Was ist Verantwortlichen in Kirchen und christlichen Werken in diesen herausfordernden Zeiten wirklich wichtig? Ein Blick auf die Geschichte von Jesus und der Sturmstillung.
Von Merle Schwarz (Bundessekretärin im Bund FeG).
Mich fasziniert Jesus, der mitten im Sturm ruhig schläft. Diese Geschichte im vierten Kapitel des Markusevangeliums ist mir gerade besonders nah. Wie kann er das? Und warum kann ich das nicht?
Ich bin Jahrgang 1976 und muss zugeben, dass ich im Blick auf die Welt, unser Land und auch unsere Gemeinden noch nie so unruhig und besorgt war wie jetzt. Und damit teile ich vermutlich das Lebensgefühl vieler. Noch nie war es so schwer vorherzusagen, wohin wir uns gerade entwickeln und was noch alles auf uns zukommen wird. Wir reden von der „Polykrise“ und ja – wir haben nicht nur ein Problem, wir haben viele. Die Systeme, in denen wir leben und arbeiten, sind nicht mehr nur komplex oder kompliziert. Sie sind zum Teil von chaotischer Natur und keiner weiß zu sagen, wie wir wieder in ruhigere Gewässer kommen.
Mich treibt das um. Bis in meine Träume. Und wenn ich so manches Mal nachts aufwache, fange ich an zu grübeln und nach Lösungen zu suchen. Aber ohne Erfolg. Ich schlafe im Sturm nicht wirklich gut. Nur einer tut das. Mein bester Freund, der jetzt schon um den Ausgang der Geschichte weiß. Der alles dafür gegeben hat, dass es am Ende gut werden wird.
Jesus ist mit uns im Boot.
Merle Schwarz
Jetzt erst recht
Jesus ist mit uns im Boot. Ansprechbar und hilfsbereit. „Warum habt ihr solche Angst?“, fragt er. „Habt ihr immer noch keinen Glauben?“ Genau das ist das Gebot der Stunde: jetzt erst recht mutig zu glauben. Sich auf den zu besinnen, der uns trägt und hält. Jesus in unsere Situation miteinzubeziehen und ihn zu bitten, dass er uns helfe und den Weg zeigen möge, den wir gehen können. Wir haben den Gebieter über den Sturm mit an Bord!
Ich erlebe, wie mein Herz und mein Kopf mit Blick auf Jesus zur Ruhe kommen. Ich sehe, ich bin nicht allein unterwegs. Gemeinsam haben wir den einen Herrn (!), der uns ans sichere Ufer bringen wird. Ich wünsche mir, dass diese Zusage uns wieder Ruhe schenkt. Ich wünsche mir, dass sie uns in unseren Kirchen und Gemeinden wieder zur Gewissheit wird, uns zusammenrücken und stark werden lässt, als eine Gemeinschaft, die auch in diesen Zeiten begründet Hoffnung hat, weil sie Jesus in ihrer Mitte weiß.
Wir können auf diese Weise wieder echtes Licht sein und unseren Mitmenschen dabei helfen, wieder mit Optimismus nach vorn zu schauen. Also: Mutig glauben und alles Vertrauen auf Jesus setzen, das war schon damals –und ist es auch heute – das Gebot der Stunde!
Bewegt von Gottes Liebe Gemeinden bauen
Ich arbeite als Bundessekretärin im Bund Freier evangelischer Gemeinden. Ich bin unterwegs, berate Gemeinden und bin Teil der Leitung unseres Gemeindebundes. Seit einiger Zeit treibt uns in diesem Kreis die Frage um, wie es uns gelingen kann, das Evangelium wieder mit Erfolg ins Land zu bringen. Wir leben in Zeiten, in denen die Kirchen immer leerer werden, das Wissen um die Bibel immer mehr abnimmt und der Glaube an Gott, an Jesus und den Heiligen Geist von den meisten Menschen abgelehnt wird. Wir sind als bekennende Christen schon lange keine Mehrheit mehr in unserem Land.
Wir konnten uns bis vor kurzem als Bund Freier evangelischer Gemeinden noch „rühmen“, trotzdem zu wachsen. Das ist nun aber auch vorbei, wie uns die Statistik der letzten vier Jahre nüchtern aufgezeigt hat. Zwei Drittel unserer Gemeinden sind geschrumpft. Einige sogar deutlich. Das ist das erste Mal in unserer Bundesgeschichte, dass wir das schwarz auf weiß auf dem Papier stehen haben. Und es treibt uns um. Macht uns fragend, wie es dazu kommen konnte. Und wie wir diesen Trend in unserem Land, in den Kirchen – und ja, auch bei uns – umkehren können.
„Bewegt von Gottes Liebe bauen wir lebendige Gemeinden“ – so lautet unser Bundesmotto und dem wollen wir folgen. Wollen Gemeinden bauen, die sich „anfühlen wie ein Fest“, so wie es in der Erweiterung zum Motto lautet. Wir nehmen wahr, wie viele unserer Gemeinden gerade dabei sind, aufzubrechen, neue Ideen zu entwickeln und alte Konzepte zu überdenken. Trotz des allgemeinen Negativtrends sind zuletzt wieder mehr junge Menschen bei uns zum Glauben gekommen. Das ermutigt mich und macht mir Freude. Und es lässt uns gemeinsam nach vorn blicken.
Merle Schwarz ist Bundessekretärin der Region West im Bund Freier evangelischer Gemeinden.


Wowhh Bernd, hab ich gerne gelesen. Nur Ruhe und Geduld bringt es wohl auch nicht. Ich wundere mich eh über das Stille halten bei der RKK. Bei den allgegenwärtigen Problemen. Kaum irgendwelche Äußerungen, Hinweise, Tipps oder Hilfestellungen. Nur mit sich selbst beschäftigt.
Ist so ein bisschen wie das immerwährende Gebet: “ Schenke mir die ewige Ruh an Abrahams Tische!“
Hmmhh1?? In der Entsprechung kommt da der Erscheinlichkeitshimmel ins Gespräch. Das was ich will,…was ich im Gebet erbitte,…was ich mir nach dem Tod mit zig hunderten Gebete von Gott erfoffe,……es wird genauso kommen. Und ist auf Jahrtausenden gesehen, wohl sehr langweilig.
Ich steh da mehr auf die aktive >Liebestat < , also tun statt ruhn.
christian
Wirklich zur RUHE kommen wir immer nur bei und durch CHRISTUS. Dabei dürfen wir erkennen, was ER uns sagen will und worauf es IHM ankommt. Wenn unser alter Mensch nix mehr zu sagen hat, sind wir höchst lernbereit, zu lassen oder zu tun, was ER uns zeigt. Wie wir uns verhalten, wie mir mit SEINER uns zur Verfügung gestellten Zeit umgehen, sagt mehr als unsre Worte ….
Nur im Blick auf unsren geliebten CHRISTUS können wir durch Annahme unschönen Situationen, damit umgehen und reifen, wie nie zuvor !!! Durch gute Zeiten lernen wir fast nix über uns und unsre Mitmenschen, wohl aber durch schwere Zeiten … Wenn ER uns schützt und leiten kann …
Bitte? Warum? Warum bin ich dann als halber Jude, evangelisch erzogen, nicht getauft oder konfirmiert, und lese dazu noch ausgiebig Jakob Lorber,……Warum bin ich schon 2x bei Jesus.de im Chat rausgeflogen?
Ich dachte Gemeinsamkeit, zumindest in des Herr Jesu Liebe, Wille und Weisheit, wäre lebendig und offen. Weitsichtig und klug!?
Liebe Grüße, christian im > gesperrten < Chat " plusmehr ",….danke und sorry falls ich nerve.
Freiheit für!!!!??? …..nee, keije Parolen, aber gebt mir einen Platz um Emanuel Swedenborg und Jakob Lorber zu interpretieren. DAS wird in Zeiten in denen die Spiritualität wächst allerorten, der Renner. Die stark genötigte Welt voller schlechten Gewissens, wird gieren nach Lösungen.
Und wenn nicht,….immerhin Info das es auch noch andere Formen des selben Glaubens, an denselben Herrn gibt. Subtil oder nur Konform! Provokativ oder leidlich angepasst. Im Glauben der Gnade verankert? Oder als Freigeist unterwegs?
Die Früchte werden uns den rechten Baum zeigen.
Gebet und Arbeit ist Mittel gegen Gottvergessenheit
„Wir konnten uns bis vor kurzem als Bund Freier evangelischer Gemeinden noch „rühmen“, trotzdem zu wachsen. Das ist nun aber auch vorbei, wie uns die Statistik der letzten vier Jahre nüchtern aufgezeigt hat. Zwei Drittel unserer Gemeinden sind geschrumpft“! Wenn dies Merle Schwarz als Bundessekretärin des Bundes Freier Evangelischer Gemeinden schreibt, dann teilt sie eine Erfahrung auch der beiden großen Mitgliedskirchen. Dies alles summiert sich als sogenannter „Traditionsabbruch“ und beschreibt in den großen Kirchen vor allem den Umstand, dass die meisten noch Getauften mit der Volljährigkeit die Mitgliedschaft verlassen, um die Kirchensteuer zu sparen. Dabei sind diese Leute zumindest ehrlich, sie wollen in keinem Verein Mitglied sein, an deren Inhalte und Ziele sie nicht glauben können oder wollen. Vor dem 2. Weltkrieg waren die Menschen so gut wie 100% in den Kirchen, zumindest formal. Dies hinderte sie aber nicht daran, den Antichristen Hitler tief zu verehren. Ich kann für die anderen auch niemals bestimmen, richten oder durchmessen, wer Christin oder Christ ist. In den Landeskirchen wurden seit dem 70er Jahren so immerhin noch gut 3% der Menschen so mit dem Glauben erreicht, dass sie die Kerngemeinden bildeten. Damals waren unsere Großkirchen auch ansonsten stabil, weil man aus der Kirche nicht ausgetreten ist. Heute müssen wir andere Zugänge zu Menschen finden, uns mehr anstrengen, aus der reinen Komm-Struktur so eine Geh-Hin-Struktur zu finden. Wir müssen jenes, worum es im Glauben geht, so neu und einfach (aber auch nicht simpel) übersetzen, damit es jeder verstehen kann.
Man darf gerne bei Jesu Ruhe finden vor allem gegenüber jedem Alarmismus, aber Jesus war kein Meister der Meditation, sondern unaufhörlich drei Jahre auf seinen Wegen mit seinen Mitarbeitern unterwegs. Heute sind wir als seine Nachfolge gefordert, uns gegen das stark wabernde Böse aufzulehnen, Flüchtlinge nicht als Zumutung anzusehen und wenn wir für die Menschen als Juden oder in Gaza, oder Fremdenhass beten, dann dürfen wir dafür auch auf die Straße gehen. Wir sind dazu hier, um barmherzige Samariter zu sein und nicht zu unseren frommen Versammlungen vorbeizueilen und die Not dabei zu übergehen. Jesus hat immerhin die Tische der Wechsler im Tempel umgestoßen: Glaube ist keine Wette auf ein Geschäft. Und wo Menschen im Mittelmeer ertrinken, weil die Seenotrettung nicht mehr finanziert wird, da muss das Beten ebenso auch unseren deutlichen Protest beinhalten. Das Reich Gottes wird im Neuen Himmel und der neuen Erde vollendet, aber hier beginnt es bereits in unseren Seelen und diese Seelen können nicht gegenüber der Spaltung in der Gesellschaft schweigen. Es fehlen deutlich profunde Bemühungen, die Kriege stillzulegen und die entsprechenden Feuer auch zu treten.