Viele Kirchen in Deutschland stehen leer oder werden aufgegeben – nicht so eine kleine Dorfkirche bei Karlsruhe.
Seit mehr als 40 Jahren lebt der Maler Benedikt Forster in der Kirche „Zum Heiligen Kreuz“ in Bretten bei Karlsruhe. Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert sollte nach dem Bau einer neuen Kirche aufgegeben werden. Forster, der zuvor schon in New York und auf Hawaii gelebt hatte und sich selbst als nicht besonders religiös bezeichnet, zog ein.
Gemeinsam mit seiner Familie gestaltete er den Innenraum um: Die Sakristei wurde zur Küche, der Altarraum zum Wohnzimmer. Eine eigens eingebaute Wendeltreppe aus alten Kirchenbänken verbindet die Ebenen. Die Empore dient heute als Atelier, der große Kirchenraum als Galerie des Malers. An vielen Stellen sind auch die alten Kirchenmalereien noch sichtbar. Ihn selbst fasziniere die „unglaublich aufwendige Zimmermannsarbeit“ im Gebäude, so Forster.
Dem Künstler ist es wichtig, dass leerstehende Kirchen neues Leben bekommen. Anfangs waren nicht alle im Dorf begeistert, als er in die Kirche einzog. Doch dann gestaltete Forster die farbigen Glasfenster des neuen Kirchengebäudes gegenüber mit Szenen aus Jesu Leben. Regelmäßig lädt er zum „Tag der offenen Tür“ ein. Viele kommen und schwelgen in Erinnerungen, sagt er. Noch einmal umziehen? Das kann sich der Künstler nicht vorstellen.
epd-Video: Wie lebt es sich in einer Kirche? (Kira Geiss)
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