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Sonntagsblatt

Warum Kirche Echtheit statt Show braucht

Viele Kirchen bemühen sich um jeden Preis, cool zu wirken. Dabei hätten sie viel mehr zu bieten.

Beim Besuch verschiedener Gottesdienste findet Sonntagsblatt-Redakteur Micha Götz „fast überall dasselbe Bild: leere Reihen, vereinzelte Köpfe – und vorne ein Programm, das verzweifelt versucht, ‚irgendwie anders‘ zu sein“.

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Mit Bier-Tasting- und Hip-Hop-Gottesdiensten verfehlt die Kirche ihre Mission, findet der Redakteur: „Seit wann ist „cool“ überhaupt das Ziel von Kirche?“ Wer krampfhaft versuche, „fresh“ zu wirken, verliere seine Glaubwürdigkeit. Kirche dürfe kreativ sein, aber sie müsse echt bleiben und sich auf ihre Stärken konzentrieren: Tiefe und Gemeinschaft. „Kirche ist nicht TikTok. Sie sollte nicht vergessen, dass sie etwas zu geben hat, das weit über Trends hinausgeht.“

Weiterlesen: Cool wirken um jeden Preis? Warum Kirche Echtheit statt Show braucht (Sonntagsblatt)

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2 Kommentare

  1. Auch Gottesdienst verdient Abwechslung

    Sicherlich braucht Kirche seine Echtheit. Aber dies ist die größte Botschaft im Universum von der Liebe Gottes. In welcher Form ist zwar nicht ganz gleichgültig, hat aber nicht größte Priorität. Was ist voraussetze, daß wir – nicht wie noch nicht überall ganz ausgestorben – wir im Gottesdienst nie eine andere Sprache sprechen, (damals genannt die Sprache Kanaans ). Jesus hat dies in allen seinen Botschaften auch nicht getan, sonst wären die Gleichnisse nicht auch für damalige Hausfrauen und gleichermaßen den Mann auf der Straße so einfach, wie aber enorm aussagekräftig. Aber niemals gewürzt oder verunstaltet mit vielen gutgemeinten frommen Worthülsen sollte die Predigt sein, denn man kann rethorisch prima sein, aber dafür an Inhalt sparend. Wer dann z. B. über Nächstenliebe redet, muss dafür konkret werden. Nach meiner jahrzehntelangen Erfahrung als Mitglied unseres himmlischen Bodenpersonals, habe ich aber durchaus Dankbarkeit der Gemeinde wahrgenommen, wenn auch der Gottesdienst nicht jeden Sonntag absolut das Immergleiche war, zudem für alle Ewigkeit gefühlt. Man darf auch gerne anders gestalten, mit Dialogpredigten, in Taizeform und komfortabel wäre ein Team zur gemeinsamen Gestaltung aller Gottesdienste. Auch sollten unsere Gottesdienstfeiern ein wenig mehr zum Anfassen sein, etwa mit Segnungen und Salbungen. Ich habe sogar einmal erlebt und mich gewundert dass es wirklich funktionierte: Gottesdienstbesucher wurden im kleineren Dort gebeten, möglichst eine zweite Person mitzubringen. Es war prompt voll wie Heiligabend. Taufen sollten im Regelfall ebenso im Gemeindegottesdienst stattfinden. Leider ist uns anscheinend in Jahrzehnten unsere Praxis abhanden gekommen, auch Predigtnachgespräche anzubieten.

    Die Pandemie zeigte, daß die Kreativität groß ist, auch in den Rahmen der normale Liturgieform wirklich für neues und real Nachdenkenswertes einzuführen. Aus viel früheren Zeiten sind mir Aussagen von Pfarrer/innen geläufig, daß man möglichst mehrere Stunden oder einen ganzen Tag sich Zeit nimmt, die Predigt vorzubereiten. Ich befürchte nur, daß die übergriffigen Terminkalender dies nicht aushalten. Ich hoffe, daß man nicht Predigten von vor zwei Jahren wortwörtlich wiederholt, die Gemeindeseelen sind nie vergesslich. Ich würde der Kreativität mehr Raum zugestehen als der KI. Aber ich bin ja auch nicht der Prediger oder Pfarrer. In meiner langen Zeit der Mitarbeit im Kirchenvorstand war dort von allen durch das Bemühen geprägt, sich gerne mit geistlichen Fragen zu beschäftigen, aber defacto waren wir eher doch ein Verwaltungsrat. Überall, in Kirchens wird man von der Realität des Faktischen eingeholt. Aber was man tunlichst vermeiden sollte, bei Kernkompetenzen und damit an Theologen und angemessener Ausbildung für Pfarrer/innen zu sparen. Megagemeinden sparen vielleicht Kosten ein, erzeugen aber Doppelstrukturen und die armen Seelsorger/innen rasen dann von Termin zu Termin, denn auch die kleineren Orte brauchen Ausschüsse und hoffentlich die Kerngemeinde.

  2. Eine jede Kirche muss es was für jede Altersklasse anbieten. Zwangsweise Cool wirken ist unsinnog, aber wer sich bemüht, schafft auch junge Menschen anzusprechen. Wichtig ist es Platz zu lassen, der ist zumeist nicht ausreichend vorhanden.

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