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Württemberg: Uni-Studium nicht mehr nötig für Pfarramt

Zukünftig können auch Absolventen pietistischer Hochschulen Pfarrer in der Württembergischen Landeskirche werden. Das soll den Abbau von Pfarrstellen verlangsamen.

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Die Evangelische Landeskirche in Württemberg hat den Zugang zum Pfarramt für Absolventinnen und Absolventen staatlich anerkannter nicht-universitärer Hochschulen geöffnet. Das beschloss die Landessynode auf ihrer Herbsttagung 2022. Diese Maßnahme ist Teil eines Plans, um die Reduktion der Pfarrstellen zu verlangsamen. Deren Zahl soll bis 2030 nur auf 1.100 gesenkt werden, statt wie geplant auf 1.036.

Der Beschluss ermöglicht die Aufnahme ins Pfarramt von Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen, die Mitglied im pietistischen Gnadauer Verband sind. Dazu zählen unter anderem die Internationale Hochschule Bad Liebenzell, die Evangelische Hochschule Tabor und das Theologische Seminar St. Chrischona.

Berufsbegleitend zum Pfarrer ausbilden

Grund für den Stellenabbau seien der Ruhestand der Babyboomer-Generation, die Entwicklung der Kirchenmitgliederzahlen und die sinkenden Kirchensteuereinnahmen. Es wurden weitere Maßnahmen beschlossen, um den Abbau zu verlangsamen. So können Pfarrerinnen und Pfarrer ihren Dienst über die Altersgrenze von 67 Jahren hinaus verlängern.

Zusätzlich will die Evangelische Landeskirche in Württemberg der Einstieg in den Pfarrberuf für Seiteneinsteiger aus fachfremden Branchen erleichtert werden. Das Angebot berufsbegleitender Ausbildungen soll erweitert werden. Die Landessynode begrenzte die alternativen Zugänge zum Pfarrberuf auf zehn Jahre. Nach acht Jahren will sie auswerten.

1 Kommentar

  1. Kirchlich-christliche Kernkompetenzen nicht abbauen

    Die Überschrift „Uni-Studium nicht mehr nötig für Pfarramt“, hat mich etwas erschrocken. Das hat sich so angehört, als ob ein Studium überhaupt nicht mehr nötig wäre. Früher gab es – zumindest in meiner EKHN – die sogenannten Pfarrer bzw. Pfarrerinnen „im Hilfsdienst“. Die haben oft nur eine Bibelschule besucht und mussten dann vermutlich nur die Bibelkunde-Prüfung bestehen. Einige davon kannte ich und man hat ihnen die nichtuniversitäre Bildung (meist !!) nicht angemerkt. Etwas ist zwar merkwürdig, aber so wie im allgemeinen Geschäftsleben auch üblich, wenn die Hilfspfarrer für den gleichen Tätigkeitsumfang nicht das gleiche Geld erhalten. Denn da geht es ja nicht darum, geistig höhere oder tieferstehende Aufgaben zu erfüllen. Das Evangelium sowie das Reich Gottes kennen solche Begrifflichkeit eigentlich gar nicht. Allerdings würde ich zwei Dinge für absolut notwendig halten: Erstens soll und kann überall gespart werden, auch an überflüssigen Gebäuden, fast leerstehenden Kirchen und ähnlichem, aber nicht an qualifizierten Theologen und anderen Mitarbeitenden, die unsere kirchliche Arbeit im Wesentlichen auch prägen sollten. Menschen mit kirchlich-christlichen Kernkompetenzen sind wichtig. Zweitens sollten wir nicht ohne große Not Großgemeinden planen, die manchmal erstaunlich mehr Doppelstrukturen haben und vor allem eine Entfremdung der Gemeindemitglieder von der Gemeinde produzieren. Das ist genauso schlimm wie an Kernkompetenz zu sparen. Ich kenne eine Gemeinde bzw. einen Kirchenbezirk, der will seine eigentlich doch dringend benötigen Räume verkaufen, damit etwas Geld in die Kasse kommt. Da fällt mir nichts mehr konstruktives ein.

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