Tag 275

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Matthäus 13

Später am gleichen Tag verließ Jesus das Haus und ging hinunter an den See, wo sich bald eine riesige Menschenmenge um ihn sammelte. Da stieg er in ein Boot, setzte sich und sprach zu den Menschen, die ihm vom Ufer aus zuhörten. Er erzählte ihnen viele Gleichnisse, so wie dieses: „Ein Bauer ging aufs Feld, um zu säen. Als er die Saat über das Feld ausstreute, fielen einige Körner auf einen Weg, und die Vögel kamen und pickten sie auf. Andere Körner fielen auf eine dünne Erdschicht mit felsigem Untergrund. Die Saat ging schnell auf, aber schon bald vertrockneten die Pflänzchen unter der heißen Sonne, weil die Wurzeln in der dünnen Erdschicht keine Nahrung fanden. Andere Samenkörner fielen in die Dornen, die schnell wuchsen und die zarten Pflänzchen erstickten. Einige Samen aber fielen auf fruchtbaren Boden, und der Bauer erntete dreißig, sechzig, ja hundert Mal so viel, wie er gesät hatte. Wer hören will, der soll zuhören und begreifen!“ Seine Jünger kamen zu ihm und fragten: „Warum erzählst du immer Gleichnisse, wenn du zu den Leuten sprichst?“ Da erklärte er ihnen: „Euch war erlaubt, die Geheimnisse vom Himmelreich zu verstehen, aber andere können das nicht. Wer sich meinen Lehren öffnet, wird noch mehr begreifen, und er wird eine Fülle von Wissen haben. Aber wer nicht zuhört, dem wird sogar das genommen, was er hat. Ich erzähle diese Gleichnisse, weil die Menschen zwar sehen, was ich tue, es aber dennoch nicht richtig begreifen. Sie hören, was ich sage, aber sie verstehen es nicht richtig. Damit erfüllt sich die Prophezeiung Jesajas: ,Du wirst meine Worte hören, sie aber nicht verstehen; du wirst sehen, was ich tue, aber du wirst nicht begreifen, was es bedeutet …‘“

Das Gleichnis von den unterschiedlich aufnahmefähigen Ackerböden verführt einen dazu, sich und die anderen Menschen irgendwo einem Boden zuzuordnen. Aber so einfach ist es nicht. So sicher es ist, dass bei dem einen Menschen dieser, bei dem anderen Menschen jener Boden vorliegt, so sicher ist es auch, dass wir die Veranlagung für jeden Boden auch in uns selbst tragen. Immer wieder wird Gottes Wort gesät. Manches nehmen wir gerne auf, anderes verfliegt.

Im Übrigen (das haben wir nicht oft so) wird dieses Gleichnis glücklicherweise von Jesus selbst ausgelegt. Demzufolge gibt es Menschen, bei denen die Botschaft Gottes fruchtlos bleibt, die sie von sich abprallen lassen. Dann gibt es die Gruppe derer, die zum Glauben kommen, aber deren Glaube im Alltag nicht standhält, insbesondere dann, wenn’s brenzlig wird. Die dritte Gruppe lässt sich vom Alltag so sehr stressen, dass der Glaube nur noch eine Randerscheinung ist. Auch diese bleiben fruchtlos. Lediglich die vierte Kategorie bringt die Frucht, die wirklich möglich ist – und die ist überdimensional.

Auch wir Christen können uns eine Ölhaut anlegen und in manchen Bereichen unseres Lebens nicht auf das hören, was Jesus sagt. Auch wir Christen können in den Sack hauen, wenn es gegen uns läuft. Auch wir Christen verlieren im Alltag den Blick auf Gott. Ist es vielleicht Zeit, unseren Boden gründlich durchzupflügen?