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„Wo die Welt schreit“: Andrea Wegener zum Brand im Flüchtlingslager Moria

Das Flüchtlingscamp Moria ist abgebrannt. Andrea Wegener arbeitet dort seit 2018 für die Hilfsorganisation EuroRelief. Uns hat sie telefonisch geschildert, wie es vor Ort aussieht und was sie als Christin antreibt, sich für die Geflüchteten einzusetzen.

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Frau Wegener, sie sind gerade nicht auf Lesbos, sondern zu Besuch in Deutschland, haben aber über ihre Kotakte vor Ort ein gutes Bild der Lage. Wie stellt sich die Situation in Moria dar?

Wegener: Vom ursprünglichen Camp Moria, also dem umzäunten Militärgelände, ist nichts mehr übrig. Das ist komplett abgebrannt. Drumherum, wo sich die halb legalen Bereiche auf privatem Grund befinden, davon steht noch einiges.

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Es sind nicht alle Geflüchteten auf der Inel unterwegs, aber viele. Die Menschen stehen oder sitzen auf Straßen und Parkplätzen herum und warten auf Unterstützung. Vor Ort wurde der Notstand ausgerufen. Wir als Hilfsorganisation („Euro Relief“ / Anmerkung der Redaktion) haben die Menschen heute vor allem durch Wasser und Lebensmittel unterstützt und Zuspruch gegeben.

Was muss ihrer Meinung nach nun passieren?

Ich hoffe, dass dies der Punkt ist, an dem sich alle die Frage stellen: Wie konnten wir es so weit kommen lassen? Es ist ja nicht so, dass es keine warnenden Stimmen gegeben hätte! So etwas darf sich nicht wiederholen.

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Sie sind überzeugte Christin. Was treibt sie an, sich für die Geflüchteten in Griechenland einzusetzen?

Weil der, dem ich nachfolgen möchte – Christus – auch zu den Vergessenen und Außgestoßenen gegangen ist und ihnen gesagt hat, dass sie geliebt sind. Das möchte ich auch tun. Ich betrachte die Arbeit im Camp als meine persönliche Berufung. Im Laufe der Zeit habe ich eine Liebe zu den Menschen hier entwickelt. Ja, ich kann sagen: Ich habe Moria liebgewonnen.

Was entgegnen sie Kritikern?

Ich kenne natürlich die Argumente gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. Ich glaube aber, dass vieles nur aus Unkenntnis heraus geschieht. Wer nur eine Woche in Moria mitgeholfen hat und die Menschen gesehen hat, gerade die Minderjährigen, der denkt anders. Dem würden bestimmte Sätze im Hals steckenbleiben. Und: die Menschen kommen. Auch wenn wir keine Rettungsschiffe aussenden oder Camps für sie bauen.

Danke für das Gespräch!

Die Fragen stellte Daniel Wildraut


Andrea Wegener (45) arbeitet seit 2007 bei Campus für Christus, ist von dort aber für die humanitäre Arbeit an das Hilfswerk GAiN „ausgeliehen“. Seit November 2018 lebt sie im Rahmen dieser Tätigkeit auf Lesbos und arbeitet dort für die griechische Hilfsorganisation EuroRelief in Moria. Seit Herbst 2019 hat sie die operative Leitung der Arbeit im Camp inne.

„A short story of Moria”

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