Die anglikanische Episkopalkirche in den USA will homosexuellen Männern und Frauen grundsätzlich den Zugang zu allen kirchlichen Ämtern ermöglichen.
Die Generalversammlung der zur weltweiten anglikanischen Gemeinschaft gehörenden Episkopalkirche stimmte am Dienstag (Ortszeit) im kalifornischen Anaheim für eine entsprechende Resolution. Beobachter sehen darin ein Votum für die Weihe von offen homosexuell lebenden Geistlichen zu Bischöfen.
Der anglikanischen Weltkirche droht damit eine neue Belastungsprobe. Das Thema Homosexualität hatte in den vergangenen Jahren zu erbitterten Konflikten zwischen konservativen und liberalen Anglikanern geführt. Die Ernennung des schwulen Priesters Gene Robinson zum Episkopal-Bischof in New Hampshire im Jahr 2003 löste unter Konservativen einen Sturm der Entrüstung aus.
Bei ihrer letzten Generalversammlung vor drei Jahren hatte die 2,1 Millionen Mitglieder zählende Episkopalkirche ein Moratorium für die Weihe von homosexuellen Bischöfen beschlossen. Episkopal-Bischof Henry Parsley warnte am Dienstag, anglikanische Kirchen weltweit würden das Votum von Anaheim als Aufhebung des Moratoriums interpretieren, obwohl die Resolution «viel nuancierter» sei.
(Quelle: epd)
