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Jesus-Darsteller: „The Chosen hat mein Leben geprägt“

Der Schauspieler Jonathan Roumie spielt in der Serie „The Chosen“ die Rolle von Jesus Christus. Im Interview verrät er, welche Auswirkungen dies auf sein Leben hat.

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Die Serie „The Chosen“ erzählt das Leben Jesu auf der Grundlage der Evangelien nach. Das Format ist das bislang erfolgreichste Crowdfunding-Filmprojekt aller Zeiten: Bislang wurden die Folgen über 300 Millionen Mal angesehen und in mehr als 50 Sprachen übersetzt. Debora Kuder hat Hauptdarsteller Jonathan Roumie für die Zeitschrift DRAN interviewt.

Hallo Jonathan, „The Chosen“ bricht zurzeit sämtliche Rekorde. Was waren deine Erwartungen an das Projekt?
Jonathan Roumie: Die Reaktionen haben wirklich alles übertroffen, was wir uns vorgestellt hatten. Ich persönlich hatte keine Erwartungen – außer an mich selbst als Schauspieler: Ich wollte nicht dem im Weg stehen, was Gott durch meine Darstellung von Jesus und durch dieses Projekt vermitteln wollte. Dafür habe ich ständig gebetet.

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Die Serie wird auch unter dem Hashtag #Bingejesus vermarktet. Machen wir es uns damit nicht ein bisschen zu leicht? Einfach Jesus bingewatchen [Binge Watching steht für das Ansehen mehrerer Folgen einer Fernsehserie am Stück / Anmerkung der Redaktion], statt mühsam die Bibel zu studieren?
Wir haben erlebt, dass Gott „The Chosen“ dazu benutzt, um Menschen zu erreichen, die ihn sonst wahrscheinlich nicht gefunden hätten. #Bingejesus ist einfach ein Schlagwort, das auf eine Serie aufmerksam machen soll, die Menschen inspirieren und zu Gott rufen will. Unsere Kunst soll inspirieren – vielleicht ein bisschen so, wie das früher Gemälde getan haben. Die Serie hat viele tiefgreifende, herausfordernde Reaktionen hervorgerufen. Es hat mich und mein Leben geprägt, diese lebensverändernden Geschichten zu hören.

Selbstmord verhindert

Welche Geschichte hat dich besonders bewegt?
Ich habe zum Beispiel von jemandem gehört, der Selbstmord begehen wollte. Nachdem ihr jemand eine Folge von „The Chosen“ gezeigt hat, hat diese Person neue Hoffnung für ihr Leben gefunden. Wenn jemand sich gegen den Suizid entscheidet und jetzt eine Beziehung zu Christus hat, kann man das nur als göttliches Eingreifen bezeichnen.

Du warst selbst auch schon mal richtig am Boden. Was hat dir aufgeholfen, als du nicht wusstest, wo deine nächste Mahlzeit herkommt und ob du den Traum von der Schauspielerei aufgeben musst?
Das stimmt. Ich war an einem Punkt, an dem ich absolut verzweifelt und emotional, finanziell und geistlich am Ende war. Ich musste mich ganz auf Gott verlassen – einen anderen Weg, um aus diesem Dilemma herauszukommen, gab es für mich nicht. Damals habe ich mich neu auf Jesus ausgerichtet. Mein Leben ist seitdem nicht mehr dasselbe.

Ganz auf Gott verlassen

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Hast du dich mal gefragt, ob dich Gott nicht auch ohne diesen Tiefpunkt für die Rolle hätte gebrauchen können?
Gott wusste, dass er es bei mir mit einem starrköpfigen, unnachgiebigen und zutiefst fehlerhaften Menschen zu tun hatte. Er musste mich buchstäblich in die Knie zwingen, um meine Aufmerksamkeit zu erlangen und um mich zu dem Menschen werden zu lassen, den er gebrauchen konnte. Das war nötig, sonst hätte ich die Lektion der Übergabe nicht gelernt. An diesem Punkt geht es um die Frage, ob der Glaube, den man angeblich hat, wirklich trägt. Man kann sich nicht mehr auf sich selbst verlassen, sondern muss auf eine höhere Macht vertrauen.

Ich jedenfalls habe mich an diesem Punkt ganz auf Gott verlassen müssen und zu ihm gesagt: „Ich habe alles getan, was ich tun sollte, aber es hat nicht funktioniert. Du hast gesagt, ich soll dir meine Lasten übergeben, und das tue ich jetzt. Ich gebe dir mein Leben, jetzt übernimm du bitte.“ Und das hat er getan. Drei Monate später rief Dallas Jenkins an und bot mir an, Jesus in vier Episoden seiner Low-Budget-Serie mitzuspielen. Das waren drei Episoden mehr, als mir sonst bis dahin angeboten worden waren.

„Man kann sich nicht mehr auf sich selbst verlassen, sondern muss auf eine höhere Macht vertrauen.“

Wie bewusst war dir zu diesem Zeitpunkt, dass Jesus die Rolle deines Lebens sein könnte?
Ich hatte davor schon dreimal Jesus gespielt und mit Dallas Jenkins für seine Kurzfilme zusammengearbeitet. Wir hatten eine gute Beziehung zueinander. Und ich war einfach nur froh, in die Rolle dieser Person schlüpfen zu können, der ich mein Leben gewidmet habe, die ich liebe und die mein bester Freund ist. Selbst, wenn ich sonst nie etwas anderes gemacht hätte. Als Schauspieler ist man froh, wenn Leute sich überhaupt an das erinnern, was man künstlerisch beigetragen hat. Aber diese Figur übertrifft alles, was ich gemacht habe.

Wie hast du dich darauf vorbereitet, Jesus zu spielen?
Die Rolle von Jesus ist anders als jede andere Figur, die ich gespielt habe oder jemals spielen werde. Wenn ich Jesus spiele, bin ich ein anderer Mensch. Ich fühle mich anders. Dabei ziehe ich nicht einfach nur das Kostüm an und bin dann Jesus, oder lege das Kostüm ab und bin dann wieder ich selbst. Ich musste ein neuer Mensch werden. Jesus zu verkörpern und ihm näherzukommen bedeutet, die Bibel zu studieren und in sein Leben einzutauchen. Es bedeutet, mich selbst als Mensch herauszufordern und eine bessere Version von mir selbst zu sein.

Gerade in den Kämpfen ist Gott für uns da

Wie anstrengend ist es, sich als Jesus ständig von seiner besten Seite zeigen zu müssen?
Wenn man wie ich eine echte Umkehr des Herzens erlebt hat, passiert das einfach: Du hörst auf, Dinge zu wollen, die du früher wolltest. Oder hoffentlich weniger davon. Du weißt dann, wie das Leben in Gottes Nähe aussehen kann, und dass etwas zwischen dir und Gott liegt, wenn du sündigst oder Mist baust. Das fühlt sich einfach nicht mehr gut an. Natürlich habe ich immer noch mit den Versuchungen dieser Welt zu kämpfen. So wie jeder andere Mensch auf diesem Planeten auch. Das gehört einfach zum Leben dazu. Aber gerade in diesen Kämpfen ist Gott für uns da. Je mehr ich Christus entdecke, desto weniger will ich dahin zurück, wo ich mal war.

Du hast einen griechisch-orthodoxen und katholischen Hintergrund, Dallas Jenkins kommt aus der evangelikalen Szene. Gab es Dinge, die ihr unterschiedlich gesehen habt oder angegangen seid?
Wir sehen „The Chosen“ nicht als konfessionelles oder theologisches Produkt. Ich bezeichne es gern als historisches Drama. Auch „Bibelserie“ ist aus meiner Sicht schon ein belasteter Begriff. Wenn ich die Bibel nämlich anders auslege als du, wessen Bibelserie ist sie dann? Dallas Jenkins beschreibt „The Chosen“ als eine Serie, die Menschen den authentischen Jesus näherbringen soll.

Es geht in sieben Staffeln um das Leben eines Mannes, der zu hundert Prozent Mensch und zu hundert Prozent göttlich war. Wir beleuchten ihn im Kontext seines Lebens, in der Kultur, in der er aufwuchs, und mit den Menschen, die ihn vor allem in den letzten drei Jahren seines irdischen Lebens auf seiner Reise begleitet haben. Aus meiner Sicht spielen in dem Prozess unsere unterschiedlichen Konfessionen keine Rolle.

Natürlich fallen mir in einer Szene auch mal andere Dinge auf als Dallas, der die Szene geschrieben hat. Ich gehe an die Szene aber ebenso wenig aus einer katholischen Perspektive heran wie er von einer evangelikalen Warte. Das Schöne an „The Chosen“ ist ja, dass es ein wirklich ökumenisches Projekt ist. Gott hat es in die Hände von Künstlern und Filmemachern gelegt und Menschen auf der ganzen Welt sehen darin irgendwie dasselbe: Jesus. Darin sind wir uns alle einig. Für mich ist diese Einheit ein Vorbild für alle Kirchen.

Vielen Dank für das Gespräch!


Dieses Interview erschien im Magazin DRAN (Ausgabe 01/22). DRAN ist ein Produkt des Bundes-Verlags, zu dem auch Jesus.de gehört. Das passende Zeitschriften-Special zur Serie kommt aus der Nachbarredaktion lebenslust und berichtet wie die Serie von Menschen und ihren Erlebnissen mit Jesus. Mehr Informationen unter: www.bundes-verlag.net/chosen

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