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Aha-Momente mit der Bibel

Miriam und Tabea haben einen intellektuell geprägten Zugang zur Bibel. Hier erzählen sie von ihren Erfahrungen und geben Praxis-Tipps.

Miriam, du sagst von dir selbst, dass du einen eher verstandesmäßigen Zugang zur Bibel hast. Wie erlebst du das konkret?

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Miriam Seeger: Es begeistert mich, wenn ich etwas Neues über Gottes Wesen oder auch über die Bibel lernen kann. Über Zusammenhänge innerhalb der Bibel, über historische oder kulturelle Hintergründe, über die Bedeutung von Begriffen im Hebräischen oder Griechischen. Wenn ich genau hinschaue und Infos nachrecherchiere, stelle ich oft fest, wie viel mehr in den Texten steckt, als ich auf den ersten Blick sehen konnte. Das fasziniert mich und zeigt mir, dass Gott viel größer und weiter ist als mein begrenzter Horizont.

Tabea Tacke: Mir geht es ähnlich. Ich liebe diese Aha-Momente, wenn man etwas im Bibeltext findet, das man vorher immer überlesen hat, oder wenn man plötzlich ganz neue Zusammenhänge entdeckt. Das ist wie ein Puzzle, bei dem sich nach und nach die Teile zusammenfügen und auch das übrig gebliebene Teil seinen Platz findet.

Miriam: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es für manche Leute schwer nachzuvollziehen ist, dass ich mich gerne mit so was beschäftige. Es gab schon Kleingruppen-Situationen, wo alle ganz schnell vom Bibeltext zu ihrem eigenen Leben und zur persönlichen Anwendung kommen oder die Zeit lieber mit Austausch und Gebet verbringen wollten. Was ich ja auch nicht falsch finde. Aber ich wollte gerne noch etwas bei dem Text verweilen. Mich über Hintergründe austauschen. Altbekanntes hinterfragen. Mir Gedanken darüber machen, was dieser Text wohl damals zu sagen hatte. Dass ich dann einfach behauptet habe, dass das ja gar nicht so da steht, wie alle immer denken, hat mir dann eher verwirrte Blicke eingebracht als die gewünschte Diskussion.

Wir hören ja oft, Gott wolle vor allem unser Herz erreichen. Und die wichtigste und schwerste Strecke seien die 30 Zentimeter vom Kopf zum Herzen. Habt ihr unterschwellig manchmal ein schlechtes Gewissen, dass der Verstand bei euch eine so große Rolle spielt?

Tabea: Nein. Denn Kopf und Herz können einander ja auch wunderbar ergänzen. Wenn ich das Wort Gottes lese, darin tiefer grabe und es immer mehr verstehe, dann kann ich daraus viel für mein Leben mitnehmen und daraus weise werden. Und so spricht Gott darüber auch zu meinem Herzen.

Miriam: Die Bibel sagt ja selbst, dass wir Gott mit ganzem Herzen und ganzem Verstand lieben sollen. Ich finde nicht, dass sich das gegenseitig ausschließt. Und es ist ja auch nicht so, als würde Gott nie auch mein Herz berühren. Solche emotionalen Momente gibt es natürlich auch. Mein zweiter Zugang zu Gott ist Lobpreis. Da geht es eher nicht über den Verstand, sondern ergänzt sich wunderbar. Wenn ich aber immer nur darauf bauen würde, einen emotionalen Herz-Moment mit Gott zu erleben, käme ich nicht weit, denn das ist im Alltag eher die Seltenheit.

Bibel lesen und Lobpreis sind demnach Wege, um Kopf und Herz in Balance zu halten. Könntet ihr noch weitere Wege nennen?

Miriam: Ich finde nicht, dass da was ausgeglichen werden muss. Einen intellektuellen Zugang zu Gott muss man doch nicht mit was anderem ausgleichen. Das würde ja bedeuten, dass dieser Zugang weniger wert wäre als andere. Vielleicht hab ich das mit dem Lobpreis nicht richtig rüber gebracht. Ich meinte damit nicht, dass diese Ergänzung notwendig wäre. Es ist einfach bei mir so, dass ich beide Zugänge habe, und während der eine verstandesmäßig ist, ist der andere halt eher emotional. Aber das heißt nicht, dass jeder Verstandesmensch jetzt dringend noch einen emotionalen Zugang braucht.

Tabea: Mir geht es ähnlich. Ich will auch nicht zu sehr den Verstand gegen das Herz aufwiegen, sondern finde, dass sich eben beides gut ergänzen kann. Das ist ein Gegensatz, den ich gar nicht aufreißen will.

Ich finde es total spannend, wenn ich in Bibeltexten Muster entdecke.

Tabea Tacke

Vorhin war von Aha-Momenten beim Bibellesen die Rede. Was war für euch mal so eine verblüffende Beobachtung oder Erkenntnis an der Bibel, die euch beeindruckt oder geprägt hat?

Tabea: Ich finde es total spannend, wenn ich in Bibeltexten Muster entdecke. Schon ganz am Anfang in der Bibel, in der Urgeschichte, lassen sich zum Beispiel parallele Strukturen im Aufbau der Kapitel erkennen. Dadurch zeigen sich erste typische Verhaltensmuster des Menschen und gleichzeitig grundlegende Charaktereigenschaften Gottes: Der Mensch wird als Ebenbild Gottes erschaffen und als „sehr gut“ bezeichnet, und dann will er dauernd doch nur seinen eigenen Weg gehen und selbst sein wie Gott. Er verlässt immer wieder, im Großen und im Kleinen, die Gemeinschaft mit Gott. Doch immer und immer wieder bleibt Gott in Beziehung mit den Menschen.

Ein anderes Beispiel für solche Muster findet sich im Richterbuch. Hier wiederholt sich die Geschichte immer wieder: Die Israeliten vergessen Gott und beten fremde Götter an. Und wenn sie dann angegriffen werden, flehen sie Gott um Hilfe an. Ein Richter führt und befreit das Volk Israel. Doch ist der Richter erst gestorben, geht der Kreislauf wieder von vorne los. Auch hier sieht man, dass der Mensch so schnell vergisst und eher auf seine Angst hört, anstatt auf Gott zu vertrauen – und dass Gott immer in Hörweite ist und sich erbarmt.

Aber auch im Kleinen sind solche Muster zu entdecken. So erlebt Isaak teilweise die gleichen Situationen wie sein Vater Abraham zuvor.

Immer, wenn man in der Bibel also ein Déjà-vu hat und sich die Geschichte scheinbar wiederholt, wird es nicht langweilig – wie man vielleicht denken könnte –, sondern gerade spannend. Denn dann muss man genau hinschauen auf die großen und kleinen Zusammenhänge, die Bedeutung haben.

Miriam: Für mich war ein absoluter Augenöffner, die Aussage „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ in einem neuen Licht zu sehen. Für unsere heutigen Ohren klingt das ja schon stark nach Rachegelüsten, und das können wir nach der Bergpredigt natürlich auch gar nicht mehr gutheißen. Aber zu alttestamentlicher Zeit war das im Verhältnis zur sonstigen Gesetzgebung im Alten Vorderen Orient eine völlige Neuerung: dass man Unrecht nicht mit größerem Unrecht vergelten soll, frei nach dem Motto „Du hast meine Kuh geklaut, dafür zerstöre ich deinen ganzen Besitz“. Wenn man schon Rache übt, dann soll nur Gleiches mit Gleichem vergolten werden, eben Auge um Auge, nicht den ganzen Körper für ein Auge. Für mich war die Erkenntnis, dass es immer auf die Perspektive ankommt, mit der ich auf einen Bibeltext schaue. Was bringe ich mit an Vorgedanken, eigenem Weltbild oder Prägung?

Hast du noch mehr Entdeckungen, von denen du erzählen kannst?

Miriam: Aber ja. Aha-Momente hab ich auch erlebt, als ich mich für meine Abschlussarbeit im Theologiestudium mit den Opfergesetzen aus dem 3. Buch Mose beschäftigt habe. Besonders spannend fand ich da „den Geruch der Beruhigung“. Erst mal klingt das danach, dass Gott durch die Opfer besänftigt werden müsste – was in der damaligen Vorstellung von Göttern durchaus normal gewesen wäre. Meines Erachtens liegt der Fokus hier aber darauf, dass Gott der wirklich Lebendige ist. Im Gegensatz zu den von Menschen gemachten Göttern kann dieser tatsächlich riechen. In Psalm 115 heißt es zum Beispiel, dass die Götzenbilder Ohren haben, aber nicht hören können, oder eben Nasen haben, aber nicht riechen können. Solche „anthropomorphen“ Beschreibungen von Gott machen ihn nicht klein und weniger göttlich, sondern zeigen, dass er sich aus von Göttern der damaligen Zeit abhebt. Er hat Eigenschaften eines lebendigen Wesens, die diesen fehlen.

Außerdem lässt sich in dem „Geruch der Beruhigung“ auch der Aspekt der Ruhe finden. Die Ruhe Gottes nach der Schöpfung ist ein Idealzustand gewesen, der zerstört wurde. Die Opfer sind ein Weg Gottes, die Beziehung zum Menschen wiederherzustellen und gemeinsam wieder in diese Ruhe einzutreten. Neben vielem anderen hat das mein Verständnis vom Opferkult und auch vom Alten Testament grundlegend verändert.

Ich mag das Alte Testament so gerne! Hier kann ich zu den Wurzeln zurückgehen und verstehen, wo wir herkommen und wer wir sind.

Tabea Tacke

Interessanterweise habt ihr beide Beispiele aus dem Alten Testament genannt. Habt ihr eine besondere Affinität dazu? Und wenn ja, was reizt euch am Alten Testament, das man vielleicht im Neuen so nicht findet?

Tabea: O ja, ich mag das Alte Testament so gerne! Hier kann ich zu den Wurzeln zurückgehen und verstehen, wo wir herkommen und wer wir sind – wir als Menschheit allgemein, aber auch wir als Christen. Denn auch Jesus und seine Anhänger haben das Alte Testament gelesen. Ohne das Alte Testament ist das Neue nicht zu verstehen.

Und ich liebe einfach gute Geschichten, bei denen man eine Person begleitet und ihren Weg mit Gott ein Stück mitgeht. Und davon gibt es viele im Alten Testament!

Miriam: Ja, das hast du gut erkannt, ich liebe das Alte Testament auch. Wegen der Geschichten von ganz normalen Menschen, die mit Gott etwas erleben und mit denen Gott Geschichte schreibt. Aber auch weil ich diese hebräische Schreibart mag, poetisch und kunstvoll gestaltet. Da sind es dann wieder die Strukturen und wiederkehrenden Muster, von denen wir es schon gesprochen haben. Oder dass in den Geschichten nicht einfach plump eine Aussage über eine Person gemacht wird, sondern dass ihr Charakter eben durch die Art wie sie handelt und beschrieben wird, deutlich gemacht wird. Und mich begeistert, wie viel ich über Gottes Wesen im Alten Testament lernen kann, zum Beispiel darüber, wie leidenschaftlich er ist.

Mir geht das Thema mit Kopf und Herz irgendwie noch nach. Mein Dozent für Altes Testament hat immer gesagt, dass Kopf und Herz im hebräischen Denken eins sind. Das Herz ist eben auch schon der Sitz unserer Vernunft, da wo wir Entscheidungen treffen, und ebenso der Ursprung unserer Wünsche und Emotionen. Wenn wir heute sagen, dass Dinge „vom Kopf ins Herz rutschen müssen“, ist dann das eine Vorstellung, die in der Bibel so nicht vorgesehen ist. Das hat mich stark geprägt und deswegen kann ich Kopf und Herz nicht so richtig voneinander trennen.

Wenn ich sage, dass ich einen verstandesmäßigen Zugang zur Bibel habe, heißt das nicht, dass ich beim Entdecken stehen bleibe. Was ich beim Lesen entdecke, macht immer auch etwas mit mir persönlich, zum Beispiel mit meinem Gottesbild. Aber der Weg dorthin ist etwas anders als bei Menschen, die etwa den Zugang des Gebets haben oder Gott besonders darin begegnen, dass sie anderen dienen.

Ich greife gern zu Kommentaren oder Studienbibeln mit Sprachschlüssel oder auch Bibellexika.

Miriam Seeger

Danke für diese Klärung! Etwas Neues beim Lesen in der Bibel entdecken, davon haben wir schon gesprochen. Es ist faszinierend, Strukturen und Muster zu erkennen. Wie kann ich mich denn auf diese Art an Gottes Wort annähern, wenn ich kein Hebräisch kann?

Miriam: Zum Glück gibt es schlaue Leute, die das sehr gut können und Bücher über so was schreiben, was es da alles zu entdecken gibt. Ich habe zum Beispiel aus dem Buch von Julius Steinberg über die Schöpfung und die Zehn Gebote viel gelernt. Ich greife auch gern zu Kommentaren oder Studienbibeln mit Sprachschlüssel oder auch Bibellexika.

Außerdem lassen sich viele Muster auch ohne Sprachkenntnisse erkennen. In der Josefsgeschichte wiederholen sich laufend die Themen „Getreide“, „Träume“ und „Kleidung“. Dafür muss man gar nicht Hebräisch können, sondern nur darauf achten, wo das alles vorkommt.

Tabea: Genau aus diesem Grund haben Miriam und ich die Bibellesereihe „wortweise“ konzipiert und gestartet, wo unter anderem solche großen Zusammenhänge und Strukturen aufgezeigt werden. Damit man solche Sachen in Bibeltexten selbst entdecken kann, die einem sonst nicht aufgefallen wären – oder die man einfach nicht weiß, weil einem dafür die Sprachkenntnisse fehlen. Es ist ja doch sehr mühsam, für einen einzelnen Bibeltext sämtliche Kommentare und Lexika zu wälzen, um so etwas herauszufinden. Gerade im Alltag schafft man das nicht wirklich. Für das Bibellesebuch zum 1. Buch Mose haben wir dafür in ganz vielen solcher Bücher, Kommentare und Lexika gelesen, Bibelübersetzungen verglichen und hebräische Begriffe recherchiert.

Miriam: Und übrigens, beim BibleProject machen die auch so Videos mit Wortstudien, das ist natürlich auch cool, wenn man kein Hebräisch kann.

Abgesehen von solchen Textbeobachtungen: Wenn Gottes Wort euch immer wieder über den Verstand erreicht, was ist eure Erfahrung – wie viel Mal müsst ihr etwas „hören“, bevor wirklich eine Sichtweise verändert oder euer Verhalten beeinflusst wird? Gleich beim ersten Mal?

Miriam: Ich denke, das ist ganz unterschiedlich. Manche Erkenntnisse sind so bahnbrechend oder auch so befreiend, dass sie sofort hängen bleiben. Vieles andere braucht aber seine Zeit, bis ich es wirklich verinnerlicht habe. Manchmal fühlt es sich auch so an, als würde plötzlich ein völlig neuer Bereich in meinem Gottesbild freigeschaltet. Und da sind es dann meistens viele kleine Dinge, die plötzlich gemeinsam ein neues großes Ganzes ergeben.

Tabea: Ja, das ist bei mir genauso. Aber selbst wenn manch ein Gedanke bei mir sofort hängen bleibt, heißt das nicht, dass sich dann sofort etwas in meinem Leben ändert. Es braucht viel länger, dass ich etwas in meinem Verhalten oder Denken immer wieder ändere, bis es zur Gewohnheit wird und in meinem Leben sichtbare Auswirkungen hat.

Gott über den Weg des Verstandes zu begegnen – habt ihr ein biblisches Beispiel für jemanden, dem das so ging? Einen biblischen „Hero“ für diese Thematik?

Tabea: Ich mag Nikodemus in der Hinsicht total gerne. Er war zwar selbst ein Lehrer, wusste aber, dass er von Jesus noch mehr lernen konnte. Deswegen wollte er mit Jesus sprechen, ganz ungestört, um Antworten auf seine Fragen zu bekommen. Als Jesus sagte, dass man von Neuem geboren werden muss, scheute er sich nicht nachzufragen – er wollte es wirklich verstehen. Und ehrlich gesagt, bin ich Nikodemus ganz dankbar dafür, denn so einfach finde ich die Sache auch nicht. Nikodemus hatte als Pharisäer ja sein ganzes Leben lang etwas anderes gelernt und geglaubt. Umso erstaunlicher finde ich es, dass er bereit ist, dass Jesus all das umkrempelt. Diese Ergebnisoffenheit mag ich bei Nikodemus sehr. Und wünsche mir gern selbst mehr davon.

Miriam: Ich musste spontan an Josua denken. Ihm hat Gott gesagt, dass er Tag und Nacht über das Gesetz nachsinnen soll. „Tag und Nacht“ finde ich jetzt irgendwie auch ein bisschen viel. Aber mir gefällt die Vorstellung, dass Josua immer wieder über Dinge nachgedacht hat. Dass ihn Themen einfach nicht losgelassen haben und er vielleicht sogar richtig ins Grübeln geraten ist.

Ein verstandesmäßiger Zugang ist genauso viel wert wie jeder andere. Versuch nicht etwas zu sein, was du nicht bist.

Miriam Seeger

Vermutlich geht es anderen Menschen auch so wie euch, dass der Zugang zur Bibel primär über den Verstand läuft. Was wären eure drei Tipps oder Impulse oder Weisheiten, die ihr diesen Menschen für ihren Weg mit Gottes Wort weitergeben möchtet?

Miriam: Tabea und ich haben uns kurz dazu ausgetauscht, und das sind unsere gemeinsamen drei Tipps:

1. Vergleiche deinen persönlichen Zugang zur Bibel und zu Gott nicht mit den Zugängen von anderen. Wenn du über den Verstand funktionierst, dann genieße es einfach, Gott darin zu begegnen. Ein verstandesmäßiger Zugang zur Bibel ist genauso viel wert wie jeder andere. Versuch nicht etwas zu sein, was du nicht bist.

Tabea: 2. Wenn dich etwas so richtig packt, wenn dich ein Thema interessiert oder du eine Sache wirklich von Grund auf verstehen willst – dann gehe dem nach. Grabe tiefer. Suche so lange, bis du eine Antwort gefunden hast. Lies Bücher dazu, schaue Videos, höre Podcasts. Alles, was deinen Wissensdurst stillt.

Miriam: 3. Such dir Verbündete, mit denen du dich austauschen kannst. Wir haben beim Schreiben des Buches selbst gemerkt, wie cool es ist, wenn man sich gemeinsam über Entdeckungen freuen kann.

Und was wären eure drei Tipps für diejenigen, die andere Zugänge zur Bibel haben, vielleicht eher emotional oder künstlerisch oder …?

Miriam: Eigentlich kann man die gleichen Tipps auch für alle geben. Also 1.: Vergleiche deinen Zugang nicht mit dem von anderen. Ich kenne das auch von mir, dass ich mir manchmal denke, dass ich einen bestimmten Zugang gerne hätte. Habe ich aber halt nicht. Da kann ich mich jetzt drüber ärgern – oder aber ich feiere den Zugang, den ich schon habe, und suche nach Wegen, diesen zu intensivieren.

Tabea: Auch den zweiten Tipp kann man gut auf andere Zugänge übertragen. Wenn du merkst, dass dich etwas so richtig begeistert oder bewegt und du darüber einen guten Zugang zu Gott hast, dann geh dem nach. Zum Beispiel mit Bible Art Journaling oder durch Gedichte schreiben oder indem du Gott in der Musik begegnest.

Miriam: Und auch für jeden anderen Zugang gilt: Such dir Verbündete (also unser Tipp Nr. 3). Es macht so viel Spaß, gemeinsam Gott zu begegnen.

Tiefer zu durchdenken heißt tiefer zu graben. Und je tiefer man gräbt, desto mehr Schätze kann man dabei finden.

Tabea Tacke

Das waren jetzt Tipps für Menschen, bei denen der verstandesmäßige Zugang zur Bibel nicht die oberste Priorität ist. Bei euch ist das ja anders. Was würdet ihr „Kognitiven“ euch wünschen im Umgang mit euch?

Miriam: Auch wenn ihr vielleicht gar nicht verstehen könnt, was uns so begeistert – hört uns einfach zu, wenn wir von neuen Erkenntnissen erzählen wollen, und freut euch mit uns. Zeigt ehrliches Interesse an unserer Art, die Bibel zu entdecken, auch wenn ihr selbst damit nichts anfangen könnt. Und wenn wir diskutieren wollen: Denkt nicht immer sofort, wir würden die komplette Bibel in Frage stellen wollen. In der Diskussion und im Hinterfragen festigt sich unser Gottesbild.

Tabea: Und trotzdem können wir vielleicht auch Gemeinsamkeiten entdecken und darin zusammen Gott begegnen. Und in den Unterschieden erleben, dass die verschiedenen Zugänge einander auch ergänzen und bereichern können.

Nun habt ihr noch Gelegenheit für ein kurzes Schlusswort, was das Geniale daran ist, Gottes Wort tief(er) zu durchdenken.

Tabea: Tiefer zu durchdenken heißt tiefer zu graben. Und je tiefer man gräbt, desto mehr Schätze kann man dabei finden.

Miriam: Das könnte ich nicht besser sagen, dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Vielen Dank für dieses Interview!

Die Fragen stellte Dr. Ulrich Wendel. Das Interview fand nicht live statt, sondern über einen Zeitraum von einigen Wochen in einem Gruppenchat. Wir haben das Gespräch für Jesus.de gekürzt.

Miriam Seeger und Tabea Tacke haben aus ihrem persönlichen Anliegen eine Bibellesereihe gemacht: WORTWEISE erscheint im Verlag R.Brockhaus, der wie Jesus.de zur Stiftung Christliche Medien gehört. Miriam Seeger hat Theologie an der Biblisch-Theologischen Akademie Wiedenest studiert und ist Redakteurin für die Kindergottesdienst-Materialien des SCM Bundes-Verlags. Tabea Tacke hat Christliche Studien, Literatur und Medienpraxis studiert und ist Programmleiterin für den Bereich Bibel und Theologie bei SCM R.Brockhaus.



WORTWEISE ist eine modernes Bibellesebuchreihe, die Studienbibel und Andachtsbuch miteinander kombiniert.

>> Leseprobe (PDF)

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2 Kommentare

  1. Finde die Bibel sehr interessant, gehe eher gefühlsmäßig an die Bibel heran, auch wenn ich das Herausfinden von Details ganz spannend finde.

  2. Ich bin begeistert und fühle mich den beiden so nah! Endlich , nach 44 Jahren bewusstem Christsein, gibt es jemanden, der genau wie ich eher verstandesgemäß an die Bibel und Gott und doch mit ganzem Herzen rangeht Danke!
    Könnt ihr mir ein Probeheft von wortweise zusenden? Danke und Gott befohlen, Birgit

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