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Vorhang auf: Martin Luther auf der Opernbühne

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Luther auf der Wartburg und im Kino, das ist schon lange her. Nun kommt Luther neu: Als Oper auf die Bühne im Theater Hof. Die Uraufführung ist am kommenden Freitag.

 Sie hätte gerne ihr Solo vorgetragen, als ich an einem Vormittag im Theater in der Kulmbacher Straße eine Probe zur Luther-Oper besuchte: Yelda Kodalli. Sie ist türkischer Abstammung, Sopranistin in der weiblichen Hauptrolle und geradezu vernarrt in das Stück über den großen Reformator. Und damit steht sie nicht alleine da: Uwe Drechsel (Bild), langjähriger Intendant und Regisseur, fiebert der Premiere am kommenden Freitag ebenso entgegen. Die Luther-Oper von Rolf Rettberg und Roland Baumgartner ist eine Uraufführung am Theater in Hof.

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 Yelda Kodalli sitzt neben mir, wir beobachten gemeinsam. Beispielsweise Kaiser Karl V., der neben Klerikern und Adeligen auf dem Reichstag in Worms erscheint. Und natürlich Luther. “Glaubt ihr, der Himmel wäre römische Provinz? Und Gott bestechlich – wie seine Stellvertreter?“ Thomas Rettensteiner hat die passende Statur für den stimmgewaltigen Luther. Er probt in schwarzer Mönchskutte. Die Kollegen im Freizeitdress, die große Garderobe wird noch nicht getragen. Dabei ist gerade das eine Meisterleistung in dem Glanzstück der diesjährigen Theatersaison. Zum einen logistisch, denn allzu viel Zeit bleibt meist nicht hinter der Bühne, zum anderen an Aufwand und Status Quo. Auftreten werden mehr als zwanzig Solopartien, Chor und Extrachor, Kinderchor und schließlich das Ballett. Beim Schlussbild stehen gar einhundert Mitwirkende auf der Bühne. Historisch passend gekleidet, das ist Uwe Drechsel wichtig.

 Überhaupt befasste er sich ausführlich mit dem “großen Gestalter und Beweger”, wie er Luther nennt. Für diese Oper habe er sich entschieden, weil es ein dramatisches Werk ist, sagt er. Von der Erweckung mit dem riesengroßen Gewitter bis dahin, wo er beschloss, Mönch zu werden. Die nächsten Stationen sind dann Rom, der Thesenanschlag, der Reichstag und die Wartburg. Es sind zwanzig Stationen, die auf der Bühne in zweieinhalb Stunden gemeistert werden. Drechsel vermittelt die historische Bedeutung an Chor und Schauspieler. Mit großen Gesten, lauter Stimme und schnellen Schritten. “Das war wie ein Triumphzug!” beschreibt er die Entwicklung Luthers. Er ging von Kirche zu Kirche. Die ganz normale Bevölkerung: sie war absoluter Luther-Fan. Die Spannung, die sich daraus ergab, inszenieren die Darsteller. Der Umbruch damals in der Gesellschaft – er prägt bis heute weite Teile Europas. Am Rand dieser Probebühne sehe ich mich mittendrin im Theater-Leben und der Reformation. Den Glauben tief geweckt und ebenso tief erschüttert mag die Zeit damals haben. Damals wie heute.

  Dabei möchte Drechsel die Luther-Oper nicht als eine Art Gemeindeveranstaltung verstanden wissen. Oder gar als Mission auf Bühnenbrettern. Der Wunsch des Regisseurs sei es, auf hohem Niveau zu unterhalten. Und vielleicht den ein oder anderen Impuls mit nach Hause zu geben. Wenn jemand nach der Oper, die mit der Hochzeit der Katharina von Bora endet, sich fragt, was denn aus den beiden wurde, dann wäre das gelungen. Und, man geht mit Melodien im Ohr nach Hause, sagt Drechsel. “Es sind ein paar Ohrwürmer drin, die sind einfach schön”. Die Musik von Roland Baumgartner bezeichnet er als “neoromantische Oper”. Also eine Rückkehr zur Melodie, fernab jeder Atonalität und mit gesangsfreudigen Linien.

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 Am Freitag, bei der Premiere, wird dann auch Yelda Kodalli singen. Einmal in der Figur der Heiligen Anna, frei erfunden und Luther zur Seite gestellt und dann in der Rolle der Barbara. Sie wäre am Scheiterhaufen verbrannt, hätte Luther sie nicht gerettet.

(Quelle: jesus.de)

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