Der insolvente Augsburger Weltbild-Verlag ist der Übernahme durch die Düsseldorfer Droege-Gruppe ein gutes Stück näher gekommen. Weltbild und Droege unterzeichneten am Montag den Übernahmevertrag, wie Weltbild mitteilte.
Damit sei "ein wichtiger Meilenstein" zur Mehrheitsübernahme durch Droege erreicht worden. Das Beratungs- und Investmentunternehmen will 60 Prozent am bisher katholischen Weltbild-Konzern übernehmen. Die übrigen 40 Prozent soll Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz stellvertretend für die Weltbild-Gläubiger halten.
Um die Übernahme perfekt zu machen, müssten nun noch die Weltbild-Gläubiger, der Aufsichtsrat der Droege-Gruppe und das Bundeskartellamt zustimmen. Man gehe davon aus, dass dies "innerhalb weniger Wochen erfolgen kann", hieß es in der Mitteilung. Das 1988 gegründete Familienunternehmen Droege investiert nach eigenen Angaben in mittelständische Firmen in "speziellen Situationen". Derzeit ist Droege unter anderem am Personaldienstleister Trenkwalder beteiligt.
Mitte Juli hatte Insolvenzverwalter Geiwitz überraschend das Scheitern der Verhandlungen mit dem Münchner Finanzinvestor Paragon bekanntgegeben. Gleichzeitig präsentierte er die Droege-Gruppe als neuen Investor für den angeschlagenen Verlag.
Mit dem Einstieg von Droege soll Weltbild als Ganzes erhalten bleiben. Es soll aber bei der geplanten Schließung von mindestens 53 der insgesamt 220 Weltbild-Filialen bleiben. Über den Wegfall weiterer 20 Filialen wollen Weltbild und Droege verhandeln.
Auch einen weiteren Jobabbau soll es geben. Allerdings sollen nicht mehr als 50 Stellen zusätzlich wegfallen. Im April hatte Weltbild die Streichung von insgesamt 950 Stellen in der Zentrale und in den Weltbild-Filialen verkündet. Derzeit beschäftigt Weltbild am Standort Augsburg noch knapp 970 Arbeitnehmer, in den Filialen sind es noch rund 1.150.
Weltbild hatte Anfang Januar Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen gehörte bislang zwölf katholischen Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Soldatenseelsorge Berlin.
(Quelle: epd)
