Bayerischer Rundfunk:

Wenn die KI predigt

Bemerken Gottesdienstbesucher, wenn eine KI die Predigt schreibt? Der Bayerische Rundfunk (BR) hat es ausprobiert.

Die Künstliche Intelligenz (KI) ChatGPT schreibt automatisiert E-Mails, kurze Aufsätze und Gedichte. Aber kann sie auch predigen? Der BR hat das zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Stephan Seidelmann getestet.

In einem Fernsehbeitrag fordert Seidelmann die KI dazu auf, eine Predigt zu schreiben. Der erste Versuch gerät ziemlich platt und wenig aussagekräftig. Nach mehrmaligem Überarbeiten ist der Pfarrer einigermaßen zufrieden. Am Sonntag hält er die Predigt in seiner Gemeinde, die nichts von dem Experiment weiß. Erst im Anschluss verrät Seidelmann das Geheimnis.

Der BR fragt nach dem Gottesdienst die Besucherinnen und Besucher, was sie von der Predigt halten. Einer gibt zu, dass er keinen Unterschied bemerkt habe. Eine andere sagt dagegen: „Da war kein Herz drin.“ Ein Dritter stellt grundsätzlich infrage, ob eine KI gut predigen kann. Er meint: Ein Computer könne Gott nicht begegnen. Das sei aber essenziell, um Gott anderen Menschen nahezubringen.

Link: „Wenn die KI die Sonntagspredigt schreibt“ (Bayerischer Rundfunk)

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1 Kommentar

  1. Soziale Beziehungen sind kirchlich essenziell

    „Ein Computer könne Gott nicht begegnen. Das sei aber essenziell, um Gott anderen Menschen nahezubringen“! Ich bin nicht gegen neue Formen von Gottesdiensten und auch von Gemeindearbeit. Denn nach Paulus sollte man wirklich alles prüfen und das Gute behalten. Allerdings würde ich grundsätzlich nicht damit anfangen wollen, mir zu wünschen, künstliche Intelligenz sollte Predigtmanuskripte verfassen. Oder Beichtautomaten in katholischen Gemeinde die Beichte abnehmen: Auch nicht, wenn sie in ferner Zukunft wie Menschen aussehen. Denn als Christinnen und Christen glauben wir, dass wir Jesusnachfolger*innen ein weltweites Netzwerk betreiben, in dem das Knüpfen sozialer Beziehungen essentiell ist: Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst. Unpsychologisch ausgedrückt ist daher die Kirche der Leib Christi. Zu dem gehört aber auch – für mich als Evangelischer und überzeugtem Ökumeniker – dass zudem der/die Pfarrer*in, der Prädikant, ein Priester, oder dann auch jeder ranghohe Theologe, nur ein Erster unter Gleichen sein sollte. Dies wäre auch jesusgemäß. Ich wünsche mir deshalb auch für eine ferne Zukunft – die ich hier nicht mehr erleben werde – keinen nicht anwesenden Prediger oder Priester, wenn lediglich dessen 3D-Körper vor dem Altar erscheint, aber nicht die wirkliche Person. Außerdem ist es ebenso unmenschlich, wenn dieser als Abbildung eines Menschen, aber nur als Künstliche Intelligenz, seine Ansprache hält. Auch sollte man niemanden dazu bringen, vor nicht vorhandenen Personen, deren Anwesenheit ihm lediglich suggeriert wird, eine Probepredigt in seiner theologischen Ausbildung zu absolvieren. Denn altmodisch wie ich manchmal denke und glaube, meine ich ebenso dass der Heilige Geist lediglich in Menschen wirkt, und zwar prinzipiell in allen, und nicht in Maschinen. Der nicht vollkommene Mensch auch vor Altar und Kreuz, macht mich milde. Denn mit einiger Sensibilität erkenne ich mich mit meinen eigenen Fehlern, oder anderen Defiziten, auch im Mitmenschen . (z.B. langatmig oder ausschweifend zu sein) Im übrigen hatte bereits schon der Mathematiker Frank J. Tipler vor Jahrzehnten das Buch geschrieben: „Die Physik der Unsterblichkeit“. Der Autor umschreibt da, durchaus verständlich, mit viel Gelehrsamkeit aber unverständlichen Formeln, dass Gott in Wirklichkeit das Universum, als ein fast unendlich speicherbarer Computer sein könnte. Wenn wir einer Maschine mit ewigen Speicherfähigkeit dies zuerkennen: Dann ist ihm/ihr auch alles möglich und sie kann bis ins Kleinste im Universum alles zu lenken. Ohne dass wir erkennen können: „Wir sind in letzter Wirklichkeit doch nur Marionetten“. Unsere Freiheit des Willens ist lediglich eine gewollte Illusion: Eine eher schreckliche Sichtweise. Übrigens denken leider manche Neurologen, die das Gehirn nur wie eine umfangreiche Maschine verstehen. Von unserer Seele, und einem Gott der barmherzig und voll Liebe ist, bleibt da nicht mehr übrig. Auch keiner, der ein Mensch wird und an ein Kreuz genagelt wird. Er wurde menschlich und wir sollten es bleiben.

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