Die „Bibel in gerechter Sprache“ ist vor 20 Jahren zum ersten Mal erschienen. In einem Interview mit ref.ch erklärt Übersetzerin Luzia Sutter Rehmann, wie sie mit Kritik daran umgegeht.
Die „Bibel in gerechter Sprache“ ist zur Frankfurter Buchmesse 2006 erschienen und versucht, besonders auf den Aspekt der Gerechtigkeit einzugehen: unter anderem auf soziale, Geschlechter- und Textgerechtigkeit. Die vollständige Neuübersetzung wurde ehrenamtlich von über 50 Theologinnen und Theologen vorgenommen, eine davon Luzia Sutter Rehmann.
Im Interview mit dem Portal ref.ch berichtet sie, dass sie das Lukasevangelium übersetzt habe: „Ich hatte es mir zuerst zu einfach vorgestellt“, gibt sie zu. Es habe nicht ausgreicht, nur an einigen Stellen die weibliche Form zu ergänzen. Auch Stellen mit anti-judaistischen Prägungen müssten überdacht werden.
Es gibt auch Kritik
Laut Sutter Rehmann ist es gerechtfertigt, zum Beispiel von „Hirtinnen und Hirten“ zu schreiben, da es nachgewiesen auch Hirtinnen gab. Trotzdem erfuhr die „Bibel in gerechter Sprache“ dafür Kritik. Auch die deutsche Übersetzung „Herr“ für den Gottesnamen JHWH sei falsch. Genau genommen bedeute „Adonaj“, die Form von JHWH, die oft wiedergegeben wird, „meine Herren“. „Diese ungewöhnliche Form soll deutlich machen, dass Gott sich nicht einfach in unsere Grammatik fassen lässt“, erklärt Sutter Rehmann.
Inzwischen gibt es neue Fragestellungen, die andere Übersetzungsansätze erfordern würden. Es gäbe jedoch aufgrund fehlender Kapazitäten gerade keine Pläne für eine Neuübersetzung.
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