Tag 318

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Johannes 17

„Jetzt aber komme ich zu dir. Ich habe ihnen vieles gesagt, während ich in der Welt war, damit sie von meiner Freude vollkommen erfüllt sind. Ich habe ihnen dein Wort gegeben. Die Welt hasst sie, weil sie genau wie ich nicht zur Welt gehören. Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt herausnimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. Sie gehören genauso wenig zu dieser Welt wie ich. Reinige sie und heilige sie, indem du sie deine Worte der Wahrheit lehrst. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so sende ich sie in die Welt. Und ich gebe mich ganz für sie hin, damit auch sie durch die Wahrheit ganz dir gehören. Ich bete nicht nur für diese Jünger, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben werden. Ich bete für sie alle, dass sie eins sind, so wie du und ich eins sind, Vater – damit sie in uns eins sind, so wie du in mir bist und ich in dir bin und die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“

Zwei auch heute aktuelle Themen nennt Jesus hier kurz hintereinander: die Frage nach dem Verhältnis der Christen zur Welt und die Frage nach der Einheit der Christen.

Was die Welt angeht: Natürlich besteht für Christen immer die Gefahr, sich von der „Welt“ allzu sehr angezogen zu fühlen.

Daraus kann man aber auch die falschen Schlüsse ziehen. Wenn wir Jesus daraufhin beobachten, was er für ein Verhältnis zur Welt hatte, kann man nur sagen: Er hat sich weder ins fromme Refugium noch in einen erweckten Kuschelkreis zurückgezogen. Um ein Bild aus dem Fußball zu benutzen: Sein Leben war in jeder Hinsicht kein Heim-, sondern ein Auswärtsspiel. Gott schickt auch uns auf den Platz des Gegners – aber deswegen brauchen wir ja nicht dem gegnerischen Verein beizutreten.

Und die Sache mit der Einheit? Heutzutage hat man in der Christenheit alles im Angebot: von undifferenzierter Harmoniesauce bis hin zu Streithanseln, die einen an den Rand der christlichen Gemeinschaft stellen, weil man in Teilfragen eine andere Auffassung hat. Was aber will Jesus? Jesus will, dass die Christen einen tollen Werbeauftritt für den Vater im Himmel haben. (Zumindest braucht der Leib Christi eine gemeinsame Corporate Identity – das Corporate Design hat dann eine gewisse Variationsbreite.) Und wie kann das geschehen? Um im Bild des Fußballs zu bleiben: durch Teamgeist, gemeinsames Training und gemeinsame Ziele; nicht durch unverbindliche Shakehands auf dem Sportlerball und auch nicht dadurch, dass man möglichst viele Eigentore schießt, weil man an den eigenen Verein ohnehin nicht mehr glaubt.