Die Bundespolizei FBI hat am Mittwoch (Ortszeit) sieben Mitglieder einer Splittergruppe der Glaubensgemeinschaft der Amischen festgenommen.
Die Verdächtigten aus dem Dorf Bergholz im US-Bundesstaat Ohio hätten Mitbrüdern und -schwestern bei mindestens vier nächtlichen Überfällen im September und Oktober gewaltsam Haare und Bärte abgeschnitten, hieß es. Damit sollten sie bestraft werden. Das FBI klassifizierte die Übergriffe als religiös motivierte Hassverbrechen.
Festgenommen wurden laut FBI Samuel Mullet, Anführer der Splittergruppe, seine Söhne Johnny, Daniel und Levi sowie drei weitere Mitglieder der Gruppe. Medienberichten sorgten die Attacken für große Unruhe bei den Amischen. Die rund 260.000 Amischen sind strikte Pazifisten, leben zurückgezogen und meiden den Staat und alles Moderne, vom Auto bis zum Fernsehapparat. Alle verheirateten Männer tragen Vollbart mit rasierter Oberlippe, die Frauen hochgestecktes langes Haar.
Mullet hatte sich laut Polizei anscheinend an Gläubigen rächen wollen, die seine Gruppe verlassen haben. Im Herbst sagte Mullet Reportern, die Bartattacken seien vollkommen in Ordnung, die Polizei solle sich nicht in religiöse Angelegenheiten einmischen. Er habe die Übergriffe aber nicht befohlen.
Fünf der sieben Festgenommenen waren bereits im Oktober von der örtlichen Polizei wegen Einbruchs in die Häuser der Opfer verhaftet worden. Sie wurden vorläufig auf freien Fuß gesetzt. Die neue Anklage «Hassverbrechen» wiegt schwer. Hassverbrechen könnten mit lebenslanger Haft bestraft werden, teilte das FBI mit.
(Quelle: epd)
