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Nahost-Experte: Muslimbrüder sprechen mit zwei Zungen

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Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat bei seinem Ägypten-Besuch erneut für mehr Offenheit und Respekt gegenüber islamisch-demokratischen Kräften geworben. Der Nahost-Experte David Pollock vom „Washington Institute“ prangert derweil an, dass die Muslimbruderschaft auf arabischen Webseiten ganz andere Texte veröffentliche als auf offiziellen englischsprachigen.

 Westerwelle sprach am Dienstag mit dem Vorsitzenden der Partei für Freiheit und Gerechtigkeit, die aus der Muslimbruderschaft hervorgegangen ist. Die Partei ist mit 47 Prozent der Sitze die mit Abstand stärkste Kraft im neu gewählten ägyptischen Parlament. Die radikal-islamischen Salafisten stellen ein Viertel der Parlamentarier. Die christliche Minderheit ist im Parlament dagegen deutlich unterrepräsentiert.

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Am ersten Tag seines Ägypten-Besuches hatte Westerwelle religiöse Toleranz angemahnt. Die staatlichen Stellen müssten die Religionsausübung der koptischen Christen schützen, sagte er am Montag in Kairo. Übergriffe auf Kopten seien „sehr bedauerlich“. Im vergangenen Jahr hatte es mehrere massive Übergriffe gegeben. Bei Straßenschlachten zwischen Muslimen und Christen wurden mindestens 12 Menschen getötet; im Oktober starben bei Kämpfen zwischen Christen, Soldaten und muslimischen Schlägertrupps mindestens 26 Menschen.

David Pollock, Experte für den Nahen Osten beim „Washington Institute“, hat in einem Artikel in der „Washington Post“ darauf hingewiesen, dass die Muslimbrüder zwei offizielle Webseiten im Internet betrieben. Die eine namen „IkhwanWeb“ sei auf Englisch, die andere mit dem Namen „IkhwanOnline“ auf Arabisch. Pollock verglich die Artikel auf diesen Webseiten an einem Tag im Januar und stelle teilweise erhebliche Unterschiede fest.

So erschienen etwa auf der englischen Seite acht Artikel über die Minderheit der koptischen Christen in Ägypten. Auf der arabischen Webseite hingegen gab es nur zwei kleine Texte zu dem Thema. Beim Thema Demokratie werde der Unterschied zwischen beiden Webseiten noch deutlicher, so Pollock. Die englischsprachige Seite warte mit verschiedenen Texten auf, mit Überschriften wie  „Warum Islamisten die besseren Demokraten sind“ und „Demokratie: eines der Ziele der Scharia?“ Dagegen gab es auf der arabischsprachigen Seite keinen solchen Text. Stattdessen fanden die Leser dort drei Artikel, die sich gegen Pressefreiheit aussprechen.

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„Dieses doppelte Spiel hat Methode“, schreibt Pollock. Als im Februar 2011 der ehemalige ägyptische Staatspräsident Hosni Mubarak zurücktrat, veröffentlichte die Muslimbruderschaft die Rede eines ihrer Vorsitzenden Muhammad Badi’e anlässlich der Revolution. Doch es gab zwei Versionen der Rede: Auf Englisch handelte sie vorwiegend von Demokratie, Toleranz, Pluralismus und friedlichem Miteinander von Muslimen und Christen. Doch in der arabischen Version auf „IkhwanOnline“ hieß es, der Volksaufstand sei ein Segen Allahs, und alle Moslems müssten vor allem ihrem Glauben treu bleiben. Frauen sind auf der englischsprachigen Webseite häufiger Thema der Artikel – auf der Arabischen hingegen fast niemals.

(Quelle: Christliches Medienmagazin Pro)

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