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Muslimische Patienten: Wissen über den Islam hilft im Umgang

Der Mediziner und Philosoph Ilhan Ilkilic wirbt für mehr interkulturelle Kompetenz von Ärzten und Pflegern im Umgang mit muslimischen Patienten.

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Das Wissen um Traditionen, Fastengebote oder Schamverhalten helfe, Konflikte zu vermeiden, sagte Ilkilic am Samstag in Bonn. Dabei sei jedoch zu beachten, dass es nicht den einheitlichen muslimischen Patienten gebe. «Jeder Patient ist als Individuum wahrzunehmen und zu behandeln, nicht als Mitglied seiner sozialreligiösen Gruppe», sagte er bei einer Fachtagung der Evangelischen Akademie im Rheinland.

 Die Einhaltung religiöser Pflichten kann laut Ilkilic für praktizierende Muslime gesundheitliche Probleme verursachen. So scheine das Fastengebot im Monat Ramadan unvereinbar mit der Einnahme von Medikamenten. Grundsätzlich gelte im Islam jedoch, dass der Schutz des Lebens wichtiger sei als die Gebote, erklärte der Mediziner. Kranke, Schwangere und bestimmte andere Gruppen seien ausdrücklich vom Fasten ausgenommen.

 Ilkilic, ehemaliges Vorstandsmitglied der Türkisch-Islamischen Union, arbeitet am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Universität Mainz. Er rät Medizinern auch, muslimische Patienten darüber zu informieren, wenn Arzneien Alkohol oder Bestandteile vom Schwein enthalten.

 Auch über Krankenbesuche könnten Gespräche hilfreich sein. Da der Besuch von Kranken im Islam und in der orientalischen Kultur einen hohen Stellenwert habe, kämen oft sehr viele Verwandte und Bekannte. Um Störungen anderer zu vermeiden, sollte über zeitliche Limits oder ein Treffen in der Cafeteria gesprochen werden.
 Ein weiteres Problem im Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient kann Ilkilic zufolge die Sprache sein. Nicht jeder Bekannte sei als Dolmetscher geeignet, weil er nicht der Schweigepflicht unterliege oder wegen eines Autoritätskonflikts womöglich nicht alle Informationen weitergebe. Bei Untersuchungen empfänden es Muslime fast immer als Problem, wenn Personen anderen Geschlechts anwesend sind.
 Im Islam gilt Gesundheit laut Ilkilic als Gottesgabe. Körper und Gesundheit sind demnach dem Menschen als zu schützendes Gut anvertraut. «Der Muslim hat im Jenseits Rechenschaft abzulegen, wie er mit seinem Körper umgeht», erklärte er. In diesem Zusammenhang seien Muslime auch grundsätzlich zu Vorsorgemaßnahmen und Impfungen angehalten.

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(Quelle: epd)

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