Im Iran sitzen acht protestantische Christen aus der Millionenstadt Schiras seit dem 16. Juli in Haft. Ein Gericht hatte sie wegen "Aktionen gegen die nationale Sicherheit" und "Propaganda gegen die soziale Ordnung" zu Freiheitsstrafen von einem bis zu sechs Jahren verurteilt.

Wie die Organisation "Christian Solidarity Worldwide" (CSW) mitteilt, waren sieben der Angeklagten bereits am 12. Oktober vergangenen Jahres in einer Wohnung in Schiras festgenommen worden, in der sich Gläubige zum Gebet versammelt hatten. Die Verhafteten waren zunächst gegen Kaution wieder freigelassen worden.

Der Nationalrat der iranischen Kirchen bezeichnete das Urteil als "vollkommen unbegründet". "In Übereinstimmung mit dem Evangelium ist die Kirche unpolitisch. Während jeder Christ dazu berechtigt ist, eine individuelle politische Meinung zu haben, ist es die Kirche nicht. Dennoch werden wir als treue Bürger weiterhin für unsere Führung sowie für Frieden und die Aussöhnung unseres Landes beten."