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Experiment: 100 Bibelverse in 100 Tagen

Sie liebt die Herausforderung: Madeleine Ramstein nahm sich vor, während hundert Tagen hundert Bibelverse auswendig zu lernen. Eine spontane Entscheidung mit weitreichenden Folgen.

Von Madeleine Ramstein

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Während ich mir früher durch Bildschirme und Schokolade Ruhe erhoffte, fand ich sie nun in Gottes Wort. Schon seit vielen Jahren lese ich täglich in meiner Bibel. Ich liebe Gottes Wort von Herzen und beschäftige mich sehr gerne damit. Jedoch bleiben nur wenige Bibelworte abrufbar in meinem Kopf hängen, geschweige denn, dass sie wirklich tief in mein Herz sinken und dort Wurzeln schlagen würden.

Mein Ziel war es, nach diesen hundert Tagen tiefer in Gottes Wort verwurzelt zu sein. Die Bibel sollte mein Leben bestimmen – in meinem Denken, meinen Überzeugungen und meinen Handlungen. Denn wenn wir unser Denken dem Wort Gottes anpassen, erkennen wir Gottes Willen: „Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüft, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene“ (Römer 12,2).

Durch die Veränderung unseres Denkens werden wir in neue Menschen verwandelt. Wenn wir regelmäßig in der Bibel lesen und über Bibelstellen nachsinnen, verändert sich unsere Denkweise. Unsere inneren Einstellungen und unsere Motivation passen sich den biblischen Aussagen an. Dadurch können wir Gottes Willen in einzelnen Situationen besser erkennen und es fällt uns leichter, Entscheidungen zu treffen.

Vom Gedanken zur Tat

In einer Zeit, in der mental health, also die psychische Gesundheit, ein Dauerthema ist, sind Gedanken, die geprägt von Hoffnung, Liebe und Dankbarkeit sind, eine wertvolle Ressource. Konstruktive Gedanken, gefüllt mit biblischen Wahrheiten, unterstützen die psychische Gesundheit. Und diese Gedanken bestimmen schließlich unsere Worte und Taten. Genau deshalb nahm ich mir vor, Bibelverse auswendig zu lernen.

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Der erste Vers, den ich auswendig lernte, war mein Lieblingsbibelvers und sollte die Challenge einleiten: „Eine Leuchte für meinen Fuß ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad“ (Psalm 119,105).

Die weiteren Bibelstellen wählte ich von Tag zu Tag aus. Die meisten Verse drehten sich um Themen wie Gottes Liebe, Gnade und Identität. Aber auch Verse, die mich beim täglichen Bibellesen besonders ansprachen und Wahrheiten, die ich gerade hören musste, schrieb ich auf Kärtchen und lernte sie auswendig. Jeden Tag kam ein neuer Vers hinzu und der Stapel an Notizkärtchen wuchs von Woche zu Woche.

Jeden Tag aufs Neue

Das tägliche Wiederholen der Verse wurde mit der Zeit recht anspruchsvoll, denn die Anzahl stieg kontinuierlich an. Nach etwa 50 Tagen durchlief ich eine Phase der Erschöpfung. Die Herausforderung, so viele Verse zu behalten, erschien überwältigend. Wie sollte ich mir nur diese Fülle an Bibelworten einprägen – und es standen noch 50 weitere bevor! Aber jedes Mal, wenn ich mich hinsetzte und meinen Stapel an Bibelversen wiederholte, überkam mich ein so tiefer Friede, dass ich dachte: Ja, es ist es wert!

Gottes Wort hat eine unglaublich kraftvolle Wirkung auf mein Herz, meine Seele und meinen Geist. Nichts hilft mir so sehr, zur Ruhe zu kommen, wie das Nachdenken über Bibelstellen. Ist es nicht bemerkenswert, dass wir eine Serie einschalten, in der Hoffnung, in unserem stressigen Alltag zur Ruhe zu kommen? Oder dass wir uns in den sozialen Medien ablenken, um uns für ein paar Minuten eine Auszeit von unseren Schwierigkeiten zu gönnen? Oder wir betäuben uns mit übermäßigem Essen oder essen gar nichts, um uns besser zu fühlen.

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Wir tendieren dazu, unsere Rastlosigkeit so tief zu vergraben, dass wir gar nicht mehr daran denken. Wir betäuben unseren inneren Schmerz durch Ablenkung. Aber langfristig bleibt die erhoffte Ruhe aus, denn leider lässt Ablenkung unsere Probleme nicht verschwinden. Während ich mir früher durch Bildschirme und Schokolade Entspannung erhoffte, fand ich sie nun in Gottes Wort. Denn nichts kann mich wirklich sättigen und mir echte Erfüllung geben, als nur Gott selbst. Wenn ich intensiv darüber nachdenke, wie sehr mich Gott liebt, wie groß seine Gnade ist und dass er für mich sorgt, kann ich gar nicht anders, als tiefen Frieden zu empfinden. Das, was Gott mir gibt, ist so viel besser und größer als das, was die Welt mir anbietet. Dazu habe ich Zugang durch die Bibel.

Botschaften, die guttun

Meine Kärtchen mit den Bibelversen wurden für mich zu einer Quelle der Kraft und der Ruhe im Alltag. Ich fühlte mich von Gott getragen. Ich hatte etwas gefunden, das mich wirklich sättigt und mir in meinem turbulenten Alltag mit kleinen Kindern Frieden gab. Matthäus 6,34 half mir dabei, fokussiert meinen Tag anzugehen und alles daranzusetzen, meine heutigen Probleme zu lösen, anstatt mich um die Zukunft zu sorgen. Psalm 107,8 erinnerte mich daran, dankbar zu sein und auf das zu schauen, was Gott schon alles für mich getan hat. Römer 8,1 erinnerte mich täglich daran, dass Gott mich nicht verurteilt und dass ich kompletten Frieden mit Gott habe.

Gottes Gnade war nicht mehr nur Kopfwissen, sondern wurde mir zur Herzenswahrheit, die ich nie mehr loslassen möchte. Bibelverse, die über meine Identität in Christus sprachen, bestärkten mich in meinem Wert. Die Meinungen anderer Menschen verloren zunehmend ihren Einfluss auf mich. „Was denken die anderen?“, war nicht mehr die erste Frage, wenn ich das Haus verließ, sondern ein starker Fokus auf die zu erledigenden Aufgaben wurde mein neuer Begleiter. Viele Wahrheiten ließen sich in meinem Herzen nieder und gaben mir Halt und Stabilität.

Diese hundert Tage waren für mich intensiv, nervenaufreibend und herausfordernd, aber auch lebensverändernd. Nun lebe ich mit viel mehr Klarheit in Bezug auf meine Berufung. Ich arbeite viel fokussierter an meinen Projekten, da ich weniger Zweifel an mir selbst und Gottes Weg für mich habe. Gedanken, die mich anklagen und mir sagen möchten, dass ich nicht gut genug bin, halte ich nun Gottes Wahrheit über mich entgegen. Schuldgefühle für kleine Missgeschicke im Alltag werden von der Musik der Gnade übertönt. Meine Gedanken sind geordneter und die innere Ruhe, die damit einhergeht, ist unbeschreiblich. Auch wenn ich mich mit dem Auswendiglernen der Bibelverse durch diese hundert Tage kämpfen musste, hat es sich auf jeden Fall gelohnt und ich werde weiterhin beständig Bibelverse auswendig lernen – wenn auch nicht jeden Tag einen neuen. Diese Challenge war definitiv eine Herausforderung! Aber der Gewinn an Klarheit und innerer Ruhe mehr als lohnenswert. Ich kann sie nur empfehlen!

Madeleine Ramstein ist Theologin und Seelsorgerin. Auf ihrem Instagram-Account (@seinwortmeinlicht) und auf ihrem Blog veröffentlicht sie ermutigende Glaubensimpulse.


Ausgabe 1/25

Dieser Artikel ist in der Frauenzeitschrift Lydia erschienen. Lydia ist Teil der SCM Verlagsgruppe, zu der auch Jesus.de gehört.

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2 Kommentare

  1. Ich muss da an Koranschulen denken, wo sich die Koransuren in den Kopf gehämmert werden ohne inhaltliche Auseinandersetzung.

    Sorry, aber ich sehe in dem Auswendiglernen von 100 Bibelversen keinen Sinn (außer das Gehirn zu trainieren, das könnte sinnvoll sein).

    Statt jeden Tag einen Vers auswendig zu lernen, könnte man sich ja auch mit einem Vers täglich inhaltlich auseinandersetzen. Dann würde man nach 100 Tagen vielleicht nicht 100 Verse aufsagen können, aber hätte vielleicht einen Teil davon besser verstanden.

    Erinnert mich an meinen 1. Pastor im Konfi-Unterricht. War einer der ‚alten Schule‘. Statt das wir die 10 Gebote inhaltlich besprochen haben, müssten wir Luthers ‚was heißt das‘ auswendig lernen und gut war es.

  2. Die Idee ist schon gut. Allerdings würde ich dazu tendieren, die Bibelverse eher in einem gewissen Zusammenhang auswendig zu lernen. Z.B. mit der Fragestellung „Was ist die genaue Botschaft Jesu…?“ “ Wie wird diese durch Paulus vertieft…?“ Vielleicht probiere ich es mal…

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