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Afghanistan: Taliban legalisieren Gewalt gegen Frauen und Kinder

Ein neues Taliban-Gesetz erklärt Gewalt gegen Frauen zur Privatsache. Die UNO spricht von einem „Friedhof für Menschenrechte“.

Wie die Vereinten Nationen und zahlreiche Medien übereinstimmend berichten, haben die Taliban Anfang des Jahres ein neues Gesetz (Englisch) verabschiedet, das „korrigierende Strafen“ durch Ehemänner oder religiöse Autoritäten erlaubt. In 119 Artikeln wird geregelt, wer bei vermeintlichen religiösen Vergehen Strafen verhängen darf. Selbst schwere Gewalt gegen Frauen führt demnach nur zu minimalen Konsequenzen – etwa 15 Tage Gefängnis bei Knochenbrüchen.

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Menschenrechtsorganisationen und Expertinnen warnen vor dramatischen Folgen. Die afghanische Politikerin Fawzia Koofi sagte gegenüber der spanischen Zeitung El País: „Wie kann eine Frau ihren Mann anzeigen, wenn er nach 15 Tagen zurückkehrt und ihr Leben bedroht?“ Das neue Gesetz gebe Ehemännern die Möglichkeit, ihre Frauen legal zu foltern. Zum Vergleich: Lässt ein Mann Tiere gegeneinander kämpfen, drohen fünf Monate Gefängnis.

Das neue Gesetz enthält weitere drastische Bestimmungen. Wer tanzt oder bei einem Tanz zuschaut, muss mit zwei Monaten Gefängnis rechnen. Fällt eine Frau vom Islam ab, soll sie auf „unbestimmte Zeit“ inhaftiert werden und alle drei Tage zehn Peitschenhiebe erhalten, damit sie zum Islam zurückkehrt.

Haft und Peitschenhiebe

Das Gesetz sieht zudem harte Strafen für jede Form von Opposition vor. Beleidigungen gegen Taliban-Führer Hibatullah Akhundzada sollen mit Haft und Peitschenhieben geahndet werden. Menschen, die als „schädlich für die Gesellschaft“ gelten – darunter homosexuelle Menschen – droht die Todesstrafe. Uno-Menschenrechtskommissar Volker Türk warnte in Genf, Afghanistan sei zu einem „Friedhof für Menschenrechte“ geworden.

Seit der Rückkehr der Taliban vor fünf Jahren seien Frauen zunehmend vom Arbeitsmarkt und von Bildung ausgeschlossen, berichtet UN Women. Vor der Machtübernahme durch die Taliban im Jahr 2021 hätten Frauen theoretisch für das Präsidentenamt kandidieren können. Mittlerweile sei ihnen öffentliches Auftreten quasi komplett untersagt. Rund 78 Prozent der afghanischen Frauen könnten weder zur Schule gehen, noch eine Ausbildung machen oder arbeiten.

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Weiterlesen: Frauen zu schlagen, ist in Afghanistan gestattet, solange es keine offenen Wunden gibt (SPIEGEL.de)

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9 Kommentare

  1. Für echte Christen MUSS bestimmend sein, Gott und die Menschen zu lieben!!!
    Eine Vergewaltigung in der Ehe hat nichts mit Liebe zu tun!!!
    „Ihr Männer, liebt eure Frauen, so wie auch Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie dahingegeben hat.“ (Epheser 5:25)

    Liebe Grüße
    Aku

    • Was ich dabei nicht verstehe.

      Ich würde da noch deutlich weiter gehen als du: Es sollte nicht nur echten Christen sondern jeden Menschrn klar sein, dass man eine Frau nicht mit Gewalt zum Sex zwingen darf. Niemals!

      Dass aber dennoch bis in die 90er und sogar bis heute gerade viele oft konservative Männer das anders sehen.

      Das entzieht sich meinem Verständnis. Wie kann man solche Einstellung haben?

      • Tatsächlich wollte ich fast von allen Menschen bzw. Männern, die hier deutlich mehr zu den Tätern als zu den Opfern zählen, schreiben.
        Aber aufgrund des Kontextes (z.B. Jesus.de, Peters Beitrag, Cheys Beitrag, Islamisten usw. ) habe ich über die christliche Seite geschrieben.

        Liebe Grüße
        Aku

  2. Hallo!
    Da es in der Ehe keine Vergewaltigung gibt, kann dies auch nicht strafbar sein – gilt für beide Seiten.
    Gruß,
    Peter

    • Vergewaltigung in der Ehe ist in Deutschland strafbar. 1997 wurde zu diesem Zweck das Wort „außerehelich“ aus dem betreffenden Paragrafen (§ 177 StGB) gestrichen. Der Paragraf wurde 2016 durch das „Nein heißt Nein“-Prinzip sogar noch verschärft. MfG, das JDE-Team

    • Da bist du dann ja mit den Taliban einer Meinung. Sag ich ja, dass wir in Deutschland davon nicht so weit weg sind.

      Zu deinem Rechtsirrtum hat dir die Redaktion schon geantwortet.

      1997 stimmten etwas mehr als 100 vor allem männliche CDU-Abgeordnete gegen die Strafbarkeit. Einschließlich eines gewissen Herrn Merz. Der Rest stimmte im Sinne der Frauen, des Anstandes und der Vernunft.

      • Diese Haltung gegen Gewalt ist eine Schande

        Liebe Chey, dass die restlichen Abgeordneten gegen die Strafbarkeit für eine Vergewaltigung in der Ehe im Bundestag gestimmt haben, also fast eher Hunderte, hat mich als Faktum gerade beim Lesen schockiert. Ich habe dies immer schon für Gewalt gehalten, auch wenn es möglicherweise vom Gesetzgeber nicht immer so gemeint war. Ich kann mir nicht vorstellen, was in den Köpfen solcher Leute dabei vorgeht. Dass Frauen keine Seele haben, wurde noch im Mittelalter ebenso diskutiert und ich frage mich, ob da ein Martin Luther nichts oder nichts deutliches dazu vermerkte. Es wäre bei Schwulenhass und -ablehnung zumindest noch nachvollziehbar, weil in der Antike diese Leute auch Orgien veranstalteten, auch in destruktiven Kulten, wurde dies noch in der Neuzeit als Sünde betrachtet. Heute mit dem doch biologisch-medizinische Wissen, oder auch über die Tierwelt, kann man dies nicht mehr schönreden und damit so vielleicht sogar deutlich absichtliches Verschweigen entschuldigen Damit wurden Jahrtausende Menschen regelrecht sozial geächtet. Es gibt fast keine größere Lieblosigkeit. Eigentlich grenzt dies bereits an ein Verbrechen. Problematisch sind daher fast immer legalistische Normen und Werte, die durch nichts als richtig zu rechtfertigen und begründet sind. Wenn wir alles an der Liebe Gottes messen, erhält auch die Ethik einen realen Maßstab. Ohne die Liebe ist alles nichts. In dem Fall schlage ich vor, einen solchen Menschen kennen zu lernen, dabei bleiben höchstens die eigenen Gefühle übrig als schmutzige Gedanken. Schon 1970 haben nicht wenige katholische Amtsträger bzw. Ev. Pfarrer betont, die Kirche gehe nichts an was die BürgerInnen zuhause in ihren Betten treiben. Es ist nicht nur wunderbarer Nachtschlaf.

        • > Es wäre bei Schwulenhass und -ablehnung zumindest noch nachvollziehbar, weil in der Antike diese Leute auch Orgien veranstalteten, auc

          Es ist jetzt das 2. Mal, dass du das behauptest. Den von mir geforderten Nachweis, dass das mehr war als auch bei Heterosexuellen in der Antike bleibst du bisher schuldig.

          Unbelegt durch seriöse Quelle ist das schwulenfeindliche Hetze.

  3. Das ist schlimm. Aber so lange ist es bei uns in Deutschland auch noch nicht viel anders.

    Bis 1997 war eine Vergewaltigung in der Ehe nicht als Vergewaltigung strafbar. Und erst ab 2002 ist Gewalt gegenüber dem Eheoartner mehr als ein nur selten bestraftes Kavaliersdelikt.

    Ich weiß nicht, wie 1997 und 2002 die Positionen der verschiedenen Kirchen in Deutschland dazu waren.

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