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Präses Schneider: Bei Ökumene herrscht Schneckentempo

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Um die Ökumene ist es nach Einschätzung des amtierenden Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, derzeit nicht gut bestellt. Es gebe zwar keinen Stillstand, «aber wir bewegen uns im Schneckentempo», sagte Schneider der «Aachener Zeitung» (Samstagsausgabe).

Das ökumenische Miteinander sei an einigen Stellen wieder schwieriger geworden. «Ich habe manchmal den Eindruck, ökumenische Leidenschaft und Schwung sind uns abhanden gekommen.»

Als einen Grund nannte Schneider, «dass wir derzeit an sehr schwierige Fragen kommen, die die Identitätskerne beider Kirchen betreffen». Als Beispiel nannte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland das päpstliche Lehramt, nach dem der Papst in das Glaubensleben jedes Einzelnen eingreifen und ihm sagen könne, was wahr und was falsch sei. «Da sage ich: Nein, in meins nicht!», betonte Schneider. Der Papst stehe «nicht über, sondern unter der Heiligen Schrift».

Verärgert zeigte sich der 63-jährige Theologe auch darüber, dass der Vatikan die evangelische Kirche nach wie vor nicht als Kirche, sondern lediglich als kirchliche Gemeinschaft betrachtet. Das sei nicht akzeptabel. «Wir sind ein anderer Typ von Kirche, aber Kirche», unterstrich Schneider und forderte: «Wir müssen auf gleicher Augenhöhe miteinander umgehen.» Dem Papst in Rom stehe es nicht zu, «über mich zu urteilen», fügte der EKD-Ratsvorsitzende hinzu. «Er hat kein Recht, zu beurteilen, ob wir Kirche sind. Das Recht steht nur Christus zu.»

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Fortschritte hofft Schneider aber in absehbarer Zeit beim Abendmahl zu erreichen. Er werbe sehr dafür, dass in Ehen mit unterschiedlicher Konfession das gemeinsame Abendmahl möglich werde. «Man muss sich das mal vorstellen: Wir haben die intimste Gemeinschaft zwischen zwei Menschen bis ins Schlafzimmer, aber am Tisch des Herrn ist Gemeinschaft nicht möglich», beklagte der rheinische Präses. «Das ist gar nicht zu vermitteln.»

(Quelle: epd)

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