Polen 1941: Zosia kann während der Besatzung der Deutschen in ihrer Wohnung bleiben – nicht so ihre jüdischen Nachbarn, die in das Krakauer Ghetto umgesiedelt werden. Als sich die Chance ergibt, nimmt Zosia Arbeit in der Apotheke im Ghetto an. Schon bald sind sie mittendrin in Leid und Elend und stehen immer wieder vor der Frage: Wie verhalten wir uns?
Amanda Barratt schildert einfühlsam und doch schonungslos ehrlich, wie es damals im Ghetto zugegangen sein muss. Dieses Buch nimmt einen tief in das Leben der jüdischen Polen hinein. Es lässt sich trotz des schweren Themas richtig gut lesen – Amanda Barratt hat einen tollen Schreibstil.
Außerdem zeigt sie auf, was letztlich wirklich zählt. Nämlich Mut und Menschlichkeit, Gottvertrauen und Hoffnung. Es ist bewundernswert, wie Menschen, denen nahezu nichts geblieben ist, dennoch füreinander einstehen und aneinander festhalten.
Die Figuren sind gut dargestellt. Man fiebert mit ihnen mit, ist mit ihnen gemeinsam erschüttert, traurig oder entsetzt. Dieses Buch hat mich mehr als nur einmal zu Tränen gerührt. Auch nach der Lektüre haben mich ihre Schicksale und Entscheidungen noch begleitet.
Von Naomi Dietrich
