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Diakonie zieht Bilanz: Europäisches Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung geht zu Ende

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78 Millionen EU-Bürger gelten als arm. Das sind 16 Prozent der gesamten Bevölkerung. Um das Los der Benachteiligten zu verbessern, hatte die Europäische Union das Jahr 2010 zum "Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung" ausgerufen.

 Die Bundesregierung förderte das Kampagnenjahr mit zusätzlichen Mitteln. 40 ausgewählte Projekte gegen Armut erhielten bis zu 40.000 Euro – Initiativen von Sozialverbänden, Diakonie, Caritas, Arbeitsverwaltungen oder Stiftungen. Beworben hatten sich bundesweit über 840 Träger.

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Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz zieht jetzt Bilanz und stellt fest: Das Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung 2010 hat in keiner Weise zu den notwendigen strukturellen Änderungen bei der Armutsvermeidung und -bekämpfung geführt.

Die aktuelle Situation ist nach Ansicht der Direktorin des Werkes Susanne Kahl-Passoth noch fataler als zu Beginn des Jahres. Der Diakoniedirektorin ist es unerklärlich: „Warum fehlt der Gesellschaft die Empathie für die von Armut Betroffenen? Arme müssen sich permanent rechtfertigen, warum sie in diese Lage gekommen sind. Dagegen muss sich weder die Politik noch die Wirtschaft für ihr Handeln verantworten, obwohl sie zur wachsenden Armut beitragen.“ Armut ist ein Querschnittsthema, das sich nur durch eine strukturierte Sozialplanung, einem Netzwerk von freien Trägern und Politik zur Bekämpfung von Armut, zur Prävention planvoll bearbeiten lässt. Dazu gehört aber auch, so Susanne Kahl-Passoth weiter: „Die Beendigung der Diskriminierung von Arbeitssuchenden und die Bekämpfung des Niedriglohnsektors.“

Das mangelnde Bildung eine der Ursachen von Armut und Ausgrenzung in der Gesellschaft ist, ist eine Tatsache und so fordert das Diakonische Werk insbesondere hier die Ressourcen zu schaffen. Die Qualität der Bildungsangebote muss verbessert werden, z.B. durch die Erhöhung der Anzahl von ErzieherInnen und LehrerInnen in Bildungseinrichtungen.

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Die Diakoniedirektorin fordert: „Es muss weiterhin an Konzepten zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung gearbeitet werden. Das bürgerschaftliche Engagement muss auch in diesem Bereich gefördert werden. Es gibt zahlreiche gute Ideen, z.B. unterstützende Patenschaften für von Armut betroffene Kinder und Familien. 2011 ist gerade in Berlin Wahljahr. Lassen sie uns alle im Gespräch mit den Kandidatinnen und Kandidaten danach fragen, was sie zur Bekämpfung von Armut zu tun gedenken. Ich wünsche mir ein 2011 der Diskussion und neuer Konzepte – ohne Schuldzuweisungen – mit dem gemeinsamen gesellschaftlichen Ziel gegen Armut und Ausgrenzung.“

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