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Vor 40 Jahren: „Gosse“ oder „Gospel“ – „Jesus Christ Superstar“ uraufgeführt

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Am 12. Oktober 1971 fand am Broadway in New York die offizielle Ur-Aufführung der Rockoper "Jesus Christ Superstar" statt – begleitet von Protestaktionen. Bis heute ist das Musical von Andrew Lloyd Webber in christlichen Kreisen umstritten.

 Die Theater-Kritiker ließen damals kaum ein gutes Haar an der Inszenierung. "Vulgär, weniger im religiösen Sinn als vielmehr die Inszenierung an sich", so stand im "Time Magazine" zu lesen. Der Autor eines Artikels  im "New York Magazine" vermutete gar, dass jemand dem Regisseurs und den übrigen Beteiligten beteiligten LSD in den Kaffee gemischt habe. "Der Gosse näher als einem Gospel", so lautete sein Urteil. Religiös-konservative Gruppen bezeichneten das Stück als "skandalös" und blasphemisch". Die Göttlichkeit Jesu werde geleugnet und Judas zum Helden stilisiert, kritisieren Katholiken – "Radio Vatikan" spielte die Rockoper dennoch. Jüdische Organisationen fürchteten, der Antisemitismus könnte durch "Jesus Christ Superstar" neue Nahrung bekommen. 

 Doch trotz aller Kritik und Proteste stand der finanzielle Erfolg des Musicals von Texter Tim Rice und Komponist Andrew Lloyd Webber schon am Premierentag fest. Bereits im Vorverkauf hatte die Rockoper 1,2 Millionen US-Dollar umgesetzt und war für sechs Wochen ausverkauft. Dies lag nicht nur am polarisierenden Inhalt. "Jesus Christ Superstar" basierte auf der gleichnamigen Plattenproduktion, die ein Jahr zuvor in England mit großem PR-Aufwand veröffentlicht worden war. Während sie dort nur mäßigen Erfolg hatte, verkaufte sich das Album in den USA innerhalb von zwölf Monaten über zwei Millionen Mal

 Das Premieren-Publikum im "Mark Hellinger Theatre" war begeistert, es gab stehende Ovationen. Auch von New Yorks damaligem Bürgermeister John Lindsay, der das Stück "großartig" fand. Insgesamt wurde die Original-Produktion von Regisseur Tom O’Horgan am Broadway 720 Mal gespielt. Webber und Rice, die sich im Rückblick später selbst kritisch über die Erst-Inszenierung äußerten, wurden über Nacht weltberühmt.

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 Die öffentlichkeitswirksamen Proteste gegen das Musical haben im Laufe der Jahre stark nachgelassen. In der Liste der "20 schlimmsten Gotteslästerungen", die  2008 in der Londoner "Times" erschien, schaffte es "Jesus Christ Superstar" "nur" auf den 20. und damit letzten Platz. Umstritten bleibt die Rockoper bis heute.

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