In einer rheinischen Kirchengemeinde übernimmt eine Gemeindemanagerin strategische Leitungsaufgaben. Das Modell könnte ein Signal für die Zukunft der Kirche sein.
Die evangelische Kirchengemeinde in Haan erprobt ein ungewöhnliches Leitungsmodell: Mit Sarah Weidner arbeitet dort die erste Gemeindemanagerin der Evangelischen Kirche im Rheinland auf Augenhöhe mit den Pfarrern. Über das Projekt Unboxing Haan berichtet der Journalist und Theologe Wolfgang Thielmann im Online-Portal zeitzeichen.
Ziel des Projekts ist es, Kirche neu auszurichten – insbesondere für Menschen zwischen 25 und 40 Jahren, die kaum noch erreicht werden. Weidner verantwortet Strategie, Kommunikation, Ehrenamtsentwicklung und Veranstaltungsmanagement. „Wir brauchen die Multiprofessionalität, sonst wird das nichts mit der Kirche“, sagt Weidner, die einen Masteranschluss in Kulturmanagement hat. Die Pfarrer sollen sich stärker auf Seelsorge, Unterricht und Gottesdienste konzentrieren können.
Kirchenrechtlich ist das Modell noch nicht abgesichert: Anders als Pfarrerinnen und Pfarrer gehört Weidner nicht zum Presbyterium. Sie kann nur von Fall zu Fall als Gast in die Sitzungen eingeladen werden. In Haan wurde deshalb ein Leitungsteam gebildet, um die Zusammenarbeit dennoch verbindlich zu gestalten. Trotz offener Fragen sehen Verantwortliche darin eine Chance, Kirche auch mit weniger Mitgliedern sichtbar und relevant in der Stadtgesellschaft zu halten.
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