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Bayerische Landeskirche verabschiedet Erklärung gegen AfD

Eine Mitgliedschaft in der AfD ist laut einem aktuellen Beschluss der bayerischen evangelischen Landessynode nicht vereinbar mit kirchlichen Ämtern. In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau ist Kirchenpräsident Volker Jung gegen einen solchen Beschluss – unter Vorbehalt.

Die bayerische Landessynode stimmte am Donnerstag zum Abschluss ihrer Frühjahrstagung einem entsprechenden Dringlichkeitsantrag zu. Hintergrund ist die im Herbst anstehende Kirchenvorstandswahl, bei der Ehrenamtliche für die Leitung der evangelischen Kirchengemeinden gesucht werden. Das Landeskirchenparlament machte sich zugleich eine Stellungnahme zum Umgang mit Rechtsextremismus zu eigen. Auch andere Kirchenparlamente der 20 evangelischen Landeskirchen hatten bei ihren jüngsten Frühjahrstagungen solche Erklärungen verabschiedet, etwa die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und die Evangelische Landeskirche in Baden.

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Die bayerische Synode bekräftigte dabei vor allem folgende Aussage: „Menschenfeindlichkeit und völkischer Nationalismus gehören zu den Grundüberzeugungen der extremen Rechten – der heutigen AfD, ihrer Mitglieder sowie ihnen nahestehenden Gruppierungen (z.B. identitäre Bewegung“, „Neue Rechte“, „Reichsbürger“, „Pegida“ und völkische Burschenschaften).“ Man distanziere sich von allen, „die den Schutz von Menschenwürde und Grundrechten verunglimpfen, die Gleichwertigkeit aller Menschen infrage stellen, einen völkischen Nationalismus („Blut und Boden“) propagieren, den Rechtsstaat und seine Repräsentanten verächtlich machen sowie digital und analog Hass, Hetze und Menschenverachtung betreiben.“

„Kein Platz für Extremismus“

Als Kirche und Diakonie stehe man für eine „vielfältige Gemeinschaft“, in der man sich gegenseitig unterstütze und schütze. Man müsse offen sein für die Bedürfnisse der Menschen und Raum für ehrliche Verständigung und den offenen Diskurs über unterschiedliche Interessen bieten. „Aber extremistisches Denken, Menschen- und Demokratiefeindlichkeit dürfen keinen Platz in diesem Dialog haben.[…] Wir wehren uns gegen die Vereinnahmung und Missdeutung christlicher Werte und Traditionen durch die extreme Rechte.“ Solche Haltungen seien unvereinbar mit der Übernahme von Haupt- und Ehrenämtern in Kirche und Diakonie. Dies sei bei der Suche nach Kandidierenden für die Kirchenvorstandswahl im Herbst zu beachten.

In der gemeinsamen Stellungnahme des Landeskirchenrats und Diakonischen Rats, der sich nun auch die Synode anschloss, heißt es: „Ja zum christlichen Glauben – deshalb Nein zu Demokratiefeindlichkeit und AfD!“ Mit Funktionären und Mandatsträgern der AfD lehne man eine Zusammenarbeit ab, sofern diese nicht ihr Amt in politischen Gremien betreffe, das durch demokratische Wahlen legitimiert sei, heißt es darin weiter. Man bekräftige aber die Gesprächsbereitschaft mit allen Menschen, die „unzufrieden sind mit der aktuellen Politik und sich und ihre Lebensleistungen nicht angemessen wahrgenommen fühlen“.

Abweichernde Position in der EKHN

Dagegen hat Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), in seinem Bericht während der EKHN-Synode heute einen Grundsatzbeschluss zum Ausschluss von Mitgliedern der AfD aus kirchlichen Ämtern abgelehnt. Er sagte: „Ich selbst habe mehrfach die AfD im Ganzen als rechtsextrem bezeichnet. Da folge ich der Einschätzung einer Studie des Deutschen Instituts für Menschenrechte, die zeigt, dass auch in den programmatischen Formulierungen der AfD die national-völkische Grundeinstellung erkennbar ist. […] Meines Erachtens ist allerdings – vorbehaltlich dieser anstehenden Klärung – ein Grundsatzbeschluss zum Ausschluss von Mitgliedern der AfD aus kirchlichen Ämtern zurzeit nicht sinnvoll. Sehr wohl ist aber die Prüfung jedes Einzelfalles erforderlich, und zwar mit dem Ziel, die inhaltliche Unvereinbarkeit festzustellen und dann daraufhin auch Konsequenzen zu ziehen. Völlig klar ist allerdings, dass die Unvereinbarkeit festgestellt werden muss, wenn Menschen mit rechtsextremen Parolen offen rassistisch und antisemitisch agieren.“

Die Stellungnahme im Wortlaut.

14 Kommentare

  1. In der heutigen Zeit klar gegen etwas Stellung zu beziehen ist enorm. Ich bin von dieser Entwicklung völlig begeistert. Kein Biedermeierismus, klare Ansage, herrlich. Ich liebe meine Kirche dafür!

    • Ich kann Dir da nur aus vollem Herzen zustimmen, denn nichts scheint in der heutigen Zeit schwerer, als sich zu seiner Position gegenüber anders denkenden Menschen zu bekennen.

      • Ich habe den gegenteiligen Eindruck.

        Nimm z.b. hier den Kommentarbereich.

        Oderc auch gesellschaftlich. Abspaltung und sich in seiner Nische lautstark gegen andere zu artikulieren scheint mir so verbreitet wie noch nie.

  2. Ich habe mich mal mit dem Parteiprogramm der AfD befasst, aber keinen rechtsextremen Inhalt gefunden.

    Ich lasse mich aber gerne belehren.

    • Ich stimme zu, auch ich habe keine rechtsextremen Inhalte auf der AfD-Website finden können. Wer wissen will wie die AfD tickt, sollte die Interviews der letzten Woche vom meistgehassten Politiker Deutschlands Björn Höcke anschauen/hören, und dann sich eine Meinung bilden. Die Weltwoche hat sich die Mühe gemacht Herrn Höcke einzuladen und ihm als Politiker auch relevante Fragen gestellt, die er sehr gut beantwortet hat, ohne die Fragen vorher gewusst zu haben. Dieses Format haben die ÖRM nicht geschafft und auch nicht die Welt-Redaktion im Duell der möglichen Landesfürsten Thüringens auch nicht. Die Mitte/Rechts/Konservativen passen einfach nicht zur linksgrünen woken Gesellschaft, obwohl die Konservativen in diesem Land die Mehrheit ist, werden sie nicht mehr repräsentiert, eben weil sie von den Falschen vertreten werden, auch mit dem „C“ vornedran. Jahrelang habe ich als Christ diese Partei gewählt und habe mich durch das „C“ blenden lassen.

    • befass dich mal mit den Funktionsträgern, was sie sagen, welche Kontakte zu wem sie pflegen und wo sie nebenbei aktiv sind .

      Die AfD ist nicht so dumm, das alles in ihr Programm zu schreiben.

  3. Die EKD ist eine politische Organisation die nicht viel mit Jesus am Hut hat.
    Sie zeigt hoch moralisch mit dem Finger auf die böse AfD und weigert sich aber die eigenen schlimmen Missbrauchsfälle aufzuarbeiten. Immer noch gibt es keine gründliche Untersuchung, immer noch verheimlicht man lieber als man aufklärt.

    Oder wie steht man zum Thema Abtreibung?

    Es ist ekelhaft, was ist das nur für eine Kirche.
    Sorry, aber wer frei ist von Sünde, werfe den ersten Stein! Wer hat das gesagt?
    … das war so ein Messias, der vor 2000 gelebt hat und das Christentum gegründet hat. Leider ist es in Vergessenheit geraten was er gesagt hat.

    • Das ist plakativ pauschalisierend dem Thema völlig unangemessen. Man muss übrigens nicht hochmoralisch daherkommen, um festzustellen, dass Ziele, Gedanken, Äußerungen und Handlungen der AfD weder mit christlichen Grundsätzen, noch mit der Erklärung der Menschenrechte oder Teilen unseres Grundgesetzes vereinbar sind. Bekennen Sie sich doch einfach zur AfD, anstatt mit Getöse Whataboutismus zu veranstalten, mit dem Sie das sensible Thema Missbrauch billig instrumentalisieren.

      • Aber es zeigt dass Grundproblem von Kirche auf: sie lebt und predigt nicht mehr das, was in der Bibel steht. Da ist die AfD das kleinste Problem!

        • Ein Grundproblem mit AfDlern bleibt aber, dass sie mit solchen Argumenten von ihrer Rechtsradikalität ablenken wollen.

          Wie schon im sehr guten Kommentar von Gerd genannt: whataboutism eben

      • Leider reden viel zu viele „kluge“ Menschen über die AfD, obwohl sie sie gar nicht kennen, nur über Berichte der Leitmedien und ÖRM. Auf Grund ihrer Klugheit glauben sie die Wahrheit zu erkennen, lassen sich jedoch von der linken Propaganda verblenden, die zur Vernichtung einer legitimierten Partei, der AfD aufruft. Das geschieht im besten Deutschland aller Zeiten, in einer Demokratie in der die Opposition von der Regierung mit Staatsgewalt verfolgt, diffamiert und als rechtsextrem gebrandmarkt wird, und der Gipfel ist, dass die EKD bei diesem Treiben auch noch mitmacht. Wie kann das möglich sein, dass die Kirche bei dieser, so offensichtlichen Kampagne mitmacht? Ich schäme mich

      • Hallo Gerd,

        es ist vielleicht so:
        – bei Gruendung von „Die Gruenen“ waren auch ekelhafte, paedophile Subjekte an Bord. Trotzdem hat der Druck auf die etablierten Parteien bewirkt, gruene Themen zukuenftig staerker zu beachten (bis das Pendel viel zu weit ins Gruene schlug).
        – genauso die AfD: wenn Regierungen Politik gegen die Bevoelkerung macht (ungebremste Zuwanderung, Verbrenner-Aus, Atomkraft-Aus, Energie-Verteuerung, Strangulierung von Landwirtschaft/Mittelstand, Heizungsgesetz, Corona- und Klima-Panik, etc) waehlen die Menschen die Alternative TROTZ ihrer Defizite, DAMIT die anderen Parteien ihre Politik aendern.
        Das wird vermutl. funktionieren? Warte mal die EU-Wahl ab …

        LG Joerg v NRW

        • Der Unterschied ist aber, dass Pädophilie ein Randthema war, das Rechtsradikale der AfD aber sehr bestimmend in dieser Partei.

          Ferner bewegten sich die GRÜNEN in die Mitte und trennten sich schließlich weitgehend von ihrem Fundiflügel, während sich die AfD immer mehr ins Rechtsextreme bewegt.

          Ich finde das also schwer vergleichbar

          • Moin D.and.Jörg,

            der Punkt ist, die Blockparteien (SPD/CDU/Gruene/FDP) regieren/haben regiert: GEGEN die Buerger (Energiewende, Heizungsgesetz, Verbrenner-Aus, Zuwanderungsflut), deshalb AfD/BSW/FW/etc als Anti-Blockparteien-Wahlmoeglichkeit.

            Also die GEGENWART ist entscheidend.
            Das IST: Desastroese Politik gegen den Buerger.
            Das ist das Problem.

            So verstaendlich?

            LG Joerg

            Wer ein „Weiter-Wie-Bisher“, gerne auch „Hoch-Schalten“ gut findet: der waehlt einfach so, wie schon immer … 😂

            Heute trifft es erst die Aermeren, morgen auch den Rest 🤷‍♂️

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