Eine Gesetzesänderung verpflichtet in der Schweiz nun auch Geistliche zum Militärdienst. Die Kirchen fühlen sich übergangen.
Änderungen im Militärgesetz sorgen in der Schweiz für Kritik aus den Kirchen. Dies berichtet das Onlineportal ref.ch. Geistliche sind seit dem 1. Juni nicht mehr von der Wehrpflicht befreit. Damit entfällt eine langjährige Sonderregelung, die Pfarrern bislang den Dienst in der Armee ersparte. Besonders kritisch sehen Kirchenvertreter das Vorgehen im Vorfeld der Gesetzesänderung. Demnach seien weder Landeskirchen noch andere Glaubensgemeinschaften offiziell in das Verfahren einbezogen worden. Vertreter kirchlicher Organisationen sprechen davon, nur „auf Umwegen“ von den Änderungen erfahren zu haben. Für sie ist es „nicht nachvollziehbar“, dass sie keine Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten hätten.
Auch inhaltlich stößt die Neuregelung auf Widerspruch. Der Schweizer Bundesrat begründet die Abschaffung der Sonderregelung unter anderem mit gesellschaftlichen Veränderungen und sinkender Kirchenbindung. Kritiker halten dagegen, dass die Bedeutung seelsorgerlicher Arbeit gerade in Krisenzeiten hoch sei. Zudem warnen sie, dass zusätzlicher Militärdienst den ohnehin bestehenden Personalmangel in kirchlichen Berufen weiter verschärfen könnte.
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