Führende Kirchenvertreter in den USA haben die von republikanischen Politikern angestrebten Kürzungen im sozialen Bereich verurteilt.
Staatliche Sozialprogramme machten nur einen sehr kleinen Teil des Gesamthaushalts aus, erklärten die Kirchenvertreter am Dienstag (Ortszeit). Die Hilfen für arme Menschen seien nicht für das Haushaltsdefizit verantwortlich.
Die Republikaner stellen im US-Repräsentantenhaus nach ihrem Wahlerfolg im November die Mehrheit. Sie haben bereits für Kürzungen von 2,3 Milliarden Dollar bei der Wohnungsbeihilfe, von 1,75 Milliarden Dollar beim Job-Training und von 390 Millionen Dollar beim Heizgeldprogramm votiert.
Für das Haushaltsdefizit seien wesentlich «maßlose Erhöhungen des Militäretats» sowie «riesige» Steuererleichterungen verantwortlich, erklärten die Kirchenvertreter, darunter der leitende Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika, Mark Hanson, die leitende Bischöfin der Episkopalkirche, Katharine Jefferts Schori, und der Generalsekretär des ökumenischen Nationalen Kirchenrates, Michael Kinnamon.
Der Kongress habe Ende 2010 Steuererleichterungen für die Wohlhabendsten beschlossen, die das US-Defizit um 140 Milliarden Dollar erhöht hätten, sagte der im Kirchenrat für soziale Initiativen zuständige Michael Livingston. Da sei es «gewissenlos», den Ärmsten Mittel streichen zu wollen.
Der Sprecher des Repräsentantenhauses, der Republikaner John Boehner, hatte betont, dass Politiker eine moralische Verantwortung zum Abbau des Defizits hätten. Man dürfe Schulden nicht auf die nächste Generation abwälzen, so Boehner.
(Quelle: epd)
