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Redaktionsnetzwerk Deutschland:

„Chatbot aus der Hölle“ – Dänemark streitet über KI-Predigten

Ein KI-Tool soll Pastoren in Dänemark beim Schreiben von Predigten helfen. Kritiker warnen: Damit könnte die Kirche ihre Glaubwürdigkeit verspielen.

In Dänemark sorgt ein von der Pastorengewerkschaft eingeführter KI-Chatbot für Diskussionen, berichtet Thomas Paterjey für das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der „Prædikenhjælper“ soll Geistlichen beim Schreiben von Predigten helfen. Nach Angaben der Gewerkschaft ist das Tool ein „perfekter Sparringpartner“, trainiert auf evangelisch-lutherische Theologie und basierend auf mehreren Sprachmodellen.

Die Handreichung der Gewerkschaft enthält jedoch Beispiele, wie sich komplette Predigten generieren lassen – etwa eine Pfingstpredigt oder eine Grabrede. Das stößt auf Kritik: Auf Facebook äußerten Pastoren großen Bedenken. Der Einsatz von KI als „Ghostwriter“ sei „höchst problematisch“. Auch Theologiestudierende protestierten. In einem Leserbrief nannten zwei von ihnen den Bot einen „Chatbot aus der Hölle“. Katinka Langdahl, Studentin in Kopenhagen, hinterfragte eindeutig, warum Christen in Zukunft überhaupt noch in den Gottesdienst kommen sollen, wenn sie den Hauptteil mit wenigen Klicks aus dem Computer nehmen können. Sie warnte im Radio: Wenn Predigten von einer KI kämen, lege man die Axt an die Glaubwürdigkeit der Kirche.

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Bot wird überarbeitet

Die Gewerkschaft kündigte an, einen Rückzieher zu machen und ihre Anleitung zu überarbeiten. Der Vorsitzende Lars Qvistgaard betonte, der Bot solle künftig stärker als Diskussionspartner und Helfer im „kreativen Prozess des Schreibens“ dienen, nicht als Ghostwriter.
Abschalten will man ihn trotz Kritik jedoch nicht: „Es ist besser, mit einem Modell zu arbeiten, das lutherisch geprägt ist, als mit einem untrainierten.“

Einige Pastoren nutzen KI bereits als Inspirationsquelle. Pfarrer Simon Nøddebo Balle, der seine Doktorarbeit über KI geschrieben hat, sieht darin ein normales Hilfsmittel, ähnlich wie Nachschlagewerke. Ganze Predigten würden sich aber nur wenige schreiben lassen, glaubt er.
Für ein TV-Experiment las eine Pastorin eine KI-Predigt vor – viele Zuhörer bemerkten keinen Unterschied. Das Experiment möchte sie nicht wiederholen, bleibt aber weiterhin offen für die Potenziale der KI. Sie hofft gleichzeitig, dass auch weitere Pastoren und Pastorinnen ihre eigenen Erfahrungen in diesem Bereich machen.

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3 Kommentare

  1. Wenn sich die Pastorenschaft darauf einlassen würde, fände ich das total bedenklich. Es ist schon so, eine Predigt mithilfe von KI würde doch die Leute erst recht nicht in den Gottesdienst gehen lassen.

  2. Das ist nun Mal der Gang der Zeit.

    Und ob der 1. Predigtentwurf von Vorlagen aus einem Aktenordner mit früheren Predigten kommt oder von einer KI, ist eigentlich egal. Wichtig ist, ihn dann persönlich anzupassen. Aber wenn ein Prediger dazu zu faul ist, hält er auch schon jetzt eine alte Predigt einfach noch Mal.

    Schon heute kann sich jeder Prexiger von einer KI eine Predigt schreiben lassen. Der Vorteil dieser KI hier ist, dass sie speziell darauf trainiert wird, also weniger Fehler machen wird.

    Die Zeiten ändern sich und natürlich trauern einige den Zeiten hinterher, wo die Predigt noch auf Latein gehalten wurde nach dem Motto “ Nur Latein ist Gottes Wort“. 😉

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