Wer legt eigentlich den Ostertermin fest? Wie feiern andere Kulturen Ostern? Und was haben Eier und Osterhasen mit dem Fest zu tun? Hier gibt’s den Hintergrundcheck.
Ostern ist das älteste und wichtigste Fest der Christenheit. Es erinnert an die Mitte des christlichen Glaubens: die Auferstehung Jesu Christi von den Toten nach seinem Leiden und Sterben am Kreuz. Die Geschichten davon werden von allen vier Evangelisten in der Bibel erzählt. Sie beschreiben, wie Jesu Jüngerinnen und Jünger am Ostermorgen das leere Grab entdecken und ihnen dort Engel erscheinen, die Jesu Auferstehung verkünden.
Im Jahr 325 bestimmte das Konzil von Nicäa den Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling als Ostertermin. Seither wird das Auferstehungsfest in den westlichen Kirchen zwischen dem 22. März und dem 25. April gefeiert. In diesem Jahr fällt Ostern auf den 5. und 6. April.
Hase und Ei
Das christliche Osterfest steht zudem in enger Verbindung mit dem jüdischen Pessach-Fest. Denn Jesu Sterben und Auferstehung ereigneten sich nach der biblischen Überlieferung in Jerusalem zur Zeit des Pessach-Festes. Das Pessach-Fest, auch Fest der ungesäuerten Brote genannt, ist eines der ältesten und wichtigsten jüdischen Feste. Es erinnert an den Auszug der Juden aus der Knechtschaft in Ägypten.
Über die Jahrhunderte haben sich um das Osterfest viele volkstümliche Bräuche entwickelt: Als Symbole für Ostern haben sich Ei und Hase durchgesetzt. Das Ei gilt als Zeichen für das Leben und steht symbolisch für die Auferstehung Jesu, der den Tod durchbrochen hat wie die Schale eines Eis. Zudem bezahlten viele Menschen im Mittelalter ihre Pachtschulden mit Eiern. Ein Zahltag fiel auch auf die Osterzeit. Daraus entwickelte sich der Brauch, Ostereier zu verschenken und zu sammeln. In vielen Regionen gibt es die bunten Ostereier ausschließlich in roter Farbe, um an das vergossene Blut Jesu zu erinnern.
Wann genau sich der Osterhase etablierte, ist dagegen nicht genau datierbar. Einerseits schrieb der Mediziner Georg Franck von Franckenau bereits im Jahr 1682 von einer „Osterhasen-Fabel“, andererseits galten bis in die 1930er auch Füchse, Hähne und Störche als Osterboten. Dabei ist es nicht eindeutig, warum sich der Hase durchgesetzt hat. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass Hasen oft zugeschrieben wurde, nie zu schlafen – ein Symbol für die Auferstehung Jesu. In Wirklichkeit besitzen Hasen die Eigenschaft, mit offenen Augen zu schlafen.
Andere Quellen erzählen von misslungenem Osterlammgebäck, das sich im Ofen so verformte, dass es wie ein Hase aussah. Außerdem gibt es auch einen biblischen Bezug: „Die Hasen – ein schwaches Volk, dennoch bauen sie ihr Haus in den Felsen“ (Sprüche 30,26). Eigentlich handelt es sich in der Bibelstelle um Klippschliefer, dennoch führte auch das dazu, dass Hasen zum Symbol für Gottvertrauen wurden.
Heringe beerdigen, Osterwasser schöpfen
In anderen Ländern gibt es Traditionen, die uns vielleicht ein wenig ungewöhnlich erscheinen: In Irland trägt oder schleift man einen gesalzenen Hering durch die Ortschaft – eine Speise, die in der Fastenzeit durch das Verbot von Fleisch und Milchprodukten reichlich verzehrt wird. An Ostern beschimpfen die Leute den so oft gegessenen Hering und „beerdigen“ ihn. Im Anschluss wird das Osterlamm durch die Stadt getragen und bejubelt. Diese Tradition nennt man „Whipping the Herring“.
In Schweden bekommt das Osterfest eine romantische Note: Schaffen es verliebte Frauen, Wasser aus einem Fluss oder einer Quelle zu schöpfen und ihren Liebsten damit zu besprenkeln, ohne gesehen zu werden, steht ihre Liebe unter einem guten Stern. Im skandinavischen Land besprengt man sich sogar am Hochzeitstag mit aufbewahrtem Osterwasser. Der Glaube, dass an Ostern geschöpftes Frischwasser belebend und gesundheitsförderlich wirkt, ist auch in vielen anderen Ländern verbreitet. Dem Wasser wird zugeschrieben, für reine Haut und Heilung von Augenleiden zu sorgen.
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