„Hin zu den Menschen“ – unter diesem Motto tagte der Bundestag der Freien evangelischen Gemeinden (FeG). Neben der Aufnahme neuer Gemeinden beschlossen die Delegierten Schritte zur Prävention und Aufarbeitung sexueller Gewalt.
Der FeG-Bundestag, das oberste Gremium des Bundes FeG, tagte am 27. September im Kronberg-Forum in Ewersbach. Präses Henrik Otto rief in seinem „Wort des Präses“ zu mehr Mut und Offenheit auf, heißt es im Bericht auf der FeG-Homepage. Nach den Corona-Jahren sei eine Erholung spürbar. Er sei überzeugt, dass das freikirchliche Modell nach wie vor sehr gut in diese Zeit der Individualisierung passe. Gleichzeitig gebe es aber mehrere „Vitalitäts-Marker“, die es für die eine gute Zukunft brauche: FeGs müssten aus der Komfortzone heraustreten und zu den Menschen aufbrechen. Gemeinden sollten Schutzräume sein, Vielfalt fördern und neue Formen wagen. Es brauche einen Fokus auf die Jugend, Vielfalt und Gemeindegründung. Otto träumt von einer Verdopplung interkultureller Gemeinden und davon, dass in zehn Jahren keine Gemeinde mehr schließen muss.
Der Bundestag begrüßte vier neue Gemeinden: FeG Offenburg, die Mosaikkirche Gießen, PAX Augsburg und FeG Taunusstein. Sie stehen für kreative Ansätze – von Tiny Church über Brunch-Gottesdienste bis hin zu Hauskreisen. Gleichzeitig mussten fünf Gemeinden schließen. Dennoch entstehen an 91 Orten neue Projekte, heißt es, darunter eine Kirche für „Young Professionals“ in München und eine Nerd-Kirche in Frankfurt.
Ein Schwerpunkt des Bundestags war das Thema „Schützen und Begleiten“. Ziel sei es, Gemeinden zu sicheren Lebensräumen zu machen, auch frei von sexualisierter Gewalt. Geplant sind E-Learning-Plattformen, verpflichtende Verhaltenskodizes und erweiterte Führungszeugnisse. Ein Interventionskonzept und ein Beschwerdeverfahren sollen bis Ende 2025 stehen. Die Delegierten stimmten auch für die Einrichtung einer Kommission zur Aufarbeitung sexueller Gewalt. „Es erscheint uns wichtig, sich auf den Weg zu machen“, sagte Pastor Mario Schlachter. Bis 2026 soll die Kommission Fälle und Strukturen untersuchen.
Sadler bleibt FeG-Geschäftsführer
Die Delegierten entlasteten die Geschäftsführende Bundesleitung, die Erweiterte Bundesleitung und den Wirtschaftsausschuss auf dem FeG-Bundestag. Außerdem wählte die FeG-Bundesgemeinschaft Guido Sadler mit großer Mehrheit für weitere sechs Jahre zum FeG-Geschäftsführer. Er ist bereits seit 2020 im Amt. 22 Personen wurden als Vertreterinnen und Vertreter in den Ständigen Ausschuss gewählt, der zwischen den FeG-Bundestagen tagt.
Verena Hammes, Geschäftsführerin und römisch-katholische Referentin der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen), sprach ein Grußwort. Die Zusammenarbeit mit dem Bund FeG sei ein großes Geschenk für die Ökumene in Deutschland, sagte sie. Fokus legte Hammes auf die Vollmitgliedschaft des Bundes FeG in der ACK, die er seit 2021 innehat. „Die Basis unserer Einheit ist Christus selbst. Wir sind verwurzelt in ihm“, das eine die Kirchen der ACK. Hier könne man sich ermutigen und auch hinterfragen. „Möge der Bund Freier evangelischer Gemeinden weiterhin ein Segen sein.“

Kirche/n sind Einheit in der Vielfalt
Lieber Rolf-Dieter Mucke: Einerseits gibt es Spaltungen, tiefe Gräben, einfach auch die Unfähigkeit von Christinnen und Christen, wenigstens zu versuchen zwischen Meinung und Wahrheit zu trennen und auch mit Mut zu mehr Toleranz. Aber trotzdem, was ich auch schon an anderer Stelle schrieb: Ich halte verschiedene Kirchen, unterschiedlichste Wege zum gleichen Ziel, eine Einheit in der Vielfalt, auch unserer Menschlichkeit und Individualität durchaus für angepasst. Wenn unsere Kirche also in der einen wirklichen Kirche Jesu Christ weltweit aufgeht, die zwar unsichtbar ist, aber auch nach meiner großen Überzeugung besteht, dann ist alles in Ordnung. Unsere Einheit im Geist ist nicht unbedingt Konformität, sondern Vielgestaltigkeit. Ich erlebte fast jeden Tag sehr viel Geschwisterlichkeit, aber leider ganz nahe daneben auch manchmal das pure Gegenteil. Wir sollten als Christen die Ökumene leben und wenn wir zusammen beten, sind wir nur Christinnen und Christen. Dann keineswegs eng eingesperrt in enge Denk- und Glaubensschubladen wie evangelikal, charismatisch oder liberal. Ich bin alles, oder auch nichts. Ich bin nur ein ganz normaler Christ, Sünder und zugleich Erlöster. Meine Freiheit ist nicht grenzenlos, aber bereit, unbedingt alles loszulassen und zu guter Dinge zu hoffen, dass ich im schlimmsten Falle immer in die liebende Hand Gottes falle. Deshalb kann nichts mich (und uns alle) hier jemals von Gottes Liebe trennen.
Unsre Gemeinden, Kirchen, was auch immer, werden erst dann „explosienshaft“ glaubwürdig unter uns und in der Welt, wenn wir endlich unsre konfessions-Spaltungen radikal beenden ! Denn bei unsrem geliebten HERRN gibt es nur IHN als unser HAUPT und uns als SEINEN kostbaren LEIB … Einzige Voraussetzung ist, daß wir IHM total vertrauen und auf SEINE feine Stimme hören. Jeder der das will ist unser BRUDER bzw. SCHWESTER !!! Alle anderen Kriterien trennen und sind seit Jahrtausende eine Katastrophe. Erst wenn unsre blöden Gemeinde-und Kirchen-Bezeichnungen aufhören und unsre Briefköpfe LEIB CHRISTI anzeigen und wir uns nur durch div. Orte und Straßen unterscheiden, einzig an der EINHEIT (und LIEBE) erkennbar werden und sind, erst dann kann und wird unser HERR durch uns großes bis gewaltiges tun können … ER schenke uns das Wollen und Vollbringen, daß wir es dieses Elend endlich anpacken …