Acht Verse reichen aus, um uns einen Eindruck davon zu geben, wie selbstlos und aufopfernd sie wirklich ist.
von Lina Ellert
Genesis 29,20: Also arbeitete Jakob die folgenden sieben Jahre, um dadurch den Brautpreis für Rahel zu bezahlen. Die Zeit verging für ihn wie im Flug, weil er Rahel liebte.
Diese Bibelstelle veranschaulicht, dass Liebe uns dazu befähigen kann, über uns hinauszuwachsen. Sieben Jahre Arbeit werden nicht nur erträglich, sondern fühlen sich sogar wie eine kurze Zeit an. Diese Stelle ermutigt uns, auch schwierige Zeiten zu überstehen und ausdauernd an unserer Liebe festzuhalten.
1. Korinther 13, 4-5: Die Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht neidisch oder überheblich, stolz oder anstößig. Die Liebe ist nicht selbstsüchtig. Sie lässt sich nicht reizen, und wenn man ihr Böses tut, trägt sie es nicht nach.
Im Korintherbrief zeigt Paulus uns einen Liebesbegriff, der allezeit zum Ziel hat, Gott zu ehren. Er zeigt uns drastisch das Ausmaß der Aufopferung, das selbstlose Liebe schenkt. Was er hier beschreibt, lässt sich nicht nur auf romantische Liebe beziehen, sondern kann auch als allgemeine Beschreibung der perfekten Nächstenliebe gelesen werden. Natürlich sind wir Menschen nicht perfekt und für uns ist es schwer, dieses Ideal zu erreichen. Dennoch kann es uns Orientierung geben und uns dazu motivieren, beim nächsten Streit mal nicht auf unserem Willen zu bestehen und nachzugeben. Es lohnt sich, die drei Schlüsselaspekte der Liebe im Kopf zu behalten: Ausdauer, Freundlichkeit und Geduld.
Hoheslied 2,10-13: Mein Geliebter sagt zu mir: „Steh auf , meine Schöne, und komm! Denn der Winter ist vorüber, die Regenzeit ist vorbei und vergangen. Die Blumen beginnen zu blühen, die Zeit des Singens ist gekommen. Überall in unserem Land hört man die Turteltauben gurren. Die Feigenbäume stehen in Blüte und verströmen ihren Duft. Steh auf, meine Freundin, meine Schöne und komm!“
Das Hohelied – oder auch das Lied des Salomos – besteht zu großen Teilen aus poetischen Metaphern und Allegorien rund um die Innigkeit zweier Geliebter. Es malt oft idyllische Naturbilder des Frühlings und lässt uns den Frieden und die Sicherheit der beiden Liebenden nachfühlen. Die Worte des Geliebten: „Steh auf meine Schöne und komm!“, werden am Ende wiederholt und bilden einen literarischen Rahmen für die Handlung. Die beschriebenen Eindrücke sind zutiefst sinnlich, es geht um Dinge, die man hören, riechen, fühlen und sehen kann – eine Erinnerung, dass auch die irdischen Freuden der Liebe ein Geschenk Gottes sind.
Hoheslied 3,4: Kaum war ich an ihnen vorübergegangen, fand ich ihn, den meine Seele liebt. Ich hielt ihn fest und ließ ihn nicht mehr los, bis ich ihn in das Haus der Mutter brachte, in die Kammer derjenigen, die mich geboren hatte.
Die hier beschriebene Szene stellt wahrscheinlich einen Traum der Geliebten dar. Dafür sprechen beispielsweise Kapitel 5, Vers 2: „Ich schlief, aber mein Herz war wach.“ Ihre Bezeichnung: Der, den meine Seele liebt“ zeigt, dass über allen sinnlichen Begierden die tiefe emotionale Verbindung im Vordergrund steht.
Hoheslied 8,6: Leg mich wie ein Siegelring an dein Herz, wie ein Siegelring um deinen Arm. Denn stark wie der Tod ist die Liebe und ihre Leidenschaft so unentrinnbar wie das Totenreich. Ihre Glut lodert wie Feuer; sie ist eine Flamme des HERRN.
Auch damals drückte das Symbol des Rings Zugehörigkeit aus und machte deutlich, das zwei Menschen zusammen gehören – damit betont die Bibel Verbindlichkeit als zentrales Element einer Partnerschaft. Dass der Tod mit der Liebe verglichen wird, verrät uns etwas über ihren Charakter: Wie der Tod verfolgt sie unermüdlich ihr Ziel, bis sie es erreicht. Wenn Gott es will, wird Liebe zu einer unlöschbaren Flamme, deren Macht man nicht entkommen kann (der nächste Vers vertieft diese Metapher). Zudem ist es das einzige Mal, dass Gottes Name im Hohenlied erwähnt wird.
1. Johannes 4,7: Liebe Freunde, lasst uns einander lieben, denn die Liebe kommt von Gott. Wer liebt, ist von Gott geboren und kennt Gott. Wer aber nicht liebt, kennt Gott nicht – denn Gott ist Liebe.
Johannes Beschreibung von idealer Liebe weist eine Menge Ähnlichkeiten zu Paulus Beschreibung in 1. Korinther 13 auf – eine Bestätigung dafür, dass sie nicht nach subjektiven, sondern göttlichen Maßstäben bewerten. Außerdem erfahren wir hier, dass Gott an erster Stelle zu haben nicht bedeutet, seine Mitmenschen oder seinen Partner zu vernachlässigen. Stattdessen ist unsere Liebe zu Gott eine Quelle, aus der wir die Liebe zu unserem Partner erst schöpfen. Alleine können wir sie nicht erbringen – eine Erinnerung daran, dass eine gute Gottesbeziehung der Grundpfeiler für eine gesunde Ehe ist.
Matthäus 19,6: Dann sind sie also nicht mehr zwei, sondern eins, und niemand soll sie mehr trennen, denn Gott hat sie zusammengebracht.
Einige der wenigen Worte, die Jesus überhaupt über die Ehe verliert. Aber dafür bezeichnend, damit wir Menschen das Konzept der Ehe überhaupt verstehen: Die Ehe verändert unser ganzes Wesen. Im göttlichen Idealbild geben wir unseren Egoismus völlig auf und sorgen für unseren Partner, wie für unseren eigenen Körper (Epheser 5,28 ff.). Vollendet wird dieses Ideal der Selbstlosigkeit in dem Vergleich von Mann und Frau als Jesus und seiner Gemeinde – wir sollten so selbstlos sein, dass wir dazu bereit wären, unser Leben für unseren Ehepartner zu geben.
Prediger 9,9: Sei glücklich mit der Frau, die du liebst; genieß jeden flüchtigen Tag deines kurzen Lebens, das Gott dir auf dieser Erde gegeben hat. Denn das ist der Lohn, den du für deine irdischen Mühen bekommst.
Die Liebe als Belohnung Gottes – trotz der Erinnerung an unsere Vergänglichkeit erfüllt uns dieser Vers mit Hoffnung. Wir werden daran erinnert, dass in der Perspektive der Ewigkeit zu leben nicht bedeutet, dass wir unser irdisches Leben hassen müssen. Wir haben das Recht, auch vergängliches Glück zu genießen.
Fazit
Diese Verse verraten uns etwas über Ehe, Liebe und auch Gottes Charakter – allerdings handelt es sich zweifellos um sehr hohe Ideale, die auch unter Druck setzen können. Wie bei allen Anweisungen, die Gott uns gibt, weiß er, dass wir nicht perfekt sind und immer wieder Fehler machen. Es kommt darauf an, sich davon nicht entmutigen zu lassen und trotz Rückschlägen weiter nach Verbesserung zu streben.
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Herrliche Bibelworte!!!