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„Woche für das Leben“: Würdevoll mit Alten umgehen

Die Humanität einer Gesellschaft zeigt sich daran, wie sie mit Menschen im Alter umgeht. Das erklärte der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), zum Auftakt der „Woche für das Leben“ in Mainz. Sie wird von den beiden großen Kirchen veranstaltet.
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Als Christinnen und Christen setze man sich mit besonderem Nachdruck dafür ein, dass Menschen in Würde alt werden können, sagte der Ratsvorsitzende im ökumenischen Eröffnungsgottesdienst. Die zunehmende Lebenserwartung sei oft mit altersbedingten Krankheiten, erhöhtem Pflegebedarf und dem Angewiesensein auf andere verbunden. Dennoch könnten auch Hochbetagte noch neue Erfahrungen machen und sich entwickeln. Bedford-Strohm erinnerte an die Schaffenskraft des Komponisten Johann Sebastian Bach (1685–1750), der noch im Alter trotz größter körperlicher Einschränkungen zwei bedeutende Werke geschaffen habe: die Kunst der Fuge und die h-moll-Messe. Ein solches Beispiel könne etwas von der Hoffnung vermitteln, auch „im Alter neu werden zu können“, wie es eine EKD-Orientierungshilfe aus dem Jahr 2010 formuliert habe.

Kardinal Marx: Alte und Gebrechliche nicht abschieben

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Mit der „Woche für das Leben“ unter dem Motto „Alter in Würde“ rufen die Kirchen dazu auf, Senioren nicht allein zu lassen. Der Vorsitzende der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (München) sagte in seiner Predigt: „Wir brauchen eine Gesellschaft, die Generationen verbindet, die das Alter schätzt und jene, die alt und gebrechlich werden, nicht einfach in Heime abschiebt und vergisst.“ Der besondere Auftrag der Kirchen sei es, Menschen in jeder Lebensphase in ihrer Würde zu respektieren, zu begleiten und auch im Sterben nicht allein zu lassen. Der Mitbegründer der „Woche für das Leben“, Kardinal Karl Lehmann (Mainz), ermunterte im Festvortrag dazu, sein Leben im Alter anzunehmen: „Solange man lebt, sollte man auch leben wollen.“ Zur irdischen Existenz gehöre für den Christen auch der Ausblick auf das ewige Leben. Lehmann: „Es gehört zur wahren Hoffnung, in einer Weise sein Leben zu schließen, wie es Gottes Wille ist.

Diakonie-Präsident: Palliativversorgung ausbauen

Anlässlich der „Woche für das Leben“ fordert der Präsident der Diakone Deutschland, Ulrich Lilie (Berlin), einen Ausbau der Versorgung Schwerstkranker und Sterbender: „Palliativ Care und Hospizkultur gehören in jedes Krankenhaus, in jedes Pflegeheim, in Wohnformen für Menschen mit Behinderung und in jedes Gemeinwesen.“ Die ambulante Pallativversorgung müsse so erweitert und die Häusliche Krankenpflege so verändert werden, dass eine intensivere Begleitung und Pflege in den letzten Lebenswochen möglich sei: „Nur so werden wir dem Selbstbestimmungsrecht und der Würde des Menschen bis ins hohe Alter, bis an die Grenze des Lebens gerecht.“

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Die „Woche für das Leben“ wurde 1991 von der katholischen Kirche mit dem Anliegen gestartet, sich gegen Abtreibung und für den Schutz ungeborener Kinder einzusetzen. Die EKD beteiligt sich seit 1994. Lebensrechtsorganisationen kritisieren, dass das ursprüngliche Anliegen völlig in den Hintergrund getreten ist.

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