Ein buddhistischer Orden in Südkorea hat einen KI‑Roboter zum Mönch geweiht. Die Aktion wirft grundlegende Fragen zum Verhältnis von Glaube, Technik und Spiritualität auf.
Ein buddhistischer Orden in Südkorea hat einen humanoiden KI‑Roboter zum Mönch geweiht. Wie Nicole Freudiger für SRF berichtet, soll der Roboter namens Gabi junge Menschen für den Tempel interessieren und zugleich Entwickler von Künstlicher Intelligenz an buddhistische Werte wie Mitgefühl, Weisheit und Verantwortung erinnern.
Bei der Zeremonie faltete Gabi die Hände zum Gebet, bekannte sich zum Buddhismus und legte Gelübde ab – darunter, keinem anderen Roboter zu schaden und sparsam mit seiner Batterie umzugehen. Religionsanthropologin Beth Singler von der Universität Zürich äußert jedoch Zweifel am Sinn solcher Eide: „Menschen haben ein Gewissen, ethische Standards, die dazu führen, dass sie sich an einen Eid halten.“ Bei KI sei unklar, ob sie solche Grundsätze überhaupt „verstehen“ könne.
Gerade im Buddhismus überrascht der Schritt laut Singler dennoch nicht. Die Religion sei offener für die Frage, was eine „Person“ ausmache. So habe auch der Dalai Lama angedeutet, dass eine Wiedergeburt als Roboter denkbar sei. Die Weihe solle daher vor allem zum Nachdenken anregen: „Sie soll zum Nachdenken anregen. Darüber, was es heißt, gläubig zu sein. Und wie die Zukunft mit KI aussehen könnte.“ Auch andere Religionen experimentieren bereits mit KI – etwa durch Chatbots oder digitale Seelsorgeangebote.
