzen. Dies habe zu einem „Umdenken, zum Bekenntnis früherer Schuld und zu einer Neuinterpretation früher allzu wörtlich verstandener biblischer Texte“ geführt.

Die EKHN segnet seit dem Jahr 2002 gleichgeschlechtliche Paare und hat dies 2013 als erste evangelische Kirche in Deutschland mit der Trauung weitestgehend gleichgestellt.

Seit 2006 werden mit dem internationalen Preis Personen, Einrichtungen oder Gruppen geehrt, die sich für mehr Toleranz und gegen Homophobie einsetzen.