Die Elektrohandelskette «MediaMarkt» (Ingolstadt) hat die Vorwürfe von Kirchen und Gläubigen gegen ihren Werbeslogan «Weihnachten wird unterm Baum entschieden!» zurückgewiesen.
Die Werbekampagne würdige keine religiösen Symbole, Glaubensinhalte oder das christliche Fest zu einem beliebigen Ereignis herab, sagte eine Sprecherin des Unternehmens am Mittwoch dem epd. Gegen den Slogan protestieren zahlreiche Christen vor allem im Internet.
Die Werbung entleere den Sinn des Weihnachtsfestes, kritisiert beispielsweise der badische evangelische Oberkirchenrat Matthias Kreplin. Bis Mittwochmittag hatten unterdessen fast 10.000 Menschen ihre Solidarität auf der Facebook-Seite «Weihnachten wird in der Krippe entschieden!» bekundet, wie der Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Katholischen Landjugendbewegung in Bayern, Heiko Tammena, bestätigte.
Der württembergische evangelische Rundfunkpfarrer Andreas Koch schreibt auf der Homepage der Landeskirche: «Geschmacklosigkeit hat immer noch Luft nach oben, und das durchaus auch im Advent». Der MediaMarkt-Slogan bringe ihn seit Tagen schon «auf hundertachtzig» und führe zusammen mit den entsprechenden Spots das Fest der Geburt Jesu komplett ad absurdum. «Heiligabend 2011 als widerliche Geschenkorgie im Kreis der Lieben: Ich fass‘ es nicht!», schreibt der Theologe.
In Südbaden hat der Diözesanvorsitzende des Familienbundes der Katholiken, Stephan Schwär, in seiner Gemeinde im südbadischen Wittnau (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) zu einem Boykott der Einzelhandelskette aufgerufen. «Ich wünsche mir, dass alle Christen in der Bundesrepublik sich diesem Aufruf anschließen und gegen die Werbung protestieren», sagt Schwär.
(Quelle: epd)
