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Nepal: Extremisten überfallen Gottesdienst

Hindu-Extremisten haben einen christlichen Gottesdienst in Nepal überfallen und mehrere Menschen verletzt. Dies berichtet das christliche Hilfswerk Open Doors. Die Behörden verzichteten dem zufolge auf eine strafrechtliche Verfolgung der Täter.

Laut einer Meldung des Hilfswerks Open Doors stürmte am 15. Juni eine Gruppe von 40 bis 50 Hindu-Extremisten der Gruppierung „Hindu Samrat Sena“ in der Provinz Madhesh, Nepal, einen christlichen Gottesdienst. Sie verletzten dabei den Pastor und eine Gottesdienstbesucherin, zerstörten Musikinstrumente und entwendeten die Bibeln der Gottesdienstbesucher. Noch während der Auseinandersetzung traf die Polizei am Ort des Geschehens ein und beruhigte die Situation. Die Beamten nahmen die Angreifer mit zur Wache und forderten sie auf, die Bibeln zurückzugeben.

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Laut Open Doors beschuldigten die Angreifer den Pastor, die Menschen im Dorf einer Gehirnwäsche zu unterziehen – schließlich habe es früher in dem Dorf keine Christen gegeben. Das Christentum sei „eine Religion, die Kühe frisst“.

Behörden reagieren zurückhaltend

Am 19. Juni wandten sich die Christen in einem Brief an die lokalen Behörden und baten darum, die Angreifer zur Rechenschaft zu ziehen und die Sicherheit der Gemeinde zu gewährleisten. Die Behörden reagierten jedoch zurückhaltend und wiesen darauf hin, dass die Situation derzeit schwierig sei; sie baten den Pastor, die Gottesdienste für mehrere Monate auszusetzen. Dazu ist er jedoch laut Open Doors nicht bereit. Er hat die Gemeinde nach eigenen Angaben vor rund zwölf Jahren gegründet. Inzwischen besuchen 70 bis 80 Menschen die Gottesdienste.

Eine Partnerin von Open Doors vor Ort berichtet, dass sich die Situation für Christen in Nepal täglich verschlechtere. Hauptursache dafür sei die Verfolgung durch Hindu-Extremisten. Vor allem die Provinz Madhesh sei zu einem Brennpunkt der Verfolgung geworden, da sie stark von Hindus in Indien beeinflusst werde. Seit Anfang dieses Jahres wurden zahlreiche Fälle gemeldet. Im Distrikt Bara wurden 11 Christen verhaftet, im Distrikt Sarlahi wurden Bibeln verbrannt, andere Gläubige wurden öffentlich schikaniert.

Hintergrund: Bis 2007 war Nepal eine hinduistische Monarchie, seitdem ist es laut Verfassung eine säkulare Republik. Seitdem ist die Zahl der Christinnen und Christen stark angewachsen. 2017 wurde jedoch ein Antikonversionsgesetz eingeführt, das es verbietet, jemanden zum Religionswechsel zu bewegen. Verstöße gegen dieses Gesetz können mit bis zu fünf Jahren Gefängnis oder einer Geldstrafe bestraft werden. Minderheiten beklagen, dass das Gesetz die formal geltende Religionsfreiheit einschränkt.

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