Er warf Gesangsbücher in die Gebetskerzen: In Niederösterreich wurde ein Mann wegen Brandstiftung festgenommen.
Am Samstagmittag löschte die Freiwillige Feuerwehr in Bruck an der Leitha (Österreich) einen Kirchenbrand. Dies teilte die Landespolizeidirektion Niederösterreich mit. Der Pfarrer und einige Passanten berichteten demnach, der Beschuldigte habe in der Nebenkapelle der Kirche „Zeitschriften und mehrere Gebets- und Gesangsbücher in die brennenden Gebetskerzen geworfen, um ein Feuer entstehen zu lassen.“ Den Kerzenständer habe er anschließend mit dem Fuß umgetreten. Das auslaufende Kerzenöl habe den Brandherd vergrößert.
Dem anwesenden Pfarrer und einem Passanten sei es nicht gelungen, das Feuer mit dem Feuerlöscher zu löschen. Sie alarmierten die Feuerwehr. Der 51-jährige Beschuldigte, der sich mit dem Pfarrer in polnischer Sprache verständigen konnte, habe angegeben, „dass er die Kirche anzünden wollte, weil ihm kalt war“.
Der Beschuldigte wurde von den Bediensteten der Polizeiinspektion Bruck an der Leitha vorläufig festgenommen, heißt es. Im Verhör, bei dem auch ein polnischer Dolmetscher anwesend war, habe er ein umfassendes Geständnis abgelegt. Im Anschluss sei er in eine Justizanstalt eingeliefert worden. Eine genaue Schadenssumme sei noch nicht bekannt.

Frömmigkeit kann narrenhaft daherkommen
Er warf Gesangsbücher in die Gebetskerzen: In Niederösterreich wurde ein Mann wegen Brandstiftung festgenommen. Am Samstagmittag löschte die Freiwillige Feuerwehr in Bruck an der Leitha (Österreich) einen Kirchenbrand. Diese Geschichte vom zündelnden Polen, weil es kalt ist (und die menschliche Gemeinschaft unvollkommen bleibt), liest sich wie eine Satire, in der es auch nichts zu lachen gibt. Niemand denke bitte falsch dabei schlussfolgernd, alle Nichtsesshafte, sämtliche Polen und global alle Atheisten steckten Kirchen an. Nun könnte ich ja (phantasievoll) denken, wäre ich so betroffen, dass ich trotz Gesangbücher und Gebetskirchen furchtbar friere, dann fälschlich hier behaupte, ich hätten diese Kirche absichtlich angesteckt. Leider bleibt diese Welt unvollkommen mit uns, denn wenn die Hälfte aller Erdbewohner die anderen Menschen der anderen Hälfe der Menschheit lieben würde – und diese zurück liebten – wären wir auf Erden alle furchtbar glücklich, es würden alle gewinnen. Gott hätte an keinem Kreuz sterben müssen, niemand im Krieg und keiner weil der auf der Straße lebt. Und ich würde den ersten Nichtsesshaften sofort mit nachhause nehmen, auch wenn er mich vielleicht bestehlen würde. Sind dies nur Ausreden? Ich glaube, dass wir alle uns schwer tun und extrem bescheiden an eigene Ideale annähern. Denn nur zu lieben würde uns niemals verarmen. Das Gute, welches wir (durchaus auch vernünftig) tun könnten, tun wir leider überhaupt nicht. Die Bergpredigt hat nur soviel Relevanz wie die Zeitung von gestern. Aber hier stelle ich mich als Erster in die Reihe der Selbstkritischen. Einer meiner Pfarrer verschenkte das nur bestehende zweite Paar seines ärmlichen Schuhbesitzes einfach an einen sogenannten „Tippelbruder“. Aber er hatte die gute Frau, die ihn sofort mit zwei neuen Schuhen versah. Originalaussage: „Sonst wäre er auch schuhlos gelaufen“!
Er trank gerne Kaffee mit armen Menschen in Notunterkünften und lehrte deren Kinder Glaubenswissen, weil sie nicht im Konfi-Unterricht waren. Es geht also durchaus, auch antizyklisch gegen Normen des normalen Verhaltens zu verstoßen und doch wenigstens einen Hauch Lob zu erhalten.
Aber er blieb auch stumm wie eine Versteinerung auf dem Sofa sitzen, bis ihm eine Familie endlich die erbetene Spende aushändigen wollte. Es ist also der offensichtlich sichtbare sogenannte Heilige niemals vollkommen. Dass jeder auch kleine oder größere Abgründe hat, wird stets wahr sein.