Weniger Pfarrer, mehr Verantwortung: Das Albrecht-Bengel-Haus in Tübingen gründet ein „Institut zur Stärkung von Gemeinden“ – und will damit Ehrenamtliche fortbilden.
Mit einer Kick-off-Tagung am 1. und 2. Mai gibt Albrecht-Bengel-Haus in Tübingen den Startschuss zur Gründung des Instituts zur Stärkung von Gemeinden. Das Programm der Tagung umfasst neben den Hauptvorträgen auch Workshops und kürzere Impulse zu verschiedenen praxisrelevanten Themen, heißt es – darunter: „Gottesdienste mit Ehrenamtlichen gestalten“, „Zusammenarbeit Haupt- und Ehrenamt“, „Wie überlebt die Gemeinde mit immer weniger Hauptamtlichen“, „Vom Glauben reden, zu Jesus einladen“ und „Mitarbeiter gewinnen und motivieren“. Zu den Rednern zählen Professor Gerhard Wegner, Professor Stefan Schweyer, Pfarrer Alexander Garth, Dirk und Claudia Scheuermann sowie Pfarrerin Maike Sachs.
„Gemeinden sind Hoffnungsträger“, heißt es auf der Webseite des Bengelhauses. Das neue Institut solle ein Zeichen für „lebendige, christuszentrierte und missionarische Gemeinden setzen“. Das Institut soll Gemeinden „theologisch fundiert, praxisnah und zukunftsorientiert begleiten“, heißt es. Im Herbst soll das erste Fortbildungsangebot des neuen Instituts starten. Geplant ist, dass Teams aus mindestens drei Ehrenamtlichen einer Gemeinde daran teilnehmen.
Kirchenrechtlich berührt die Ausrichtung des Instituts eine heikle Frage: In der württembergischen Landeskirche dürfen Ehrenamtliche ohne eine offizielle Prädikantenausbildung bislang nicht eigenverantwortlich predigen. Studienleiter Dirk Scheuermann rechnet angesichts des spürbaren Pfarrermangels jedoch mittelfristig mit einem Umdenken der Kirchenleitung, wie er im Gespräch mit dem Medienmagazin PRO erklärte.
Das Albrecht-Bengel-Haus in Tübingen ist ein evangelisches Studienzentrum pietistischer Prägung.
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