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Kirchen von Oster-Shutdown überrascht [UPDATE]

Der von Bund und Ländern beschlossene „Oster-Shutdown“ trifft die Kirchen unvorbereitet. Die Katholische Kirche will trotz der politischen Verzichts-Apelle an Präsenzgottesdiensten festhalten. Die Evangelische Allianz äußert Verständnis für beide Positionen.

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Noch am Montag hatte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, am Rande der digital tagenden Landessynode in München erklärt, er habe „keinen Anlass“ daran zu zweifeln, dass die Gottesdienste in diesem Jahr stattfinden könnten. Nur einen Tag später stellt sich die Situation völlig anders dar. „Wir werden uns in den von der Bundeskanzlerin angekündigten Gesprächen zunächst genau erläutern lassen, warum die bewährten Hygieneschutz-Maßnahmen, die alle Landeskirchen für ihre Gottesdiensten haben, nun nicht mehr ausreichen sollen“, so der bayerische Landesbischof.

Am Mittwoch wollen sich alle 20 evangelischen Landeskirchen im Rahmen einer Kirchenkonferenz beraten. Bis Donnerstagabend solle dann eine möglichst einheitliche Position vorliegen.

Die evangelische Landeskirche Baden teilte auf ihrer Homepage bereits am Dienstag mit, man setze „weiterhin auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der Möglichkeit von Präsenz-Gottesdiensten, auch zu Ostern.“ Das strenge Schutzkonzept und die Orientierung an den regionalen Inzidenzwerten habe sich bereits zu Weihnachten bewährt.

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Auch die Bischöfe in Niedersachsen wollen nicht auf Präsenzgottesdienste verzichten. In einer gemeinsamen Pressemitteilung der Konföderation evangelischer Kirchen und der katholischen Bistümer in Niedersachsen heißt es: „Im Sinne der Eigenverantwortlichkeit der Kirchen ist es unser Ziel, im Rahmen der bisherigen Regelungen der niedersächsischen Corona-Verordnung auch über Ostern Gottes-dienste sowohl präsentisch als auch digital zu feiern.“

In den evangelischen Kirchengemeinden in Bayern sollen zu Ostern verstärkt digitale Gottesdienstformate angeboten werden. Zugleich bleiben Präsenzgottesdienste – im Rahmen der Vorgaben der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung – weiterhin uneingeschränkt zulässig, wie die Landeskirche am Donnerstag mitteilte. Das sei das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Vertretern der Staatsregierung, den beiden großen Kirchen und dem Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden. Anders als an Weihnachten besteht keine generelle Anmeldepflicht für die Präsenzgottesdienste, jedoch bei Gottesdiensten, „bei denen Besucherzahlen zu erwarten sind, die zur Auslastung der Kapazitäten führen, ist die Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung zulässig“.

Evangelische Allianz: Verständnis für beide Seiten

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Man verstehe die Argumente beider Seiten, heißt es in einer Stellungnahme der Evangelischen Allianz, die der Vorsitzende Ekkehart Vetter via Facebook verbreitete. „Einerseits sollen wir Kontakte minimieren, um das Virus einzudämmen. Andererseits wollen wir gerade an den höchsten Festtagen der Christenheit Gottesdienste gemeinsam erleben – mit natürlich coronagerecht durchgeführten und mit den Behörden vereinbarten Hygienekonzepten“, heißt es in dem Text.

Kirchen und Gemeindeverbände, die der Allianz nahestünden, würden unterschiedlich entscheiden – je nach lokalen Gegebenheiten. „Das respektieren wir selbstverständlich.“ Die Allianzleitung verstehe jedoch die Kirchen und Gemeinden, die der Bitte seitens der Politik nicht nachkommen wollen. Man rufe weiter zum Gebet für die Regierenden auf, die keine leichte Aufgabe hätten.

Überraschung bei Katholischer Kirche

„Das Ergebnis hat uns ohne jede Vorwarnung durch die Nachrichten heute Morgen überrascht. Wir werden das im Laufe des Tages beraten“, sagte der Sprecher der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Dienstagmorgen in einer ersten Reaktion dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Limburger Bischof Georg Bätzing deutete via Twitter an, dass die Katholische Kirche nicht auf Präsenzgottesdienste verzichten wolle.

„Bitte nur digitale Gottesdienste“

Unterdessen äußerte sich der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zuversichtlich, dass die Kirchen der Bitte zum Verzicht nachkommen, Ostergottesdienste ausschließlich digital zu feiern. Bislang hätten die Kirchen in der Pandemie „eine sehr verantwortungsvolle Arbeit geleistet“, sagte Woidke am Morgen im Deutschlandfunk. Ein offizielles Verbot werde es jedoch nicht geben, sagte der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hatten Bund und Länder in der Nacht eine Verschärfung der geltenden Beschränkungen beschlossen. Teil des Beschlusspakets ist eine „erweiterte Ruhezeit“ zu Ostern. Der Gründonnerstag (1. April) und der Karsamstag (3. April) sollen zu einmaligen Ruhetagen erklärt werden, so dass das Land vom 1. April bis zum Ostermontag am 5. April komplett herunterfährt. Wörtlich heißt es in dem Zusammenhang in dem Beschlusspapier: „Bund und Länder werden auf die Religionsgemeinschaften zugehen, mit der Bitte, religiöse Versammlungen in dieser Zeit nur virtuell durchzuführen.“   Auch bei den Kontaktbeschränkungen bleibt es zu Ostern: Treffen dürfen sich zwei Haushalte, maximal aber fünf Personen, wobei Kinder unter 14 Jahre nicht mitgezählt werden.

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