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Dürfen wir Witze über den Glauben machen?

Hat Gott Humor? Sollten Christen zum Lachen in den Keller gehen? Gedanken von Religionswissenschaftlerin Theresia Heimerl.

„[Calvinisten] sind die, die zum Lachen in den Keller gehen und dort nur ganz kurz verschämt die Mundwinkel verziehen“, so lernte es Theresia Heimerl in ihrer Familie. Aber passen Christsein und Humor tatsächlich nicht zusammen? Und ist es statthaft, sich über den Glauben lustig zu machen? In einem Beitrag für das theologische Feuilleton Feinschwarz geht Heimerl dieser Frage nach.

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Die Religionswissenschaftlerin unterscheidet darin zwischen dem Lachen über die religiösen Institutionen und den Inhalten des Glaubens selbst – dem „Heiligen“. Heimerl betont: „Religiöse Institutionen brauchen das Korrektiv des Lächerlichen […], um nicht in Allmachtsphantasien zu verfallen oder sich des Hochmuts schuldig zu machen.“ Und wie sieht es mit Witzen über den Glauben aus? Humor über das Heilige und Göttliche könne, so Heimerl, „nach dem ersten frommen Schock“ einen „Aha-Effekt“ folgen lassen und als „reinigende Feuchtigkeit die altehrwürdige Patina von Glaubensvorstellungen ablösen.“ Allerdings räumt die Religionswissenschaftlerin ein, dass nicht alle Witze, Satiren oder Karikaturen über Gott, Jesus oder zentrale Gestalten und Themen des Glaubens gut seien – „geschweige denn geschmackvoll.“ Viele von ihnen zeugten von einer sehr oberflächlichen Kenntnis der jeweiligen Religion und „pubertärer Einfältigkeit“.

„Stilles Amüsement Gottes“

Und grundsätzlich? Nach allen Regeln der Logik müsse der Humor ein Abbild göttlichen Humors sein, schreibt Heimerl. Tatsächlich „lache“ Gott in den Psalmen, zum Beispiel über Gottlose (Ps 37,13) oder die Könige der Erde und die Großen und ihre Großmachtsphantasien (Ps 2, 4). Auch die Wahl seiner Vertreter spreche zumindest für stilles Amüsement Gottes: „Ein Stotterer mit Identitätskrise soll das auserwählte Volk zum Gang in die Wüste überzeugen, ein zarter Hirtenbub den hochgerüsteten Elitekämpfer besiegen [und] ein Fischer aus der tiefsten Provinz zum Kirchengründer werden.“ Von Jesus sei zwar kein Lachen überliefert, aber „humorfrei sind seine Reaktionen auf Fangfragen der Pharisäer oder das Unverständnis der Jünger bei näherer Betrachtung auch nicht.“

Wer noch tiefer in das Thema einsteigen möchte, kann hier den vollständigen Blogeintrag von Theresia Heimerl lesen.

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13 Kommentare

  1. Der frühere Jugendprediger Theo Lehmann hat meines Wissens keine Predigt ohne passenden Witz begonnen. Ich fand das meist prima.

    • Richtig lieber Ekkehard: „Der frühere Jugendprediger Theo Lehmann hat meines Wissens keine Predigt ohne passenden Witz begonnen. Ich fand das meist prima“! Humor zu haben und ihn zu äußern, ist eine gute Lebensweise. Einer meiner Pfarrer war der Wilhelm-Busch-Pfarrer des Dichters gleichen Namens, der aber auch Theologe war (was niemand wusste). Er schrieb nicht nur ein Buch, sondern kannte alle Texte von Busch und trat damit in der ganzen BRD auf. Er hatte auch durchaus die Gabe, sogar bei einer Beerdigungsansprache Humor einzubringen, eine große Kunst, so damit niemals ins Fettnäpfchen zu treten. Das Geschick besteht darin, Humor und Witze, oder gar Satire gut zu praktizieren, denn Humor und Lustigkeit ist nicht banal und schlecht gekonnt eher peinlisch und fühlt sich vielleicht dann nur albern an. Humor über Politik scheint schwierig, in der Kirche geht dies durchaus und unpolitischer Humor eine sehr große Kunst. Sendungen die Humor verbreiten, müssen damit leben, dass man aber irgendwann alle Themen abgearbeitet sind und dann kann die Veranstaltung mangels Ideen flach werden. Bei der Heute-Show ist es auch so, dass manche Sendungen gelingen, andere sind schlicht albern. Die beste Haltung eines Humoristen, oder jener der diese Gabe praktiziert, mit sich hier selbst tolerant zu verfahren und über sich selbst lächeln zu können. Kein Humor sind Kränkungen und wenn Humor stattfindet, der niemals zur Situation passt. Wer auf Bühnenprogrammen Leute auf die Bühne bittet und sie (wie erlebt) regelrecht vorführt und fertigmacht, verliert auch als Prominenter schnell alle Symoathie. Wir können mitr den Mitmenschen gerne oft lachen, aber dann sollte sich jeder bemühen, mit ihnen zur Not auch zu weinen. Das Leben kann lustig sein, aber auch furchtbar. Sich da gut einfühlen zu können und richtig zu handeln, ist auch eine Aufgabe. Als in einer großen Show des Humors und des Reinlegens Leichtgläubiger hatte da m. E. den guten Geschmack überschritten, bei der
      Kameraaufnahme Frauen an den Hintern zu fassen. Interessant ist, dass dies aber noch keiner öffentlich bei Männern machte. Wen wunderts.

  2. Gottes unendliche Liebe und das weltliche Haifischbecken

    Ich denke hierzu (es aber NUR meine Meinung) dass Gott der ist, der er ist. Nicht wie ein Mensch, in der Erregung mit hohem Blutdruck, zornig und er wird niemals über uns lachen oder sogar spotten. Es ist leider so: Wir würden sehr gern auch den Schöpfer aller Dinge generell vermenschlichen, auch um ihn irgendwie einzunorden, sowie eigenen Ideen und Vorstellungen besser dienstbar zu machen. Dann lässt er sich auch unter Aussagen zwingen, die so zwar in der Bibel stehen und daher überliefert wurden, aber gar nicht von seiner Allmacht schwärmen. Daher Gott (furchtbar) irren kann und aus Versehen und seinem Irrtum mit der Sintflut die Menschheit vernichtete. Denn diese Geschichte von der sehr großen Flut wird in fast allen Kulturen unserer Welt erzählt, von den amerikanischen Indianern, (hier auch über die 12 m hier sehr hohe Flutwellte, die lange vorher hörbar wurde) und über Indien hier bis nach Australien und Neuseeland. Gott gereute dies angeblich überaus. Dabei stimmt es überhaupt niemals, Noahs Familie damals wirklich nur alleine überlebt. Sonst gäbe es nicht so viele Mythen bzw. Erzählungen, alle exakt gleichlautend und über die absolut gleiche Katastrophe. Unsere ErzählerInnen überlebten das Fiasko, in dieser Geschichte werden keinerlei Gründe angegeben, warum ein Gott der Liebe (alle) Menschen tötet, hier also sehr zornig tobend, zudem absurd als göttlich dennoch irrend. Es gibt sogar gute Beweise der Geologen, dass die Sintflut nicht in jener Zeit der Alten Bundes war. (es gab noch kein Judentum), sondern vor 9000 Jahren. Menschen Zeiten betrachteten ihre Naturkatastrophen zumeist als Strafe Gottes, ähnlich wie Krankheiten und Behinderungen. Krankheiten galten ursächlich in der Steinzeit durch die bösen Dämonen verursacht zumeist auch als unheilbar. Auf diese Idee kommen selbst heute christliche Fundamentalisten seltener. Denn auch sie könnten nicht begründen, warum Gottes Wesen nicht unwandelbar ist. Gott ist nur Liebe und Licht. Er ist das absolut Gute, ein unendlicher Geist und wesenlos, doch wie sein Wesen uns ein Gegenüber, von dem wir unsere Heimat als reale Ewigkeit erben. Gottes unendliche Liebe entnehmen wir hier dem liebevollen Angesicht Jesu, in dem der Menschensohn Jesus lebte und Gott ebenso. Ein Gott aber vollster Liebe und Barmherzigkeit besitzt nicht wie das Weltraummärchen hier die „Dunkle Seite seiner Macht“. Will sagen: Er wirf kein Feuer vom Himmel, die Hölle erschufen nur wir. Gott wurde Mensch, starb an einem Kreuz und beweist, er ist der ganz andere Gott, kein Götze und keine Reflexion menschlicher Hoffnungen und/oder Irrtümer ist. So glauben heute zumeist Christen und TheologInnen, auch der beiden großen Noch-Volkskirchen, (wir Evangelische seit Martin-Luther), dass man die Bibel auslegen muss. Sie ist die wirkliche neueste Perspektive auf Gott. Gottes verbot auf dem Berg Sinai zu töten, im Neuen Testament durch Jesus sich mit Feinden zu versöhnen. Weil wir 70×7 mal unseren Mitmenschen vergeben sollen, kann ich nicht vorstellen, dass dies nicht das Wesen des Schöpfers beschreibt: Als Licht und Liebe. Gott vergibt Schuld, seine Zuwendung zu uns ist nicht verrechenbar mit unseren Minuswerten der Schuld+Sünde. Dabei ist vor allem die göttliche Zuwendung voraussetzungslose himmlische Liebe. Sie darf nie gekauft und verkauft, oder aufgezwungen werden. Würde Gott das von uns verbreitete Unheil verhindern, hätten wir keine Verantwortung für alles was wir tun. Hieraus resultiert diese Welt als gefühltes Haifischbecken. Gottes Wahrheit entdecken wir in der Bibel, seine Mahnungen in unserem Gewissen.
    Sogar in der katholischen Glaubenslehre steht dieses menschliche Gewissen über seiner Wahrheit in der Predigt der guten Botschaft von Gott.

  3. Der Witz ist, ohne Gott gäbe es nichts, was den Inhalt hervorbrächte, der dem Witz geschuldet, die richtigen Worte fände.

    In der Kirche finden wir alles, was witzig sein kann, jedoch nicht unbedingt witzig sein muss, je nach Betroffenheit. Dahingegen ist der Staat in seinem Witz immer der Person geschuldet, die sich als Politiker verkauft, der die Kirche nicht ernst nimmt, auf deren Kosten er jedoch sein gutes Leben finanziert.

    Ich weiß nicht, ob es zu einer Zeit witzig ist, die sich auf Missbrauch von Kindern durch Erwachsene bezieht, Kinder als die Nutznießer eines Lebens zu betrachten, das aus dem Zölibat hervorgeht und dem Kind Jesus die Potenz zuschreibt, die es als Priester an seine Mutter und den Vater bindet.

    Ich mache gerne Witze über mich selbst, das ist dann aber meist sehr spontan, eben aus der Situation heraus.

    Als Kirchenglied finde ich es witzig, dass ich etwas bin, das mir naturgemäß nichteinmal anhaftet, ohne das es mich aber sicher nicht gäbe.

    Wie kann sein, was nicht ist und doch in seiner Konsequenz bereits lebt?
    Was mache ich mit einem Namen, von dem ich nicht weiß, wem er eigentlich gehört?
    Wohin führt ein Leben von dem ich nichts weiß, außer das es in mir steckt?

    Ich weiß nicht, ob es witzig ist als Gott/Jesus zu sprechen, oder ob sich da eher ein Psychiater zu Wort meldet und mich infrage stellen würde. So vieles im Leben kann witzig sein, wenn man die Konsequenz daraus nicht kennt. Deshalb wünsche ich mir lieber ein Leben mit Witz, das aus dem Frieden hervortritt, der dem Menschen ohne Witz den Krieg wegnimmt.

    Lachen ist eine Leidenschaft, die sich aus dem Leben ergibt, das es mit seinem Ursprung verbindet, sodass der, einmal geboren, nicht mehr verloren geht. Ich lache wirklich gerne, oft und meist über mich selbst, da ich dadurch dem Leben eine gewisse Leichtigkeit abgewinne, die es für mich oft nicht hatte und die es mir trotzdem immer wieder vor Augen führt.

    • Liebe Roswitha Steffens: Was Sie schreiben entspricht auch dem Inhalt meines deutlich längeren Kommentares, zumindest seinem Sinne nach.

      • Vielen Dank Bernd, ohne Ihren Hinweis könnte ich diese Zuordnung nicht treffen. Ich denke, das wir im Herzen miteinander verbunden immer dem anderen (Herzen) die Verbundenheit zeigen wollen. Danke Ihnen dafür!

  4. Wenn man sich mal anschaut, welche Institutionen und Regierungen Humor zensieren oder gar verbieten, dann wird klar, dass die Frage nicht den Humor betrifft sondern welche Art der Institution die Kirche wäre oder ist, wenn sie Humor einschränken oder verbieten wollte.

  5. „Ein Pfarrer diskutiert mit einem Kollegen angeregt über Initiativen zur Aufhebung des Zölibats. „Meinen Sie, dass diese erfolgreich sein werden und wir noch erleben, dass das Zölibat wirklich abgeschafft wird?“
    Sein Kollege schüttelt nachdenklich den Kopf: „Wir wohl nicht mehr – aber vielleicht unsere Kinder!“

    Humor ist ein Geschenk Gottes, wir sollten ihn reichlich anwenden !

      • Gottes ist alles in allem

        Selbstverständlich, lieber Stammtischbruder: Ich belustige mich ja niemals über die Dreieinigkeit unseres Gottes. Sie ist zutreffend aber nur die die geistliche Dimension und keinerlei naturwissenschaftliche Wirklichkeitsebene. Das Problem dabei ist, dass das Geistliche und alles Naturwissenschaftliche bis in unser Mittelalter hinein nicht getrennt verstanden wurde, aber durchaus als beide Seiten immer eine allumfassenden Wirklichkeit ist. Das Nichtbegreifen des theologischen Inhaltes des katholischen Abendmahlverständnissen beruhte vor allem auch darauf, dass eben nach diesem Nichttrennen von geistig/psychisch, göttlich/naturwissenschaftlich dies zwangsläufig dazu führen musste, dass absurderweise der Abendmahlswein wirklich das Blut Christi wurde. Später war einer Hinzufügung einer Erklärung notwendig, dass sich der Stoff des Weines (der Elementarteilchen) nicht verändert. Man darf also Gott nie im Labor zerlegen. Aber unsere Naturgesetze, das Wirken von Gottes Realität bis in den Bereich der Quantenphysik, bleibt für mich unbestritten. Der längst verstorbene Autor und Neurologe von Ditfurth hat in seinen Büchern uns Laien auf vielen Seiten den Atheismus verkündet, aber die Evolution für die vielen guten Ideen gelobt, vom Einzeller bis heute zum Menschen. Also das Leben ständig wunderbar weiterentwickelte bis heute. Aber dass es in der Natur auch ein Denken ohne Gehirn gibt. Für mich ist daher banale Tatsache, dass der Baum informiert ist, im Winter stets seine Blätter abzuwerfen, Gottes Wirken also alles im allem sein muss.. Sonst müsste ich die Natur des Universums als wundersamen Supercomputer verstehen ohne Beantwortung der Frage, wer diesen nun dann erdacht habe. Da hat die Bibel bereits zur Zeit Jesu auch die Philosophie adoptiert und den wunderbaren Bibelvers formuliert: Gott ist in allem und alles ist in Gott. Als wunderbares Geheimnis.

      • Ich stimme zu, dass man sich nicht über Gott lustig machen sollte, aber das zu ahnden ist meines Erachtens die Sache Gottes.

        Und man sollte immer genau schauen, ob sich über Gott lustig gemacht wird oder über die menschliche Vorstellung von Gott.

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