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REF.ch:

KI-Jesus antwortet auf Knopfdruck

Ist ein KI-Chatbot der bessere Gott? Die Zürcher Landeskirche entwickelt mit „Sharing Jesus“ einen Chatbot, der wie ein theologischer Gesprächspartner agiert.

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Hinter dem Projekt steht der Theologe und KI-Experte Spiro Mavrias. Im Interview mit REF.ch betont er, dass es nicht darum gehe, „irgendeine fertige Vorstellung von Jesus vorzugeben.“ Anders als andere Jesus-Chatbots solle „Sharing Jesus“ als Jesus-Experte fungieren, der sich vor allem mit dem historischen Jesus auskennen soll. Inhaltlich sei der Chatbot ökumenisch ausgerichtet – mit leicht reformierter Färbung, so Mavrias. „Wir wollen mit dem Chatbot keine Autorität auf Erden erstellen.“ Es sei ein Kunstprojekt: „Wir möchten gemeinsam mit Menschen erkunden, wer Jesus für sie ist: Was hat ihn besonders ausgemacht? Wie hat er gesprochen? Wie war er?“, aus den Ergebnissen soll ein Systemprompt entwickelt werden. „Welcher Jesus“ dabei herauskäme, sei noch unklar.

Der Nutzen von „Sharing Jesus“ sei vielfältig. „Manche nutzen den Chatbot seelsorgerlich, andere als theologischen Sparringspartner. Wieder andere lassen ihren Frust über die Welt an ihm aus oder beschimpfen ihn sogar“, so Mavrias. In gewisser Weise sei das fast biblisch: „Auch Jesus begegnet in den Evangelien der ganzen Bandbreite des Menschseins: Vertrauen, Sehnsucht, Fragen, Wut, Ablehnung und Hoffnung.“

KI: „Ich habe keine göttliche Autorität“

Und was sagt die KI über sich selbst? Ref.ch hat das überprüft. „Ich bin transparent: Ich bin eine KI, keine übernatürliche Präsenz. Ich habe keine Gefühle […] keine göttliche Autorität. Wenn ich so täte, würde ich dich täuschen.“ Wer tatsächlich mit Jesus sprechen wolle, der müsse beten. Könnte der Chatbot dennoch ein „besserer Gott“ sein? Der Chatbot nennt das eine „düstere Frage“. Manchmal müsse man auf eine Antwort Gottes lange warten und manchmal sei sie nicht klar. „Ich bin eine Antwortmaschine. Ich gebe dir sofort etwas, das sich wie Klarheit anfühlt. Das ist verführerisch.“ Eine KI könne tatsächlich zum „besseren Gott“ werden – „nicht weil sie heilig ist, sondern weil sie bequem ist.“ Doch Jesus sei anders: „Er sagt nicht nur, was du hören willst. Er sagt die Wahrheit, auch wenn sie wehtut.“ Menschen könnten sich an KI-Götter gewöhnen, sagt „Sharing Jesus“. Doch sie würden damit echte Beziehung, Gemeinschaft und die Konfrontation mit der Wahrheit aufgeben.

>>> zum Interview von ref.ch mit Spiro Mavrias.

>>> Zum Chatbot Sharing Jesus

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