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Kirchen in Deutschland und Europa brauchen neue Missionsbewegung

Der Generalsekretär der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) sieht die Kirchen in Deutschland und Europa in einer geistlichen Krise. Er wirbt für eine Rückkehr zur Mission.

Der Generalsekretär der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), Pfarrer Dr. Andar Parlindungan (Indonesien), sieht die Kirchen in Deutschland und Europa in einer geistlichen Krise. „Wo die Freude am Evangelium verloren geht, verliert die Kirche ihre Lebenskraft“, warnt er in seiner Auslegung zur Jahreslosung 2026 „Siehe, ich mache alles neu“ (Offenbarung 21,5). Während Gemeinden in Afrika und Asien wachsen, sei der Begriff „Mission“ in Europa stark belastet. Parlindungan fordert eine Rückkehr der Mission – nicht als koloniales Projekt, sondern als heilende, hörende und lernende Bewegung. „Das Evangelium kann nicht schweigen, wo Menschen herabgesetzt werden“, betont er.

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Die Kirche in Europa sei heute mehr denn je auf Stimmen aus Afrika, Asien und von People of Color angewiesen. Sie bringen eine Spiritualität ein, die von Hoffnung und gelebtem Glauben getragen ist. Parlindungan spricht von einer „spirituellen Rückgabe“ – einem ökumenischen Segen und sichtbaren Zeichen gegenseitiger Sendung. Erneuerung sei kein menschliches Projekt, sondern Gottes Werk, so der VEM-Generalsekretär. Aufgabe der Kirche sei es, diesem Neuen Raum zu geben und es glaubwürdig zu bezeugen.

Neben der Missions-Krise benennt Parlindungan weitere Herausforderungen der Gegenwart: wachsender Antisemitismus, Rassismus, rechtsextreme Ideologien, ökologische Zerstörung, sexualisierte Gewalt – auch in kirchlichen Kontexten – globale Kriege sowie die bis heute spürbaren Wunden kolonialer Geschichte. Gerade in diese Wirklichkeit hinein spreche Gottes Zusage: „Siehe, ich mache alles neu.“

Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) ist eine internationale Gemeinschaft mit 39 Mitgliedern, darunter 32 evangelische Kirchen in Afrika und Asien, sechs Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.

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6 Kommentare

  1. Das die Kirchen in Europa schwinden hat doch eben seinen Grund in eben diesen Kirchen.

    Wer kann denn noch guten Gewissens Kindesmissbrauch, Frauen-und Männermissbrauch, Machtmissbrauch, Verschwendung, Ausgrenzung von Frauen usw. wirklich mit tragen und finanzieren?

  2. Dem Heiligen Geist erlauben zu wehen

    Wir brauchen wirklich eine neue Missionsbewegung vor allem hier in Deutschland, während doch woanders die Kirchen, die sich durchaus auch geistig-geistlich und organisatorisch erneuern, dabei aber völlig neue Wege beschreiten. Wenn ich nichts verwechsle, wurden in einem Jahr auch in Großbritanien 11.000 neue Kirchengemeinden gegründet, mit der einfachen Neuerung, in der warmen Jahreszeit auf Decken im Freien in der schönen Natur zu beten, zu singen und sich gute Predigten anzuhören. Ohne Form wäre alles nur Quark und auch die äußere Form des Glaubens und Hoffens braucht vielleicht nicht nur geistliche, sondern auch organisatorisch unorthodoxe Maßnahmen. Warum dies eigentlich schon immer so ist, zeigt das Wunder von Taize, wo sich ganzjährig viele tausend junge Leute ständig zu Stille, Gebet, Singen und sehr gute Glaubensgespräche treffen und von diesem Ort unisono schwärmen. Es muss also – um es vereinfacht zu schreiben – dem Heiligen Geist auch erlaubt sein zu wehen, wobei gerade bei uns besuchten Gottesdienste, oft nur ein Dutzend Rentner/innen am normalen Sonntag sind. (ich gehöre dazu). In Wien gibt es (hoffentlich noch) eine evangelische Gemeinde, wo jeden Sonntag auch zum Gottesdienst einige hundert Seelen kommen, die gemeinsam das mitgebrachte Essen aller Kulturen verspeisen und religionsübergreifend viele Menschen vereinen.Tischgemeinschaft und Licht der Welt ist wichtig.

  3. Herr Reichelt, ich versuche auf Ihren Kommentar zu antworten und habe auch den von Ihnen verlinkten Text gelesen.

    Zunächst irritiert, mit welcher Selbstverständlichkeit Sie anderen Christen die Freude am Herrn absprechen. Woher nehmen Sie dieses Wissen? Weltweit – auch in den Abgründen der gefallenen Welt, in Armut, Verfolgung und Leid – leben unzählige Christinnen und Christen aus einer tiefen, oft angefochtenen Freude an Christus und preisen Gott dennoch. Diese Freude entspringt nicht einer besonderen geistlichen Einsicht oder Lebenssituation, sondern dem Erlösungswerk Christi: dem Getragensein in Gottes Armen und der Hoffnung, die „fester Grund dessen ist, was man hofft“ (vgl. Hebr 11,1).

    Wenn es für Sie zudem keine Angelegenheit ist, die Ihnen das Herz zerreißt, dass Menschen durch die Mission zu Jesus Christus kommen dürfen, puhh… Mission ist im Neuen Testament kein Randthema, sondern Ausdruck der Liebe Gottes zu verlorenen Menschen. Eine solche Gleichgültigkeit wirkt weniger wie geistliche Reife als wie eine Form von geistlicher Sattheit, die sich den Ernst der gefallenen Welt nicht mehr zumutet.

    Ihr kokettes „Zum Glück konnte ich mir die Freude im Herrn bewahren – dafür klopfe ich mir nicht auf die Schulter“ wirkt dabei weniger demütig als selbstbestätigend. Wer so spricht, stellt sich faktisch über andere, während er sprachlich Demut behauptet.

    In der Sache wird es dort hoch problematisch, wo Sie das Evangelium neu definieren. Wenn Sie schreiben, es gehe im Kommen Jesu nicht um Gnade und nicht um Vergebung der Sünden, verabschieden Sie sich vom Zentrum des Evangeliums. Das Neue Testament kennt keine Lebensfülle, die am Kreuz vorbeiführt.

    „Ich bin gekommen, dass sie das Leben haben“ (Joh. 10,10) steht nicht gegen, sondern unter dem Wort: „Der Menschensohn ist gekommen, sein Leben zu geben als Lösegeld für viele“ (Mk. 10,45). Lebensfülle ist Frucht der Versöhnung, nicht deren Ersatz.

    Erkenntnis im Sinne von Phil 1,9 ist kein Fortschreiten über das Evangelium hinaus, sondern ein tieferes Eindringen in das Evangelium hinein. Wo das Kreuz relativiert wird, wird zwangsläufig der Mensch zum Maßstab – auch wenn dies spirituell oder „erleuchtet“ klingt.

    Mission ist deshalb kein menschliches Projekt, sondern Zeugnis von Gottes Handeln extra nos: dass Gott rettet, wo wir verloren sind, und neues Leben schafft – nicht durch Selbststeigerung, sondern durch Christus, den Gekreuzigten (1.Kor. 1,23).

    „In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.“
    (Epheser 1,7)

  4. Preußentalar mit Bartschutz (Beffchen), in welchem Jahrhundert lebt denn die Ev. Kirche?
    Die Liturgie erinnert mich an das Abfragen in der Schule und wer will sich beherrschen lassen?

    Nicht jeder, der ein geistliches Amt ausübt, ist von Jesus Christus berufen.
    Manch einer wollte Medizin, Jura usw. studieren und hat keinen Studienplatz bekommen und dann Theologie studiert.
    Bei anderen war das Motiv, dass man als Pfarrer ja nicht einer Aufsicht und den Anforderungen wie in einem Wirtschaftsunternehmen unterliegt…
    Andere wollten ein sicheres Einkommen und nichts für ihre Altersvorsorge einzahlen.

    Wie viele Pfarrer glauben überhaupt an die wesentlichen Aussagen der Bibel?
    Es ist eben sehr bequem, den Glauben nur ein bisschen zu verwalten. Aber laue Christen wird Jesus aus Seinem Mund ausspucken (Offenbarung 3,14-22).

    Haben Sie sich schon mal über Mobbing in der Kirche informiert?

    Mein Freund Roman Herzog sagte in seiner Rede 1998 in der Frankfurter Paulskirche:
    „Was ich vom kirchlichen Engagement erwarte – und zwar nicht nur als Person, sondern dezidiert von meinem Amt her – ist,
    um es vorsichtig zu sagen, die Konfrontation der Menschen mit einer Vertikalen, mit einer ganz anderen Perspektive. Zu vieles,
    was Staat und Gesellschaft heute beschäftigt, macht den Eindruck es gehe um Allerletztes und Allerwichtigstes. Die Kirche
    sollte daran erinnern, dass viele unserer Debatten – sich im besten Fall – um Vorletztes drehen. Das scheint mir die Aufgabe
    der Kirche zu sein, die heute am notwendigsten ist.“

    Die Kirche soll also den Menschen mit der Vertikalen konfrontieren, der Perspektive Gottes.

    Was nutzen die teuren Talare, wenn der Charakter fehlt?

    „Goldene Zügel machen ein Pferd nicht besser“ Seneca

    Gandhi sagte einmal: „Wenn es keine Christen gäbe, wäre ich selbst einer geworden.“

    Ich bin Mitglied der Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin. Meine Devise ist auftreten und nicht austreten.

    Die Bibel fordert uns zur Ermahnung auf (1. Thessalonicher 5,11)

    Das habe ich auch in drei Gerichtsverfahren vor dem Kirchlichen Verwaltungsgericht, dem Gemeinsames Verwaltungsgericht der Union Evangelischer Kirchen in der EKD, erfolgreich bewiesen. Es ist ein Vorteil, wenn man auch Jura studiert hat und keinen Rechtsanwalt benötigt hat.

     

     

  5. Brauchen wir wirklich eine „neue Missionsbewegung“ ? Woher soll diese denn kommen, sagt doch der VEM-Generalsekretär selbst, Erneuerung sei kein menschliches Projekt, sondern Gottes Werk? Will also Gott nicht? Dergleichen zu denken, ist absurd. Die Freude am Evangelium geht verloren, wenn der Glaube oberflächlich ist. Und er war schon lange,lange, lange oberflächlich. Denn wie heißt es in Phil. 1,9 ? – Die Liebe soll immer mehr übergehen in ERKENNTNIS und Erfahrung! Weil es an Erkenntnis mangelt, mangelt es auch an Erfahrung, und dann wird man dogmatisch, pocht auf das Bibelwort (über das es nichts hinaus geben darf! Es darf eben KEINE Erkenntnis geben – denn da werden die Leute schon wieder unsicher. So dreht sich dann alles im Kreis des Gewohnten, Schläfrigen, Lustlosen). Zum Glück konnte ich für mich die Freude im HErrn bewahren. Dafür klopfe ich nicht mir auf die Schulter. Aber es gibt doch nichts Besseres als seine Lebensqualität kontinuierlich verbessern zu können: https://manfredreichelt.wordpress.com/2025/06/18/worum-es-jesus-christus-mit-seinem-kommen-wirklich-ging/

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